Exklusiv: KTM-Debüt 2016 beim Valencia-GP!

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Der KTM-Vorstandsvorsitzende Stefan Pierer will nicht bis 2017 warten. Die MotoGP-KTM RC16 wird spätestens 2016 mit einem Wildcard-Fahrer in Valencia in der WM debütieren.

KTM hat die MotoGP-Weltmeisterschaft einmal unterschätzt, das war vor elf Jahren. Heute verfügt KTM über mehr Manpower, mehr Knowhow, es werden inklusive Husqvarna inzwischen 180.000 Motorräder im Jahr verkauft, die Gewinne steigen und dadurch auch die Budgets.

Diesmal wird KTM Nägel mit Köpfen machen. Es wird ein Jahr lang getestet, 2016 wird es beim Österreich-GP in Spielberg eine grosse Teamvorstellung geben und dann einen professionellen Werksauftritt für die Saison 2017.

Der Heim-GP 2016 wird auch für alle KTM- und WP-Suspension-Mitarbeiter und die Fans in Orange genützt, die Mattighofener haben eine ganze Tribüne mit 10.000 Plätzen gekauft.

KTM-Firmenchef Stefan Pierer («Es gehört mehr Orange ins Fahrerlager») beantwortete gestern beim Valencia-GP die Fragen von SPEEDWEEK.com.

Stefan, beim MotoGP-Projekt wurde gegenüber der ursprünglichen Idee etwas geändert: Es gibt kein Semi-Werksteam wie in der Moto3-WM mit Red Bull-Ajo, sondern KTM steigt 2017 als eigenständiges Werksteam ein wie Honda, Yamaha, Ducati, Suzuki und Aprilia.

Ja, denn so ein Projekt muss man im Haus haben. Die Luft in der MotoGP-WM ist so dünn da oben, wenn du gegen die Japaner antrittst. Da muss man alles unter einem Dach haben. Wir haben mittlerweile ein gutes Team. Ich bin sehr zuversichtlich.

Kann KTM von den Kosten her gegen die anderen MotoGP-Hersteller mithalten? Oder ist man als europäischer Hersteller finanziell eingeschränkt?

Nein, bisher sind wir beim Budget sehr sauber unterwegs, es bewegt sich alles im Kostenrahmen. Aber beim Budget gibt es kein Limit.

Red Bull wird als Partner dabei sein?

Ja, davon gehen wir aus, es läuft alles sehr gut. Wir haben das Roll-out in Spielberg gemacht.

KTM verfolgt in der MotoGP-WM ehrgeizige Ziele. Du hast im Juli 2014 gesagt, man werde nicht wegen des olympischen Gedankens mitfahren.

Honda und Yamaha dürfen wir natürlich nicht als Benchmark nehmen. Aber Suzuki zu überholen, ist gleich einmal das erste Ziel.

In welchem Zeitrahmen?

Das muss in drei Jahren geschehen. Ja. Und ich glaube, dass wir zum Beispiel beim Motor relativ gut dabei sind. Wir haben jetzt 270 PS.

Wir fahren seit Juli auf dem Prüfstand. Die Motorleistung wird bei uns kein Thema sein.

Es gibt bei KTM auch bereits ein Seamless-Getriebe.

Ja, wir haben eine Zusammenarbeit mit x-Trak begonnen, das funktioniert sehr gut. Tadellos.

Mit Mika Kallio habt ihr einen starken Testfahrer engagiert.

Ja, das hat auch emotionale Beweggründe. Er ist in der 125er- und 250er-WM bei uns gross geworden. Er ist immer noch schnell, ein guter Testfahrer. Das ganze Projekt steht unter einem guten Teamspirit.

Und was die Fahrer für 2017 betrifft: Wenn du ein gutes Package hast, melden sich die Leute.

Bis wann muss KTM zeigen, dass man ein gutes Package hat? Im Juni oder Juli 2016 werden die Transferhandlungen mit den MotoGP-Piloten bereits auf dem Höhepunkt sein.

Absolut. Das müssen wir im ersten Halbjahr zeigen.

Wir werden Ende November 2015 noch hier in Valencia testen. Dann haben wir bereits Vergleichswerte. Das Roll-out war schon ein Dauerlauf. Wir sind auf dem Red Bull-Ring fast 600 km gefahren.
2016 geht dann die volle Testsaison los.

In zwei Wochen werden wir beim Valencia-Test schon die ersten Benchmark-Zeiten vom GP-Finale als Vergleich haben.

Bisher hiess es immer, 2016 wird kein Wildcard-Einsatz klappen. Du willst aber bereits 2016 eine Standortbestimmung haben?

Ja, das haben wir jetzt mit Dorna-Chef Ezpeleta bereits vereinbart. Wir werden 2016 in Valencia einen Wildcard-Einsatz absolvieren.

Sollten wir vorher bereit sein, könnten wir auch vorher jederzeit fahren. Aber Valencia passt genau ins Programm. Bis dahin haben wir jetzt ein Jahr Zeit. Dann können wir erstmals auftreten.

KTM wird dann den Wildcard-Einsatz mit Mika Kallio bestreiten?

Kallio ist Testfahrer. Wir werden bei den Fahrern sicher aufrüsten und im ersten Halbjahr 2016 einen Fahrervertrag abschliessen.

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