Nach Kritik von Hamilton/Verstappen: Das sagt GP-Veteran David Coulthard
Sie haben zusammen elf Fahrer-WM-Titel gewonnen: Lewis Hamilton (7) und Max Verstappen (4). Beide sind mit den neuen GP-Rennwagen nicht happy. Ex-F1-Pilot David Coulthard kann das gut verstehen.
Die beiden Formel-1-Stars Lewis Hamilton und Max Verstappen lassen sich den Mund nicht verbieten. Sie haben beide offen darüber gesprochen, was sie mit den 2026er Autos fühlen.
Ferrari-Ass Hamilton hat in Bahrain gesagt: «Diese Fahrzeug bauen weniger Haftung auf, an der Vorderachse, an der Hinterachse, sie sind kürzer und leichter, und es fällt mir leichter, ein ausbrechendes Auto abzufangen. Das macht schon Spass, ein wenig wie Rallye. Aber es fühlt sich an, als wären wir langsamer als die Formel-2-Autos.»
Hamilton: «Als bräuchte man einen Doktortitel»
Der 105-fache GP-Sieger sprach über die ganzen neuen Werkzeuge wie aktive Aerodynamik und Boost-Knopf, der Fahrer hat zweifelsohne mehr zu tun. Lewis bestätigt: «Die meisten Leute werden das nicht durchschauen. Es ist so komplex, wirklich, es ist geradezu lächerlich kompliziert. Neulich sass ich in einem Meeting, und sie haben uns das alles erklärt, und es fühlt sich an, als bräuchte man einen Doktortitel, um das vollständig zu verstehen.»
«Du musst dich schon umstellen. Wir fahren viele Kurven in niedrigen Gängen, um so effizient wie möglich die Batterie zu laden. Wir drehen dafür ziemlich hoch, und in Barcelona war es selbst in einer Quali-Runde nötig, 600 Meter lang vom Gas zu gehen, um Batterie zu laden. Also Rennsport ist das nicht. Hier auf dem Bahrain International Circuit ist das nicht notwendig, weil wir hier viele Bremszonen haben.»
Verstappen: «Das fühlt sich nicht wie Formel 1 an»
Und Max Verstappen fand: «Diese Autos machen ehrlich gesagt nicht viel Spass. Ich würde sagen, das richtige Wort ist Management. Als Fahrer fühlt es sich nicht so sehr nach Formel 1 an. Es fühlt sich an wie Formel E auf Steroiden.»
Der 246-fache GP-Teilnehmer David Coulthard kann die Einwände von Hamilton und Verstappen verstehen. Der 54-jährige Schotte sagt bei talkSPORT: «Ich kann ihren Frust nachvollziehen, weil ihnen ein Element dessen fehlt, was sie zuvor hatten.»
Coulthard: «Ich kann ihren Frust verstehen»
«Mir fällt dazu dieser Vergleich ein: Wenn ich Ihnen ein iPhone 3 schenken würde – selbst wenn es fabrikneu wäre – würden Sie mir nicht dafür danken, weil es halt ein bisschen weniger leistungsfähig ist.»
«Aber unterm Strich, wenn die Formel-1-Startampel ausgeht und es ums Rennen geht, dann werden die besten Fahrer das Potenzial all dieser neuen Technik auch am besten ausschöpfen, da bin ich mir ganz sicher.»
«Gewiss, beim Autosport-Weltverband FIA werden sie ein wenig mit den Zähnen knirschen, wenn die Fahrer offen ihre Meinung sagen, was natürlich als negativ ausgelegt werden können. Und auch die Rechte-Inhaber Liberty Media sähen es wohl lieber, wenn die Fahrer gar nichts sagen würden statt etwas Negatives. Fakt jedoch ist – schlechte Werbung gibt es nicht auf der Welt. Die neue Formel 1 gibt zu reden, und das macht alles interessant.»
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