Casey-Stoner-Comeback: Mehr als nur Gerüchte?

Von Günther Wiesinger
Diese zwei MotoGP-Rentner und ehemaligen Repsol-Honda-Fahrer trafen sich in Barcelona: Casey Stoner und Sete Gibernau

Diese zwei MotoGP-Rentner und ehemaligen Repsol-Honda-Fahrer trafen sich in Barcelona: Casey Stoner und Sete Gibernau

Es gibt vielfältige Gründe, warum sich die Gerüchte über ein MotoGP-Comeback von Casey Stoner verdichten. Aber konkrete Hinweise existieren bisher nicht.

Da Casey Stoner (29) im dritten Jahr seiner freiwillig gewählten MotoGP-Pause wieder häufiger im Paddock erscheint, weil er weiterhin Honda-Testfahrer ist und erstmals auch am 8-h-Rennen in Suzuka teilnimmt, verstärken sich die Gerüchte, der Australier sei an einem Comeback in der Königsklasse interessiert.

Die punkto Erfindungsreichtum kaum zu übertreffenden italienischen Medien dichten Stoner sogar eine baldige Rückkehr zu Ducati an.

Bisher gibt es jedoch keine Indizien dafür, dass Casey Stoner für 2016 bei Ducati Corse seine Dienste als MotoGP-Fahrer angeboten haben soll.

Im Gegenteil: Der MotoGP-Weltmeister von 2007 (auf Ducati) und 2011 (auf Honda hat kürzlich klargestellt: «Ich bin ein Honda-Fahrer.»

Doch das Verhältnis zwischen Casey Stoner und und den HRC-Managern Nakamoto und Suppo hat sich abgekühlt, weil der Australier im April und Mai gerne die WM-Rennen in Austin, Las Termas und Jerez statt Dani Pedrosa (Unterarm-Operation am Karfreitag) im Repsol-Honda-Team absolviert hätte.

Doch Nakamoto und seine HRC-Kollegen gaben ihm einen Korb.

Der Besuch von Casey Stoner bei Lamborghini vor zwei Wochen mit anschliessender Testfahrt in Vallelunga und Zurverfügungstellung eines 630 PS starken Hurracán für eine Woche gab hingegen den Ducati-Gerüchten Nahrung, denn die Audi Group besitzt neben Lamborghini auch die Motorradmarke Ducati – seit rund drei Jahren.

Die Deutschen haben dafür rund 730 Millionen Euro hingeblättert.
Stoner bestritt die MotoGP-WM 2007, 2008, 2009 und 2010 für Ducati, er gewann für die Roten in dieser Ära 23 MotoGP-Rennen, nachher 15 weitere für Honda in den Jahren 2011 und 2012.

In seiner vor zwei Jahren erschiedenen Biographie liess Stoner allerdings kein gutes Haar an Ducati. Er warf Ducati-CEO Claudio Domenicali vor, er habe ihm während der Zwangspause im Sommer 2009 (Casey erlitt an einem Erschöpfungssyndrom, es wurde auch eine Laktose-Unverträglichkeit diagnostiziert) nicht ausreichend vertraut.

Bisher hat sich Stoner nicht konkret dazu geäussert, ob er sich 2016 nach drei Jahren Pause wieder eine komplette GP-Saison vorstellen kann. Er geht diesen Fragen aus dem Weg.

Kein Wunder, denn die starken Werksteams sind 2016 alle besetzt – von Honda über Yamaha bis zu Ducati und Suzuki.

Ducati Corse wird das Werksteam auch 2016 mit Dovizioso und Iannone besetzt sein, es könnte höchstens eine dritte Werks-Ducati GP16 bei Pramac in den Werksfarben eingesetzt werden.

Die Repsol-Honda-Bikes werden nächstes Jahr mit Márquez und Pedrosa bemannt sein. Nakamoto will seinem Superstar Márquez keinen Teamkollegen namens Stoner zumuten, um den Spanier nicht aus dem seelischen Gleichgewicht zu bringen.

Movistar-Yamaha hat für 2016 Jorge Lorenzo und Valentino Rossi unter Vertrag, Suzuki wird wieder mit Aleix Espargaró und Maverick Vinales aufmarschieren.

Aber mit 29 Jahren könnte Stoner auch bis 2017 warten. Dann werden alle Werksverträge erneuert, manche Fahrer (Pedrosa) werden zurücktreten, Ducati könnte sich dann einen Superstar wie angeln Lorenzo oder Stoner angeln – für Casey könnten sich dann einige Türen öffnen.

Und wenn Dani Pedrosa bereits Ende 2015 die Lust am Weiterfahren und am Schattendasein neben Marc Márquez verliert, könnte sich sogar für 2016 schon eine reizvolle Chance ergeben. Aber nicht vergessen: Wir bewegen uns hier auf dem Gebiet der Spekulation.

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