Stefan Bradl: «Zwei Jahre bei Forward? Kein Problem!»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl auf der Forward-Yamaha in Valencia

Stefan Bradl auf der Forward-Yamaha in Valencia

Stefan Bradl trainiert seit einer Woche wieder eifrig für die kommende Saison, der MotoGP-WM-Neunte will sich rehabilitieren. Das Forward-Yamaha-Paket gefällt ihm.

Stefan Bradl (25) hat sich nach drei Jahren mit LCR-Honda in seinem neuen Team rasch eingewöhnt. Er geniesst die familiäre Atmosphäre bei NGM Forward Racing, hat regelmässig Kontakt zu Teamchef Giovanni Cuzari und ist überzeugt, in diesem neuen Umfeld nächstes Jahr wieder die erhofften Leistungen bringen zu können.

«Man merkt, dass sie wirklich happy sind, weil sie nach dem Abgang von Aleix Espargaró wieder einen guten Fahrer haben. Meine Entscheidungsfreiheit in technischen Fragen ist bei Crew-Chief Sergio Verbena viel grösser als bei LCR. Das lässt sich nicht vergleichen. Ich kann mehr bestimmen, was probiert werden soll und was nicht. Das tut mir im Kopf unheimlich gut. Der Umgang bei Forward ist einfacher und lockerer», sagt Stefan Bradl.

Stefan, in der Saison 2014 war zu beobachten, dass dein Selbstvertrauen nach den ersten Rennen schrittweise zerbröckelt ist. Wie kannst du es jetzt wieder aufbauen? Geht das nur mit Erfolgserlebnissen? Oder reicht der Tapetenwechsel?

Naja, die 1:39,5-min-Runde beim Jerez-Test mit Forward, das hat schon gut getan. Ich habe gespürt, wie zufrieden die ganze Truppe mit mir war. Sie haben schon gejubelt, als ich noch auf der Piste draussen war, hat mir mein Kumpel Manuel erzählt, der in der Box stand.
Wir waren gut unterwegs, aber es war erst der zweite richtige Testtag. Ich konnte mich mit dem Motorrad mehr und mehr anfreunden, ich habe das Team noch ein bisschen besser kennengelernt. Es war rundum positiv.
Es hat die Leistung gepasst, es hat das Betriebsklima gepasst, es hat die Arbeitsweise gepasst.
Mir gefällt auch, dass bei Forward die gesamte Elektronik-Geschichte mit Dirk Debus und Tex Geissler extra besprochen wird, das ist sicher sinnvoll und zielführend, wenn es für diese unterschiedlichen Bereiche unterschiedliche Ansprechpartner gibt. Crew-Chief Sergio kümmert sich vorrangig um die Hardware...

Von HRC hast du vor einem Jahr klar gehört, 2014 sei deine letzte Chance: Wenn du Dani Pedrosa nicht besiegst, sind deine Tage bei HRC gezählt?

Ja, so hat es mir HRC-Techniker Takeo im letzten November in Valencia mitgeteilt.

Du bist aber mit HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto immer noch in gutem Einvernehmen?

Ja, ich habe mich beim Valencia-Test bei ihm für die Unterstützung in den drei Jahren bedankt. Ich habe mit ihm noch einmal geredet, wir haben ein recht gutes Gespräch gehabt. Er hat sich erkundigt, wie die Yamaha war.
Ich wollte ihm zum Abschied noch einen Helm überreichen, den musste ich aber der IRTA unerwartet für einen wohltätigen Zweck überlassen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm nächstes Jahr einen überreiche, da hat er sich gefreut.

Forward ist sicher eine schlagkräftige Truppe. Aber beim Material musst du Abstriche machen? Jorge Lorenzo klagt regelmässig über zu wenig Top-Speed. Wird der Leistungsunterschied zur Werks-Honda auf einigen Strecken deutlich spürbar sein?

Wir werden beim Malaysia-Test im Februar sehen, wie gut wir dabei sind. Normalerweise mache ich mir keine grossen Sorgen. Dirk Debus war letzte Woche auf einer Schulung bei Yamaha in Japan. Er hat mir jeden Tag geschrieben, dass wir richtig gute Motoren kriegen.
Das Team hat auch festgestellt, dass ich beim Jerez-Test schneller war als Aleix Espargaró vor einem Jahr.
Irgendwie traue ich mir schon ähnliche Resultate zu, wie er sie 2014 erreicht hat.
Aber es wird nicht einfach, denn die Klasse hat sich wieder verändert. Die vier Open-Honda werden sicher stärker sein als 2014. Auch Ducati wird sich weiter verbessern. Mit Avintia hat Ducati erstmals ein echtes Open-Team mit Barbera. Suzuki und Aprilia kommen mit neuen Werksteams – mit vier starken Fahrern.
Ich habe mir die Liste beim Valencia-Test mal angeschaut. Die Kräfteverhältnisse werden sich ein bisschen verschieben. Nach den ersten zwei Sepang-Tests im Februar werden wir mehr wissen.

Du hast bei Forward einen Ein-Jahres-Vertrag, aber die Werksfahrer bei Yamaha, Honda, Ducati, Suzuki und Aprilia haben lauter Zwei-Jahres-Verträge. Eine richtige Werksmaschine könntest du erst 2017 wieder bekommen?

Das steht alles in den Sternen. Über 2016 mache ich mir vorläufig keine Gedanken... Ich bereite mich geistig auf zwei Jahre mit Forward-Yamaha vor. Damit habe ich überhaupt kein Problem.  

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