Transfer: Jorge Martin muss beweisen, dass er noch der «Martinator» ist
Das MotoGP-Buch «Martin» wurde in Sepang um das Yamaha-Kapitel erweitert. Offiziell bleiben die Füße still, doch gelingt ihm die sportliche Wiedergeburt, können die Verträge unterzeichnet werden.
Seit dem 2.2. steht offiziell fest:
Auf der anderen Seiten der Aprilia-Box war am ersten Tag des Sepang-Tests auch Jorge Martin anzutreffen – doch statt im Leder tigerte der Spanier in Zivil. Aufgrund seiner noch nicht 100-prozentigen Fitness hat sich der «Martinator» dazu entschieden, in Sepang auszusetzen. Teil der Mannschaft wolle der trotzdem sein, betonte Martin. Dass die Aufmerksamkeit nur formell Aprilia gilt, ist offensichtlich. Im Halbdunkel des Fahrerlagers laufen die Gespräche weiter und es deutet alles darauf hin, dass Martin das Team Noale wieder verlassen wird. Im besten Fall mit aufrechtem Gang nach einer anständigen Saison 2025.
Aus gut unterrichteter Quelle war in Sepang zu erfahren, dass ein
Ein Attest vom Hausarzt dürfte keinem Management ausreichen. Jorge Martin muss auch auf der Strecke beweisen, dass er noch das Tempo und den Instinkt jenes Athleten hat, der Pecco Bagnaia 2024 auf gleichwertigem Material begeisternd besiegte. Auch das erklärt, warum sich Martin keine Blöße geben will – er kann es sich nicht mehr erlauben, nicht an der Spitze zu fahren. Marco Bezzecchi hat die Latte mit der RS-GP hochgelegt. Hängt die Nummer 89 bei den nächsten direkten Vergleichen mit «Bez» wieder im Windschatten, sinkt der Marktwert.
Für Yamaha bleibt der Weltmeister der vorletzten Saison aber weiter erste Wahl. Als Werk, das trotz immenser Kraftanstrengungen seit dem Sommer 2022 kein Rennen mehr gewonnen hat und 2025 auf den letzten Platz in der Konstrukteurs-WM zurückfiel, ist die Liste an MotoGP-Fahrern der ersten Garde deutlich kürzer.
Zur Elite zählen vor dem ersten Rennen 2026: Marc Marquez, der auf keinen Fall zu Yamaha wechseln wird – sondern sich in Ruhe auf die Unterschrift bei Ducati Lenovo vor dem ersten GP einstimmt. Bruder Alex? Wäre ein Option. Marco Bezzecchi? Der WM-Dritte ist verräumt. Pedro Acosta? Nein. Entweder der junge Spanier bleibt in seinem Rennsport-Kinderzimmer, oder er dockt bei Ducati im Werksteam an, so die Gespräche bei ausgeschalteten Aufnahmegeräten.
Dann gibt es noch Maverick Vinales, doch der hat bereits eine gescheiterte Beziehung mit Yamaha hinter sich und bei KTM hohen Kredit. Weitere Namen wie Fabio Di Giannantonio, Enea Bastianini oder Joan Mir könnten aufgerufen werden, allerdings von der zweiten Seiten des gegenwärtigen MotoGP-Rankings. Wie Yamaha-Sportchef Paolo Pavesio bestätigte, das Team in Blau setzt schon jetzt voll auf 2027 und braucht zur Umsetzung keinen Kompromiss, sondern einen Akteur aus der ersten Reihe.
Jorge Martin hat mit sechs Operationen in den letzten 12 Monaten schwer einstecken müssen, doch zugleich hat der Spanier alles, was ein großer Champion braucht, inklusive eines ausgeschlafenen Managements. Das riet dem Noch-Aprilia-Fahrer, sich erst wieder mit 100 Prozent auf ein MotoGP-Bike zu setzen und sich dann nur noch voll auf das zu konzentrieren, was er am besten beherrscht: Fahren. Gelingt die Wiedergeburt auf der Strecke, steht dem nächsten Karriereabschnitt in Blau nichts mehr im Weg.
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