MotoGP-WM 2015: Avintia auf Ducati oder Yamaha?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Das spanische Avintia-Team wollte die Kawasaki-Vorhut für den MotoGP-Einstieg 2016 bilden. Aber die Motoren taugen nichts. Teamchef Raul Romero wil auf Ducati oder Yamaha umsteigen.

Ducati möchte nächstes Jahr gern weitere MotoGP-Kundenteams neben Pramac beliefern und zum Beispiel das aktuelle Pramac-Material an andere Teams liefern.

Gross ist die Auswahl an möglichen Kunden nicht, zumindest unter den existierenden Teams. Sicher ist: Das Avintia-Team von Raul Romero hat angefragt, es ärgert sich momentan mit dem FTR-Kawasaki-Material ab, das die Fahrer Héctor Barbera und Mike di Meglio zur Verzweiflung treibt. Der neue Motor mit dem pneumatischen Ventiltrieb ist nicht stärker als der alte, dafür wesentlich unzuverlässiger. Héctor Barbera hat 2014 erst zwei 15. Plätze eingefahren.

Raul Romero hat neben Ducati auch bei Yamaha angeklopft; er interessiert sich für die YZR-M1-Open-Class-Motoren, wie sie 2014 das Forward-Team (Aleix Espargaró und Colin Edwards) verwendet. Er könnte sie für 2015 wie Forward in seine existierenden FTR-Chassis einbauen.

Bevor sich der Avintia-Rennstallbesitzer entscheidet, möchte er das aktuelle Kawasaki-Gerümpel an einen Interessenten verkaufen.

Ein möglicher Kunde könnte das Schweizer Technomag-CarXpert-Team sein, das jetzt mit Domi Aegerter und Robin Mulhauser in der Moto2-WM fährt und von Fred Corminboeuf gemanagt wird.

Romero hatte gehofft, dass Kawasaki 2016 werkseitig wieder in die MotoGP-WM zurückkehrt. Aber bisher gibt es darauf keine konkreten Hinweise. Die Grünen sind Ende 2008 ausgestiegen und traten dann 2009 noch unter der Bezeichnung Hayate mit Marco Melandri inkognito an.

Ansonsten wird sich bei den Privatteams materialmässig 2015 nicht viel ändern. AB Cardion Motoracing macht mit Honda und Karel Abraham weiter, Drive M7 Aspar mit Honda, Ioadracing mit Aprilia, PBM Motorsport ebenfalls.

Aber Aegerter hat davon Wind bekommen, dass sein Teammanager Fred Corminboeuf mit der MotoGP liebäugelt. «Ja, ich habe diese Gerüchte gehört. Daraufhin habe ich sofort Technomag-Chef Olivier Métraux angerufen. Er wusste nichts davon. Danach war ich beruhigt...»

«Es ist nichts entschieden wegen MotoGP. Aber ich halte mir alle Türen offen», erklärte Fred Corminboeuf gegenüber SPEEDWEEK.com. «Besonders nach einem Moto2-Rennen wie in Assen.»

Da landete Domi Aegerter wegen eines misslungenen Reifenpokers auf Platz 21, Teamkollege Robin Mulhauser auf Rang 27.

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