Andrea Iannone: «Ich bin der stärkste Ducati-Fahrer!»

Von Manuel Pecino
MotoGP
Die Ducati sieht grossartig aus, wenn ich sie fahre, ich mache den Unterschied!

Die Ducati sieht grossartig aus, wenn ich sie fahre, ich mache den Unterschied!

Andrea Iannone ist überzeugt, dass er der stärkste Ducati-Pilot im MotoGP-Feld ist und erklärt selbstbewusst: «Das Bike sieht grossartig aus, wenn ich es fahre, ich mache den Unterschied!»

«Ich bin vielleicht der Fahrer, der die ganze Zeit crasht, aber ich bin auch der Schnellste und Stärkste auf diesem Bike», betont Ducati-Pilot Andrea Iannone, der seine Worte nicht klarer hätte wählen können. Gerichtet sind sie direkt an die Ducati-Entscheidungsträger, die Andrea Dovizioso als zweiten Piloten neben MotoGP-Star Jorge Lorenzo für die Saison 2017 wählten.

Als der Wechsel des Yamaha-Stars zum italienischen Werksteam bekannt wurde, bestätigte Ducati auch, dass der zweite Pilot neben dem fünffachen Weltmeister einer der beiden Schützlinge mit dem gleichen Vornahmen werden würde. Die Entscheidung hätte eigentlich nach dem so wichtigen Heimspiel in Mugello getroffen werden sollen, doch aus unerklärlichen Gründen wurde die Vertragsverlängerung von Andrea Dovizioso schon vor dem Italien-GP kommuniziert.

Iannones Enttäuschung war natürlich gross, denn der Italiener ist überzeugt, dass er schneller als sein Teamkollege ist. Nach vier Ducati-Jahren und dem fünften Gesamtrang im vergangenen Jahr hatte er mehr Vertrauen von den Ducati-Chefs erwartet. Im «offiziellen Statement» ist davon aber nichts zu spüren. «Die vergangenen vier Jahre bei Ducati waren überwältigend und ich habe mich sehr geschätzt gefühlt. Ich wurde seit meiner Anfangszeit beim Pramac-Team grossartig unterstützt und das waren zwei richtig gute Jahre, die ich auf dieser schönen und positiven Reise erleben durfte.»

«Natürlich gibt es immer auch Dinge, die einem zu schaffen machen, etwa wenn du zu verstehen versuchst, was das Beste für dich und nicht für die Leute um dich herum ist. Wenn man die richtigen Ergebnisse sehen will, muss man ab und zu innehalten und darüber nachdenken, wie man seine Ziele in Zukunft umsetzen kann. Deshalb bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, jetzt geht es darum, die Saison gemeinsam mit Ducati in einer guten Position zu beenden», heisst es in Iannones offiziellem Statement weiter.

Im Fahrerlager von Assen, wo die Ducati einen starken Eindruck hinterliessen – auch wenn sich das am Ende nicht in den Ergebnissen widerspiegelte – schlug Iannone weitaus kritischere Töne an: «Mein Fahrstil ist derzeit zu ermüdend. In der MotoGP kann man nicht über 26 Runden seine ganze Kraft einsetzen. Wir brauchen ein einfacheres Bike, dass uns gute Rundenzeiten erlaubt, ohne dass wir uns verausgaben müssen. Das ist derzeit unser Hauptproblem, das Motorrad ist zu schwierig, wenn wir viele Richtungswechsel haben, es ist zu schwer.»

Der zehnte Gesamtrang, den Iannone derzeit belegt, lässt nicht erahnen, in wie vielen Grands Prix der 26-Jährige eine entscheidende Rolle gespielt hat – wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Beim Saisonauftakt in Katar crashte er in der vierten Runde nach einem atemberaubenden, aber auch unnötigen Duell mit seinem Teamkollegen Dovizioso. In Argentinien geriet er erneut mit seinem Teamkollegen und Landsmann zusammen, diesmal räumte er Dovizioso zwei Kurven vor dem Ziel ab. Was ein Meilenstein in der Geschichte des Teams hätte werden können, endete wegen Iannones aggressivem Vorgehen gegen seinen Teamkollegen in einem Desaster.

Das entsprach so gar nicht der Vorgehensweise, die Ducati den eigenen Piloten im Falle eines Zusammentreffens im Rennen vorschrieb. Und damit nicht genug: Der nächste Zwischenfall, der Iannone viel Kritik einbrachte, ereignete sich mit dem künftigen Ducati-Zugpferd Jorge Lorenzo, den er in Barcelona von der Strecke räumte. Iannone wurde daraufhin von der Rennleitung ans Ende der Startaufstellung versetzt. «Ja, wir hatten viel zu tun, um die Ducati zu verbessern, aber es wäre sicher hilfreich gewesen, wenn wir weniger Fehler gemacht hätten», räumt Iannone denn auch unumwunden ein.

Zeit für einen Tapetenwechsel

Iannone betont: «Die Ducati ist kein einfaches Bike. Von aussen sieht es vielleicht so aus, als ob ich der Fahrer bin, der einfach nur die ganze Zeit crasht, aber letztlich bin ich auch der Stärkste und und Schnellste auf diesem Bike. Die Ducati sieht grossartig aus, wenn ich sie fahre, ich mache den Unterschied! Ich weiss nicht, ob ich in der Lage bin, das Ganze noch besser hinzubekommen, aber nach vier Jahren, in denen wir immer wieder irgendwelche Probleme hatten, ist die Zeit reif für einen Wechsel. Ich hatte die Chance, das in die Wege zu leiten und dachte mir, dass es eine positive Sache sein würde, denn nach einigen Jahren brauchst du einfach einen Tapetenwechsel.» Das klingt, als hätte Iannone den Ducati-Wegzug selbst entschieden...

Bei seinem neuen Brötchengeber Suzuki erwartet Iannone ein konkurrenzfähiges Bike und den Status des Nummer-eins-Piloten – etwas, was ihm Ducati immer verwehrt hatte. «Ich weiss nicht, was ich voraussetzen kann, ich stelle mir vor, wie ich in blau aussehe, denn das ist die Farbe des Teams», scherzt Iannone, als er nach seinen Erwartungen für das nächste Jahr gefragt wird. Etwas ernster fügt er an: «Ich glaube, wir können dank meines Siegeswillen auch weit kommen. Es hat zwar seine Vor- und Nachteile, wenn man unbedingt gewinnen will. So meistert man gewisse Situationen vielleicht nicht so, wie man es machen sollte, wenn man unbedingt gewinnen will. Doch ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam viel erreichen werden. Suzuki ist derzeit in guter Form, sie haben einen grossen Schritt nach vorne gemacht.»

Bei Suzuki wird Iannone keinen Altmeister mehr an seiner Seite haben. Im Gegenteil, mit Alex Rins startet ein MotoGP-Rookie auf der zweiten Maschine neben ihm. «Er ist jung, stark und Suzuki hat die richtige Entscheidung getroffen, denn er gehört in die MotoGP», erklärt der Rennfahrer aus Vasto.

«Ich habe mich mit ihm unterhalten, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Ich glaube, er wird in Zukunft ein guter Fahrer, denn das Bike ist seit Maverick Viñales' Suzuki-Ankuft besser geworden. Er hat mit mir auch einen erfahrenen Teamkollegen, der schon vier MotoGP-Jahre absolviert und sich in dieser Zeit stark verbessert hat. Er kommt aus der Moto2 und wird sich sicher schnell an die grösste Klasse anpassen und entsprechend verbessern können. Ich hoffe, nicht allzu schnell! Ich denke, wir werden eines der besten MotoGP-Teams der Saison werden», fügt Iannone an.

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