MotoGP-WM 2017: Findet Suzuki ein Kundenteam?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Maverick Vinales auf Suzuki: Bleibt es auch 2017 bei nur zwei GSX-RR-Bikes im Feld?

Maverick Vinales auf Suzuki: Bleibt es auch 2017 bei nur zwei GSX-RR-Bikes im Feld?

Da der 24. MotoGP-Startplatz für 2017 nicht vergeben wird, bietet sich für Suzuki momentan kein Kundenteam an. Selbst bei Ducati bietet sich bisher keines der vier Teams an.

Die Tatsache, dass auch im nächsten Jahr in der MotoGP-Klasse nur 23 MotoGP-Fahrer in zwölf Teams antreten werden und der freie 24. Platz durch das Selektions-Komitee (zusammengesetzt aus Funktionären von FIM, Dorna, IRTA) nicht besetzt wurde, bedeutet nicht, dass es bei den Teams nicht zu Verschiebungen hinsichtlich der Hersteller kommen kann.

Sito Pons und sein spanisches Páginas Amarillas-Team standen auf der Pole-Position für den 24. und zusätzlichen Platz, der aber jetzt für einen späteren Zeitpunkt frei gehalten wird. Auch Forward, CarXpert und Leopard Racing wurden vertröstet.

Denn momentan war kein Werk von der Idee begeistert, ein zusätzliches Team auszurüsten.

Für 2018 hat aber zum Beispiel KTM schon klar deklariert, dass in der zweiten MotoGP-Saison der Österreicher durchaus en zusätzliches Team ausgestattet werden soll.

Ajo Motorsport hat diesmal keine Bewerbung eingereicht. «Ich warte, bis einer meiner Partner Interesse an der MotoGP zeigt», erklärte Aki Ajo, der in der kleinsten Klasse (125 ccm/Moto3) schon drei WM-Titel gewonnen hat und 2015 mit Johann Zarco auf Anhieb in der Moto2-WM triumphierte.

Auch die Neueinsteiger Suzuki und Aprilia könnten 2018 je ein Kundenteam mit Material versorgen.

Während Aprilia mit der neuen RS-GP 16 noch mitten in der Entwicklung steckt, kämpft Suzuki bereits um Top-3-Plätze, Maverick Vinales und Aleix Espargaró halten sich in der WM unter den Top-6.

Diese Situation könnte durchaus Interesse bei einem existierenden Team wecken und zu einem Markenwechsel führen.

Yamaha hingegen beteuert, man habe mit vier Bikes (zwei bei Movistar, zwei bei Tech3) die ideale Anzahl, dabei wird es auch 2017 bleiben.

Bei Honda heisst es, man könnte bestenfalls fünf Motorräder einsetzen, diese Anzahl ist bereits erreicht – zwei bei Repsol, zwei bei Marc VDS, eines bei LCR.

Suzuki und Aprilia haben nur die beiden Werksteams im Einsatz.
Ducati hingegen rüstet gleich acht der insgesamt 23 Fahrern mit Desmosedici-Rennmaschinen aus. Ducati Corse vertraut auf Dovizioso und Iannone mit den 2016-Maschinen, die GP15 wird bei Pramac (Redding, Petrucci) verwendet, Avintia (Barbera, Baz) und Power Electronics Aspar (Laverty, Hernandez) fahren mit zwei Jahre alten GP-14.2-Modellen.

Das heisst: Wenn zum Beispiel Suzuki die Anzahl der Bikes auf der Piste für 2017 vermehren will, wäre das Aspar-Team von Jorge Martinez ein logischer Übernahmekandidat. Denn «Aspar» Martinez hat in den letzten vier Jahren drei verschiedene Fabrikate eingesetzt: 2013 noch Aprilia, dann zwei Jahre Honda, jetzt Ducati.

Der vierfache Weltmeister ist also recht flexibel bei der Markenwahl.
Aber nach den jüngsten Top-Ten-Plätzen von Eugene Laverty fühlt sich Martinez bei Ducati gut behandelt, Avintia-Teamchef Raul Romero ebenfalls.

Natürlich könnte zum Beispiel auch das Marc VDS-Team ein Angriffspunkt werden. «Wir haben einen Drei-Jahres-Vertrag mit HRC», winkt Teamprinzipal Michael Bartholemy ab.

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