Marco Melandri ist überzeugt: Valentino Rossi zu alt

Von Ivo Schützbach
MotoGP

Heute feiert Valentino Rossi seinen 41. Geburtstag, der siebenfache MotoGP-Weltmeister ist bei Yamaha ein Auslaufmodell. Sein langjähriger Weggefährte Marco Melandri weiß, wie schwierig das Aufhören ist.

Nach der Saison 2011 wechselte Marco Melandri von der MotoGP- in die Superbike-WM, vergangenen Oktober fuhr er in Katar seinen letzten WM-Lauf.

Melandri, inzwischen 37 und ein halbes Jahr alt, genießt den Ruhestand. Von 1998 bis 2010 war der Italiener im Grand-Prix-Sport unterwegs, seit 2003 in der Königsklasse MotoGP. Marco gewann 22 Rennen und eroberte 62 Podestplätze. 2002 wurde er 250er-Weltmeister, dazu 1999 Vizeweltmeister in der 125er-Klasse und 2005 in MotoGP.

Nach der Saison 2010 fand der Mann aus Ravenna in der MotoGP-Klasse kein Team mehr und wechselte in die Superbike-WM, in welcher er an 189 Rennen teilnahm, 22 Mal gewann und 75 Mal aufs Podest fuhr. Seine beste Saison erlebte er 2011 mit Yamaha, damals musste er sich in der WM-Wertung nur Carlos Checa auf Ducati beugen.

Der vier Jahre ältere Rossi kam 1996 in den Grand-Prix-Sport – und ist noch immer da.

Doch das Alter hinterlässt Spuren. 2019 fuhr Rossi nur zweimal aufs Podest, sein letzter Sieg gelang am 25. Juni 2017 in Assen.

Noch hat der Altmeister nicht entschieden, ob er nach der Saison 2020 weiterfährt. Es steht aber bereits fest, dass 2021 und 2022 Maverick Vinales und Jungstar Fabio Quartarao das Yamaha-Werksteam bilden werden – Rossi könnte dann für Petronas Yamaha fahren.

Quartararo hat Rossi letztes Jahr deutlich den Rang abgelaufen: Der Franzose eroberte sieben Podestplätze und 18 WM-Punkte mehr, in der Gesamtwertung landete er zwei Plätze vor Rossi und wurde Fünfter.

Bei allem Respekt und der offensichtlichen Genialität von Rossi fragen sich seine Gegner, Fans und gleichermaßen, ob er mit jetzt 41 Jahren zu alt ist für MotoGP.

«Ganz sicher, auch wenn das schwierig zu akzeptieren ist», sagte Marco Melandri im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com. «Aber du musst ehrlich zu dir selbst sein, es ist nicht schön, wenn du die ganze Zeit pusht und es nicht mehr besser geht. Die heutigen Fahrer mit 20 Jahren sind eine andere Generation. Sie haben einen anderen Fahrstil, eine andere Fitness und sind auch im Kopf anders drauf.»

Melandri weiter: «Quartararo war in seiner Karriere nie herausragende schnell, aber jetzt hat er das beste Motorrad für seinen Fahrstil. Jetzt sind seine Leistungen förmlich explodiert. Niemand ist froh darüber, wenn Rossi aufhört. Allen voran die Dorna, mit ihm wird Geld verdient.»

Der Italeiner weiß aus eigener Erfahrung: «Aufzuhören ist deutlich schwieriger, als schlecht weiterzumachen. Dein wahrer Gegner ist die Zeit – und zeit kannst du nicht kaufen. Sie schreitet immer voran. Das muss ein Rennfahrer akzeptieren – und, dass sich das Leben dann verändert.»

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