Ron Ringguth (Eurosport): «Sprung ins kalte Wasser»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
«Ich habe seit 31 Jahren einen Motorradführerschein, aber auf eine Rennmaschine brigt mich keiner», sagt Ron Ringguth. Ein Hinweis: Das Foto stammt aus Florida, dort besteht keine Helmpflicht.

«Ich habe seit 31 Jahren einen Motorradführerschein, aber auf eine Rennmaschine brigt mich keiner», sagt Ron Ringguth. Ein Hinweis: Das Foto stammt aus Florida, dort besteht keine Helmpflicht.

Ab Donnerstag sendet Eurosport erstmals seit 2008 live von der MotoGP-WM. «Wir werden nicht nur die deutsche Brille aufhaben», versichert Kommentator Ron Ringguth.

Am kommenden Donnerstag überträgt Eurosport in Deutschland erstmals seit dem Valencia-GP 2008 wieder live von einem Motorrad-GP. Ron Ringguth und Dirk Raudies werden aus der Kabine berichten, Alex Hofmann ist für die Interviews in der Boxengasse zuständig.

«Wir fliegen diesmal schon früher weg nach Doha, weil wir am Mittwoch ein, zwei Sachen proben, die wir bei Eurosport bisher noch nie gemacht haben. Eurosport hat die MotoGP-Rechte erstmals nur für drei Sprachversionen eingekauft, für Frankreich, für die Benelux-Länder und für Deutschland. Das ist logistisch für uns etwas Neues, deshalb wollen wir vor dem ersten freien Training am Donnerstag noch üben», schildert Ron Ringguth. «Wir haben quasi immer eine zusätzliche Kamera für Eurosport Frankreich in der Boxengasse und dazu eine, die sich Alex Hofmann von Eurosport Deutschland mit der Kollegin von Eurosport Benelux teilt, im Verhältnis ungefähr 70 zu 30 Prozent. So ist das geplant. Alex hat also 70 Prozent Zugriff auf diese Kamera. Damit Alex Hofmann nicht zu oft irrtümlich durch eine Fehlschaltung im niederländischen Programm auftaucht und die niederländische Kollegin nicht zu oft bei uns, wollen wir das vorher ein paarmal proben. Der Vorteil: Die Tonleitungen haben wir immer exklusiv. Alex kann sich also, auch wenn er die Kamera gerade nicht zur Verfügung hat, sofort live über die Tonleitung bei uns einklinken. Und es ist von Eurosport klar vorgegeben, dass wir bei extrem wichtigen Ereignissen Priorität haben.»

Alex Hofmann wird in der Boxengasse Interviews mit den deutschsprachigen Piloten führen und mit den Schnellsten jeder Klasse. Ringguth: «Wir machen kein Bradl-TV. Wenn die Deutschen nicht ganz vorne sind, werden wir nach wie vor an den Besten interessiert sein. Das hat Eurosport ganz klar vorgegeben. Aber wir haben durch diese neue Konstellation die Chance, mehr auf die deutschen Fahrer zu achten als je zuvor. Wir werden trotzdem nicht nur die deutsche Brille aufhaben. Das ist eine ganz klare Ansage.»

Eurosport wird aus Katar alle freien Trainings und die Rennen im Free-TV übertragen. Die ersten beiden Übersee-Rennen in Austin und Las Termas laufen dann freilich auf Eurosport2 im Pay-TV.

«Ich war seit dem Valencia-GP 2008 bei keinem Motorrad-GP», gibt Ringguth zu. «Ich war in dieser Zeit kein einziges Mal im Fahrerlager. Das gebe ich zu, auch wenn das gleich den nächsten Shitstorm auslöst. Ich habe gelegentlich mal ein Rennen geguckt. Aber ich bin kein Hardcore-Fan, sondern das MotoGP-Kommentieren ist für mich eine Arbeit. Es laufen genug Fans rum, die sich Journalisten nennen, ​weil sie einen Fotoapparat, einen Computer oder ein digitales Aufnahmegerät haben. Da gehöre ich nicht dazu. Ich würde auch nie zu einer WOK-WM fahren, wenn ich dort nicht fürs Arbeiten bezahlt würde. Bei Eurosport haben wir Alex Hofmann als Experten. Er wird in der Boxengasse Interviews führen und auch in Teilen des Fahrerlagers, das ist immer von der Funkstrecke abhängig. Er kann dort alles machen, also mit allen Leuten reden. Er ist durch seine Tätigkeit in den letzten Jahren von uns allen am nächsten am GP-Sport dran. Er wird auch als Experte manchmal seine Einschätzungen geben und sich nur nicht auf Interviews beschränken. Er ist der Mann, der durch die Sendung führt, der die Zuseher begrüsst und sie verabschiedet.»

In vielen Internet-Postings werden Ron Ringguth und Dirk Raudies für unfähig gehalten.

Aber Ringguth hat sich inzwischen einige Videoaufzeichnungen von 2014 angeschaut. «Ich wollte mich informieren, wie Sport1 die Grand Prix aus produktionstechnischer Sicht genau gemacht hat. Ich wollte auch sehen, wie dort kommentiert wurde. Ich gebe gerne zu, dass SPEEDWEEK.com in den letzten Monaten eine wichtige Informationsquelle geworden ist», erzählt Ringguth. «Da wir jetzt gleich im ersten Training auf Sendung gehen, werden wir wenig Zeit haben, uns in der Boxengasse und im Fahrerlager mal in Ruhe umzuschauen, wer sitzt auf welchem Motorrad, wie sehen die Maschinen aus, welcher Fahrer hat welches Helm-Design? Wir springen nach den sechs Jahren Pause sofort ins kalte Wasser. Es wird deshalb einige Rennen dauern, bis wir genau wissen, wie die Motorräder aussehen. Es wird das heitere Motorrad-Raten losgehen, wenn die Startnummern nicht zu erkennen sind... Wenn die Fahrer nur von hinten im Bild sind, müssen die Zuschauer mit uns zuerst einmal etwas Geduld haben.»

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