Spritmangel bei Paulin: Titelverteidiger ging leer aus

Von Thoralf Abgarjan
Motocross der Nationen
Bis zum letzten Rennen des Tages befanden sich die Franzosen trotz erheblicher Probleme auf Podiumskurs. Als Gautier Paulins Yamaha auch im letzten Rennen zu qualmen begann, deutete sich das folgende Unheil bereits an.

Fünfmal in Folge haben die Franzosen das Motocross der Nationen gewonnen. Dieses Jahr aber sah sich die Grande Nation einer niederländischen Übermacht gegenüber.

Dazu kamen Streitereien im Vorfeld: Die US-Legionäre, Marvin Musquin und Dylan Ferrandis, wurden von der französischen Föderation für den Nationalkader gar nicht erst angefragt. Mit Gautier Paulin, Romain Febvre und dem MX2-Shooting-Star des Jahres, Tom Vialle, waren die Franzosen zunächst wieder brillant aufgestellt. Wie in den Vorjahren hatten sie das Luxusproblem, dass sie sich sogar leisten konnten, einem Weltklassemann wie Marvin Musquin die kalte Schulter zu zeigen.

Dann verletzte sich Febvre. Dazu kamen Streitigkeiten mit KTM wegen eines Sponsorenstickers auf Vialles Renntrikot. Vialle wurde kurzerhand durch Maxime Renaux ersetzt. Schon letztes Jahr musste die französische Föderation, nachdem sie sich mit Musquin verkracht hatte, auf Jordi Tixier ausweichen. Natürlich ist Tixier als ehemaliger MX2-Weltmeister kein Hinterbänkler, aber reicht das, um gegen Jeffrey Herlings, Glenn Coldenhoff und Calvin Vlaanderen im Sand bestehen zu können?

Die Auslosung der Startplätze war für die Franzosen mit Gate #29 eine Katastrophe. Glück im Unglück: Fast alle Favoriten hatten schlechte Startplätze gelost - geteiltes Leid. Sie qualifizierten sich am Samstag auf einem mäßigen 7. Platz.

Bereits im ersten Rennen am Sonntag lief es nicht nach Plan. MXGP-Star Gautier Paulin rangierte auf Platz 6 als seine Yamaha Rauchzeichen abgab. Paulin ließ sich davon nicht beeindrucken, heizte seiner Yamaha weiter ein und beendete das Rennen auf Rang 5, während MX2-Starter Maxime Renaux nach zahlreichen Problemen auf P18 ins Ziel kam.

Im zweiten Rennen kam es dann faustdick: Maxime Renaux startete gut in den zweiten Lauf, stürzte, fiel auf P20 zurück und kämpfte sich immerhin auf Rang 17 zurück. In der letzten Runde gab seine Honda auf. Renaux erreichte das Ziel nicht und wurde auf P30 gewertet. Damit hatten sich die Franzosen ein sicheres Streichresultat eingehandelt.

OPEN-Starter Jordi Tixier wuchs in diesem Rennen über sich hinaus und überquerte auf Rang 6 die Ziellinie.

Vor dem entscheidenden dritten Lauf lag Frankreich noch auf Platz 2 vor dem belgischen Team. «Jetzt geht es um alles oder nichts», erklärte Paulin am Start zum letzten Rennen des Tages.

Paulin rangierte auf Rang 10, Tixier kämpfte sich von Rang 33 in der ersten Runde immerhin auf Rang 17 nach vorne. Und wieder begann Paulins Yamaha zu qualmen. Paulin prügelte sein Gerät weiter volle Pulle durch den Tiefschlamm, bis ihm in der letzten Runde der Sprit ausging. Bitter enttäuscht schob Paulin sein Bike zurück an die Box.

Paulin wurde mit Rundenrückstand noch auf P23 gewertet, aber damit war das mögliche Podium verloren.

In Assen ging es um alles oder nichts. Diesmal hatten die Franzosen einfach kein Glück. Zwei Ausfälle beim Motocross der Nationen sind mindestens einer zu viel.

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