Valentino Rossi (Yamaha): «Ducati kann gewinnen»

Von Matteo Aglio
«Am Schluss wurde es noch ein guter Abend», stellte Valentino Rossi nach Platz 5 beim Katar-Test am Sonntag fest. Die beiden Ducati-Stars sind für ihn Sieganwärter.

Valentino Rossi schloss den sturzreichen Katar-GP (Lorenzo, Bradl, Smith und Co. stürzten) im Vorjahr auf Platz 2 hinter Marc Márquez ab. An den ersten beiden Testabenden am Samstag und Sonntag wurde der Movistar-Yamaha-Werkspilot nicht so richtig glücklich.

Gestern gelang Rossi immerhin die fünftbeste Zeit, am Samstag war er nach einem Sturz in Runde 3 nur an achter Position gelandet.

Dreimal hintereinander beteuerte Rossi gestern gegenüber den Journalisten denselben Satz: «Ich will nicht behaupten, dass wir zu einem gewissen Zeitpunkt am zweiten Abend zornig oder ausser uns waren, aber...»

Trotzdem war es ein harter Arbeitstag für den neunfachen Weltmeister. Hinterrad-Grip, hiess das Zauberwort, das seine Crew in Atem hielt.

Und: Die Ducati sind so beängstigend schnell.

So schnell, dass sie Rossi bereits beim Saisonstart unter die Sieganwärter einreiht.

«Absolut. Ja, Dovizioso und Iannone waren bisher nicht nur die Schnellsten hier an diesen zwei Tagen, sie sind auch mit gebrauchten Reifen schnell. Ich bin nicht viel hinter ihnen gefahren, ich kann ihre Stärken und Schwächen deshalb nicht so genau einschätzen. Aber sie sind stark unterwegs. Ihr Rennspeed ist sogar besser als der von Marc Márquez. Sie sind auch schneller als wir, wenn sie die harten Reifen benützen. Ihr Motorrad sieht nett aus...»

Valentino, es sieht so aus, als seien in der MotoGP-Klasse neue Sieganwärter dazu gekommen. Letztes Jahr gab es vier.

Ja, jetzt werden es zumindest sechs sein, wir vier von Honda und Yamaha, dazu die zwei Ducati.
Diesen Eindruck hatte ich schon am ersten Tag des zweiten Sepang-Tests, als ich die GP15 gesehen habe. Dieser Eindruck hat sich jetzt in Katar bestätigt. Das war der endgültige Beweis. Zehn Fahrer in 0,9 Sekunden, das ist atemberaubend und aufregend. Aber wenn du an dieser Aufregung teilhaben willst, musst du in dieser Spitzengruppe sein, das ist klar.

Was war das Problem bei dir am Sonntag?

Wir haben bei unserer Vorgangsweise, mit der wir die Probleme lösen wollen, einen Punkt erreicht, an dem neue Probleme aufgetaucht sind. Eigentlich waren wir auf der Suche nach Hinterradgrip...
Nur in den letzten 20 Runden haben wir am Sonntag ?ein besseres Set-up gefunden, das uns konstante Runden erlaubt hat. Ganz am Anfang waren wir gar nicht in den Top-Ten.
Schliesslich sind wir einige 1:55er-Runden gefahren. Ich war auch mit den harten Reifen schnell und im Rennspeed. Aber man muss sich bewusst sein, auf dieser Piste ändert sich die Situation von Woche zu Woche, weil die Abende bis Ende März wärmer werden...

Machen dir die Reifen Sorgen?

Der Hinterreifen, den wir hier letztes Jahr im Rennen benützt haben, das war jener, den Jorge nicht mochte, er war ein bisschen härter als der weiche in diesem Jahr. Der diesjährige weiche Hinterreifen ist zu weich für mich. Also habe ich die harte Mischung getestet, sie war nicht übel. Später haben wir auch für den weichen Reifen ein besseres Set-up gefunden. Wir reden immer vom Hinterreifen... Vorne benütze ich ständig den harten.

Wie hast du die richtige Richtung herausgefunden?

Wir haben einfach eine Pause gemacht und uns alles noch einmal in Ruhe angeschaut. Wir haben dann das bisherige Set-up mit einem neuen Setting vermischt.
Crew-Chief Silvano Galbusera hatte ein paar recht gute Ideen. Ich würde sagen, wir waren clever. Deshalb war es am Schluss noch ein guter Abend.

Testzeiten Katar, 15. März, 2. Tag (23 Uhr Ortszeit)

1. Andrea Dovizioso (I), Ducati), 1:54,907 min
2. Marc Márquez (E) Honda, + 0,184 sec
3. Andrea Iannone (I), Ducati), + 0,197 sec
4. Jorge Lorenzo (E), Yamaha, + 0,593 sec
5. Valentino Rossi (I), Yamaha, + 0,674 sec
6. Dani Pedrosa (E), Honda, + 0,675 sec
7. Cal Crutchlow (GB), Honda, + 0,717 sec
8. Bradley Smith (GB), Yamaha, + 0,741 sec
9. Pol Espargaró (E), Yamaha, + 0,751 sec
10. Karel Abraham (CZ), Honda, + 0,858 sec
11. Yonny Hernandez (COL), Ducati, + 0,865 sec
12. Aleix Espargaró (E), Suzuki, + 0,888 sec
13. Scott Redding (GB), Honda, + 0,896 sec
14. Maverick Viñales (E), Suzuki, + 0,903 sec
15. Héctor Barberá (E), Ducati, + 1,151 sec
16. Nicky Hayden (USA), Honda, + 1,197 sec
17. Mike di Meglio (F), Ducati, + 1,352 sec
18. Eugene Laverty (GB), Honda, +1,435 sec
19. Michele Pirro (I), Ducati, + 1,569 sec
20. Stefan Bradl (D), Yamaha, + 1,817 sec
21. Jack Miller (AUS), Honda, + 1,851 sec
22. Danilo Petrucci (I), Ducati +1,855 sec
23. Loris Baz (F), Yamaha, + 2,029 sec
24. Alvaró Bautista (E), Aprilia, + 2,366 sec
25. Alex De Angelis (RSM), ART-Aprilia, + 2,483 sec
26. Marco Melandri (I), Aprilia, + 3,075 sec

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