Ein MotoGP-Team weniger: Iodaracing fährt Superbike

Von Ivo Schützbach
Iodaracing-Chef Giampiero Sacchi

Iodaracing-Chef Giampiero Sacchi

In letzter Minute haben sich Iodaracing-Chef Giampiero Sacchi und Aprilia über den Einsatz von zwei RSV4 in der Superbike-WM 2016 geeinigt. Damit schrumpft das MotoGP-Feld auf 21 Fahrer.

Dienstagabend fanden die finalen Verhandlungen zwischen Iodaracing und Aprilia statt. Jetzt steht fest: Das Team wird sich aus der MotoGP-Klasse zurückziehen und stattdessen zwei Aprilia RSV4 in der Superbike-WM einsetzen.

Aprilia fand nach der letzten Saison keinen Partner für Superbike, weil die interessierten Teams die Forderungen für überzogen hielten und sich der Hersteller aus Noale auf MotoGP konzentriert. Vor einer Woche kam Iodaracing ins Gespräch. Das italienische Team von Giampiero Sacchi kämpft in der MotoGP-WM seit Jahren ums Überleben und hat der Reihe nach Geldgeber wie Came und Octo verloren.

Promoter Dorna, Besitzer der kommerziellen Rechte an der Superbike- und MotoGP-WM, will alle notleidenden MotoGP-Teams loswerden, mit Forward, AB Motoracing und PBM gelang dies bereits. Weil die spanische Agentur in der Superbike-WM unbedingt ein Aprilia-Team am Start haben will, wurde eine Lösung mit Sacchi angestrebt.

Iodaracing wird 2016 zwei RSV4 einsetzen, die Fahrerfrage ist offen. Alex De Angelis ist nach seinem schweren Unfall in Motegi letzten Oktober nicht richtig fit. Superstock-1000-Champion Lorenzo Savadori hat einen Aprilia-Vertrag und würde gerne fahren. Der Spanier Efren Vazquez besitzt mit Iodaracing einen Vertrag für die Moto2-WM, es ist aber ungewiss, ob das Team mit dem Superbike-Deal auch in Moto2 vertreten sein wird. Vazquez könnte auch Superbike fahren, wird aber wegen der geringen Körpergröße kaum in Frage kommen. Nun klopfte auch Ayrton Badovini bei Iodaracing an und fragte nach einem Job. Nach der Trennung von M&T Racing sowie BMW fand Badovini für 2016 bislang kein Team.

Sacchi erhielt von Aprilia die Zusicherung, dass die hauseigene APX-Elektronik weiterentwickelt wird. Da es in der MotoGP-WM 2016 eine Einheits-ECU von Magneti Marelli gibt, hat Aprilia Kapazitäten frei und stellt Iodaracing drei Elektronikexperten.

Iodaracing Aprilia will ab dem Saisonstart in Australien Ende Februar dabei sein, der erste Superbike-Test soll die kommenden Tage in Mugello stattfinden. Vor dem Deal versicherte sich Iodaraciung der Unterstützung der Dorna sowie des italienischen Fernsehens.

Mit zwei Fahrern auf Aprilia sehen wir in der Superbike-WM 2016 sieben Hersteller und 24 Piloten.

Das MotoGP-Feld schrumpft durch den Weggang von Iodaracing auf 21 Fahrer.

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