Pol Espargaró (9.): «Muss meinen Fahrstil ändern»

Von Nereo Balanzin
MotoGP
Moto2-Weltmeister Pol Espargaró debütiert beim Valencia-Test auf der Tech3-Yamaha. Er verlor 1,3 sec auf die Bestzeit und war schneller als Bruder Aleix.

Nach einigen Jahren Unterbrechung treffen die Espargaró-Brüder wieder in derselben GP-Klasse aufeinander. «Ja, aber dieses Mal ist es anders. Als wir zum letzen Mal gegeneinander gefahren sind, war Aleix bereits sehr gut, ich war ein Anfänger», erinnert sich Pol, der neue Moto2-Weltmeister.

Er fährt jetzt die Tech3-Yamaha von Cal Crutchlow, Aleix hat sich mit dem Forward-Team geeinigt, wo er eine M1-Yamaha des Jahrgangs 2013 fährt, aber im Open-Format mit Einheits-ECU.

Pol, dein Bruder hat gesagt, du bist in der MotoGP auf Anhieb zu schnell für ihn.

Ja, er lobt mich immer... Du weisst, er ist mein älterer Bruder. Aber Spass beiseite, ich muss schneller sein. Ich habe das bessere Motorrad.

Hast du an deinem zweiten MotoGP-Testtag ein Auge auf deinem Bruder gehabt?

Das mache ich immer. Auf den Monitoren, auf den Bildschirmen, bei den Rundenzeiten. Wir kontrollieren uns gegenseitig. Immer! Wir wollen wissen, was beim andern los ist. Ich habe ihn vor dem Beginn des Dienstag-Tests gesehen. Aber wir haben uns dann nicht mehr unterhalten. Erst spät am Abend.

Wie hat dein Testplan am Dienstag ausgesehen?

Wir haben harte Reifen und weiche Reifen probiert, damit ich den Unterschied spüre. Wir haben eine andere Karbonbremse getestet als am Montag, denn aus der Moto2 bin ich nur Stahlbremsen gewöhnt. Dann haben wir kleine Set-up-Änderungen gemacht.

Du wirkst in manchen Abschnitten sehr sanft, in anderen kämpfst du sichtlich mit dem Bike, besonders beim Bremsen.

Ich versuche momentan nur, das Motorrad so schnell wie möglich zu bewegen. Ich fahre nicht sanft, weil das Motorrad eine unbeschreibliche Power hat. Ich spüre, dass ich viel lernen muss. Nicht nur, was die Kontrolle der Leistung betrifft, sondern auch, wie früh und wie heftig man Gas geben kann.  So wie Jorge es vormacht...

Musst du deinen Fahrstil ändern? Ist Lorenzo der Anhaltspunkt?

Im Moment habe ich das Problem, dass die MotoGP völlig anders ist als die Moto2. Ich bleibe deshalb in den Kurven zu lange auf der äussersten Seitenflanke des Reifens. Und ich berühre mit dem Ellbogen den Asphalt, wie ich es gewöhnt bin. Ich riskiere damit, dass ich jeden Tag einen Lederoverall zerstöre.
Am Dienstag habe ich einen in eineinhalb Stunden zerschlissen. Ich bekomme aber nicht zwei Neue pro Tag! Ich muss das Motorrad mit Hilfe der Körperkraft früher aufrichten; auch die Motorkraft und der Gasgriff müssen mir dabei helfen.

Ist es konditionell sehr anspruchsvoll?

Ich habe mich am Abend nicht müde gefühlt. Ich weiss nicht warum. In der Moto2 habe ich mich am Ende mancher Rennen ziemlich tot gefühlt.
Nach 72 Runden MotoGP habe ich mich hier nicht so gefühlt, als könnte ich nicht weiterfahren. Klar, ich war müde. Aber ich war nicht vollkommen kaputt. Vielleicht kommt die Müdigkeit erst nach dem Test über mich, wenn ich am Morgen nach dem dritten Tag erwache.

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