MotoGP in Brasilien: Es existiert nur eine Ruine

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Wer diese Bilder betrachtet, dem wird unweigerlich klar: 2014 wird in Brasilien auf dieser Rennstrecke kein Grand Prix stattfinden.

Beim betrachten dieser aktuellen Bilder kann sich jeder Experte lebhaft vorstellen, dass auf dem Autodrómo Internacional de Brasilia im nächsten Jahr noch kein Motorrad-GP stattfinden kann.

Es existiert zwar das Streckendesign, aber die Auslaufzonen entsprechen dem Stand der 1970er-Jahre, das Asphaltband muss auf die doppelte Breite erweitert werden, es muss eine komplett neue Boxenanlage errichtet werden und dazu müssen Tribünen für mindestens 60.000 Sitzplätze gebaut werden.

Dass der erste Brasilien-GP seit 2004 für 2014 auf dem provisorischen MotoGP-Kalender stehen wird, hat politische Gründe. Duech diese Massnahme soll die Regierung bis Dezember 2013 dazu gebracht werden, endlich die erforderlichen 70 bis 100 Millionen Euro für den Neubau der Piste locker zu machen.

SPEEEDWEEK.com-User wissen: Dieser WM-Lauf wird in Wirklichkeit frühestens 2015 stattfinden.

Die 1974 in Betrieb genommene Rennstrecke ist in inzwischen zu Ehren des brasilianischen Formel-1-Weltmeisters in «Autódromo Internacional Nelson Piquet» umbenannt worden.

Auch der brasilianische Automobilsportverband und der Motorradsportverband drängen auf die Wiederherstellung der Rennstrecke, nachdem die Jacarepagua-Piste in Rio dem Boden gleich gemacht wurde.

In letzter Zeit konnte die Piste nur noch für Stock-Car-Rennen benützt werden. Selbst den Ansprüchen für nationale Meisterschaftsläufe genügt sie nicht mehr.

Das «Autodrómo Internacional de Brasilia» wurde 1974 mit einem nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Formel-1-Rennen eingeweiht, das damals eine Woche nach dem Brasilien-GP stattfand. Es siegte Emerson Fittipaldi (McLaren) vor Jody Scheckter (Tyrell) und Arturo Merzario (Iso Marlboro).

Nach 1995 wurde die Rennstrecke vom Bundesstaat an die Firma «NZ Empreendimentos» verleast; einer der Firmen Firma von Nelson Piquet. 2006 übernahm die Politik wieder die Kontrolle über die Anlage, denn Piquet hatte sich zu wenig um die Anlage gekümmert.

Die Lage des «Autódromo International Nelson Piquet» ist einmalig: Die Piste liegt in Brasilia auf der gegenüberliegenden Strassenseite des «Estádio Nacional», in dem 2014 einige Spiele zur Fussball-WM ausgetragen werden.

In der Vergangenheit wurde die 5,476 km lange Rennstrecke mit ihren zwölf Kurven (sechs Linkskurven, sechs Rechtskurven) vorrangig für Autorennen verwendet, zum Beispiel für die Südamerikanische Formel-3-Meisterschaft, für die Formula Renault, für die Stock Car Brasil, für die Formula Truck und früher auch für die Brasilianische Motorrad-Rundstreckenmeisterschaft.

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