VW setzt auf E-Motorsport – Ducati nicht betroffen

Von Günther Wiesinger
Andrea Dovizioso auf der Ducati

Andrea Dovizioso auf der Ducati

Schon im November 2016 zogen sich Audi und VW ihre WM-Engagements (WRC und WEC) zurück. Jetzt fordert die Abgasaffäre bei VW weitere Opfer. Ducati darf weitermachen.

Obwohl die Elektro-Mobilität noch mit vielen offenen Fragen behaftet ist, plant Volkswagen (zur VW Gruppe gehören auch die Marken VW, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini) den sofortigen Rückzug aus dem Motorsport mit Verbrennungsmotoren. Damit wird vorläufig nur die Kernmarke VW betroffen. Das Tourenwagen-Projekt des Motorsport-Departements mit dem Golf GTI TCR wie genau so eingestellt wie die Werkseinsätze mit dem Polo R5. Dabei ist jetzt der neue Golf VIII im Anrollen.

Das Motorsport-Engagement bei VW und Audi war schon nach dem Beginn des Diesel-Skandals zurückgefahren worden. VW stoppte das ca. 35 bis 50 Millionen Euro teure WRC-VW-Projekt mit dem Polo für die Rallye-WM 2016. Dann wurde das Audi-Werksteam für die World Endurance Championship zugesperrt, das 120 bis 150 Millionen im Jahr verschlang. Die DTM wird jedoch auch 2020 von Audi weiter bestritten.

Bisher hat die VW Gruppe für den Diesel-Abgasskandal ca. 30 Milliarden Euro abschreiben müssen.

Zur Audi Group gehört seit 2013 auch die traditionelle italienische Motorradmarke Ducati. Sie wurde für ca. 740 Millionen Euro gekauft und erwirtschaftet im Jahr Gewinne in der Höhe von ca. 50 Millionen Euro.

Ducati beteiligt sich an der MotoGP-WM und der Superbike-WM – in der MotoGP natürlich mit 290 PS starken 1000-ccm-V4-Verbrennungsmotoren. In der SBK reichen ca. 240 PS bei der V4-Panigale

Ducati Corse hat für die MotoGP-WM einen Vertrag mit WM-Promoter Dorna Sports S.A. bis zum Saisonende 2021. Andrea Dovizioso hat die WM in den letzten drei Jahren hinter Marc Márquez (Honda) jeweils auf Platz 2 beendet.

Insider gehen davon aus, dass sich VW in erster Linie aus Gründen der Kostenersparnis vom Motorsport mit den Verbrennungsmotoren zurückzieht. Aber weil es momentan politisch korrekt und zukunftsorientiert aussieht, wenn sich ein Hersteller ein grünes Mäntelchen umhängt, wird der emissionsfreie Motorsport in den Vordergrund gerückt.

Dass das zahlende Publkum davon nichts wissen will, wird ignoriert.

Die Ducatisti werden die Desmoseici und die Panigale in den nächsten Jahren noch unverändert mit Verbrennungsmotoren in Aktion sehen.

«Wir haben bisher zu diesem Thema überhaupt noch nie etwas aus Deutschland gehört», versichert Sportdirektor Paolo Ciabatti.

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