Pol Espargaró: «Eine Wand in der Box killt das Team»

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Pol Espargaro

Pol Espargaro

«Inzwischen sind wir auf einem Level angelangt, auf dem Verbesserungen immer schwieriger werden», sagt Pol Espargaró aus dem Team Red Bull KTM. Nach den MotoGP-Tests in Valencia ist er außerordentlich glücklich.

KTM-Werksfahrer Pol Espargaro testete am Dienstag auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia erstmals das neue Chassis, welches neben den für den österreichischen Hersteller üblichen Stahlrohren zu 20 Prozent aus rechteckigen Profilen besteht.

Am zweiten und letzten Testtag fuhr der Spanier in 1:30,685 min die achtbeste Zeit und verlor 0,826 sec auf die Bestzeit von Maverick Vinales (Yamaha). Im GP-Qualifying gelang Espargaro am Samstag in 1:30,543 min die schnellste Runde, diese knackte er mit der neuen RC16 fast.

«Inzwischen sind wir auf einem Level angelangt, auf dem Verbesserungen immer schwieriger werden», weiß Pol Espargaro. «Dass ich 1:30,6 min mit dem harten Hinterreifen fuhr, konnten wir kaum glauben. Nach meinem Sturz am Mittwochmorgen war das eine starke Rundenzeit. Während der zwei Tage konnten wir viele Informationen über die Elektronik und das Chassis sammeln, welche die Jungs im Werk jetzt auswerten.»

Weil Espargaro bei seinem Sturz das erste Chassis beschädigte, musste er anschließend ein anderes verwenden. «Welches genauso gut funktionierte», unterstrich der 28-Jährige. «Das beweist, dass wir wissen, was wir tun. Wir konnten uns in allen Bereichen verbessern, in denen wir Schwächen haben. Das Einlenkverhalten ist besser, wir sind schneller über eine Runde und konstanter auf die Distanz. Selbst mit gebrauchten Reifen konnte ich konstant niedrige 1:31 min fahren. Wir legten es nicht auf eine schnelle Runde an, sondern wollen einen guten Rhythmus. Das gelingt dir nur, wenn du das Motorrad ein bisschen früher einlenken und früher aufrichten kannst. So erreichst du, dass die Auflagefläche des Hinterreifens auf dem Asphalt größer und dadurch die Beschleunigung besser wird. Dann bist du auch nicht mehr so sehr vom herrschenden Grip abhängig. KTM hat das verstanden und sich in diesem Bereich deutlich verbessert.»

Was sagst du zum neuen Motor? «Das war noch nicht die finale Version, die wir nächstes Jahr einsetzen werden», unterstrich das Red-Bull-KTM-Ass. «Wir probierten verschiedene Teile im Motor – er hat mehr Leistung, das bringt aber auch Nachteile mit sich.»

Am 25./26. November testen die MotoGP-Teams in Jerez, bevor es in die Winterpause geht. «Dort prüfen wir alle neuen Teile, die wir in Valencia versucht haben», bemerkte Espargaro. «Dann wissen wir, ob sie auf mehr als einer Strecke funktionieren.»

Wird es dir helfen, dass Iker Lecuona und Brad Binder einen ähnlichen Fahrstil wie du haben? «Ja, das ist extrem wichtig», unterstrich Pol. «Ich brauche Hilfe bei der Entwicklung und sie wollen schnell sein. Sie wollen es in der MotoGP-Klasse an die Spitze schaffen und bringen vollen Einsatz. Sogar wenn sie gestürzt sind, steigen sie aufs Motorrad und gehen sofort wieder ans Limit. Solche Leute brauchen wir bei KTM. Ich war immer gut Freund mit meinem Teamkollegen. In dem Stadium, in welchem sich das Projekt befindet, musst du mit deinem Teamkollegen reden und dich austauschen. Du kommst nur vorwärts, wenn du das zusammen angehst. Momentan helfe ich Brad Binder mehr, als er mir hilft. Zukünftig kommt er aber hoffentlich auf meinen Level, dann können wir uns gegenseitig unterstützen und schaffen es an die Spitze. Wenn du eine Wand in die Box stellst, dann killst du dein Team. Das ist der falsche Weg.»

Valencia-Test, 20. November:

1. Viñales, Yamaha, 1:29,849 min
2. Quartararo, Yamaha, 1:30,013 min, + 0,164 sec
3. Morbidelli, Yamaha, 1:30,114, + 0,265
4. Crutchlow, Honda, 1:30,316, + 0,467
5. Mir, Suzuki, 1:30,427, + 0,578
6. Rins, Suzuki, 1:30,503, + 0,654
7. Marc Márquez, Honda, 1:30,556, + 0,707
8. Pol Espargaró, KTM, 1:30,685, + 0,836
9. Rossi, Yamaha, 1:30,781, + 0,932
10. Miller, Ducati, 1:30,854, + 1,005
11. Dovizioso, Ducati, 1:31,143, + 1,294
12. Rabat, Ducati, 1:31,258, + 1,409
13. Pirro, Ducati, 1:31,424, + 1,575
14. Pedrosa, KTM, 1:31,470, + 1,621
15. Lecuona, KTM, 1:31,515, + 1,666
16. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,526, + 1,677
17. Abraham, Ducati, 1:31,597, + 1,748
18. Bradl, Honda, 1:31,657, + 1,808
19. Iannone, Aprilia, 1:31,800, + 1,951
20. Alex Márquez, Honda, 1:32,235, + 2,386
21. Smith, Aprilia, 1:32,249, + 2,400
22. Binder, KTM, 1:32,367, + 2,518

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