Gespann-WM: Perfektes Comeback von Adriaenssen

Von Axel Koenigsbeck
Motocross-Gespann-WM
Ben Adriaenssen mit Beifahrer Lauris Daiders

Ben Adriaenssen mit Beifahrer Lauris Daiders

Mit einem nie gefährdeten Doppelsieg meldete sich Motocross-Gespann-Doppelweltmeister Ben Adriaenssen nach seiner Verletzungspause eindrucksvoll zurück. Auch sein neuer Beifahrer Lauris Daiders lief zu Höchstform auf.

Schon in der Qualifikationsrunde zum WM-Auftakt im niederländischen Oss ließ Ben Adriaenssen keinen Zweifel daran, dass er seinen dritten Titel im Visier hat. Den belgischen Doppelweltmeister hatte im letzten Jahr ein kapitaler Sturz beim Deutschland-GP in Schopfheim aus dem Rennen geworfen. Sein damaliger Beifahrer Ben van den Bogaart hatte im Zweikampf mit den Hauptgegnern Etienne Bax/Kaspars Stupelis versucht, deren Gespann aus der Spur zu ziehen. Dummerweise ging der Schuss jedoch nach hinten los.

Adriaenssens Comeback war nun mit Stupelis als neuem Beifahrer geplant. Doch der Lette zog sich gleich zu Beginn der Saison einen Kreuzbandriss und Meniskusschaden zu und fällt damit für den Rest der Saison aus. Als Ersatz konnte das Team Adriaenssen Lauris Daiders gewinnen. Als Beifahrer seines Bruders Janis hatte der Lette seit Mitte 2013 keine WM-Läufe mehr bestritten, nachdem er wegen Dopings für ein Jahr gesperrt worden war. Danach war das Brüderpaar, zuvor Vizeweltmeister und zweimal Deutscher Meister, nicht wieder auf internationaler Ebene angetreten.

Obwohl Daiders nach der überraschenden Offerte von Adriaenssen nicht so fit wie zum plötzlichen Ende seiner damaligen Karriere war, schlug er sich in Oss hervorragend. Das neu formierte Duo setzte sich in beiden Starts sofort an die Spitze und fuhr bald ungefährdet auf Sieg. Daniël Willemsen/Peter Beunk kamen weniger gut vom Startgitter weg und mussten zunächst kämpfen, um sich in die Verfolgerposition zu bringen. Im zweiten Durchgang schien der Multi-Champion auf Schlagdistanz zu Adriaenssen aufzuholen. Doch dann fuhr er sich in den tückischen Sandspuren kurzzeitig fest, und die Sache war gelaufen. Im ersten Rennen hatte ein in der Vorderradführung festgeklemmter Stein jede Siegchance für Willemsen verhindert.

Dritte wurden in beiden Rennen Stuart Brown/Josh Chamberlain. Den britischen Routiniers hatten die Belgier Jason van Daele/Tim Smeuninx und ihr junger Landsmann Marvin Vanluchene, neuerdings mit dem Letten Haralds Kurpnieks im Boot, nichts entgegen zu setzen. Neben Koen Hermans/Kenny van Gaalen und den tschechischen Cermak-Brüdern setzten sich auch Andreas Clohse/Christian Verhagen gut in Szene. Wenngleich die derzeitigen DM-Führenden nach dem zweiten Lauf nicht ganz zufrieden waren. «Ich habe eine falsche Spur erwischt. Da sind wir auf die Fresse geflogen», so Clohse.

Deutlich schlechter sah die Bilanz für die deutschen Teams aus. Marcel Faustmann/Andreas Haller und das Brüderpaar Reimann kollidierten in der Qualifikationsrunde, die Reimänner stürzten danach ein weiteres Mal. Sebastian Engelbrecht/Andreas Hegewald und Adrian Peter/Andy Schlinnertz fehlte das Tempo. Dagegen konnten sich Tobias Blank/Michael Klooz und Silvio Senz/Stefan Nicke ohne den Umweg über das Last-Chance-Rennen qualifizieren. Doch taten sich beide Teams in den tiefen Spuren schwer und blieben punktelos. Blank stoppte ein defektes Hinterradlager im ersten Lauf schon nach fünf Runden.

Auch Benjamin Weiss/Patrick Schneider mussten hart kämpfen. Nach einer Havarie in der Qualifikation konnten sich die Österreicher im Last-Chance-Rennen als Zweite behaupten. Doch im zweiten Lauf fuhren sie sich fest, verpassten damit die Punkteränge und brachten mit ihrer kurzzeitigen Havarie zudem unverschuldet Blank in die Bredouille.

Richtig gut hätte es für die Schweizer Andreas Bürgler/Martin Betschart laufen können. Nach dem neunten Rang im ersten Lauf schien beim zweiten Einsatz noch mehr möglich. Doch kurz vor der Zielflagge streikte die Antriebskette. Ihre französischsprachigen Landsleute Christophe und Maxime Cuche blieben komplett punktelos.

Nicht anders erging es den französischen Favoriten Valentin Giraud/Nicolas Musset. Schon in der Qualifikation streikte die Kupplung der Vizeweltmeister. Das Desaster setzte in den Rennen fort: In beiden Läufen fielen sie nach vielversprechenden Aufholjagden aus. Auch Jan Hendrickx/Ben van den Bogaart blieben wegen eines Motordefektes im ersten Lauf punktelos. Der zweite GP findet am 7./8. Mai im tschechischen Kramolin statt.

Motocross-Gespann-WM Oss/NL:

1. Lauf: 1. Adriaenssen/Daiders (B/LV), WSP-Husqvarna. 2. D.Willemsen/Beunk (NL), WSP-Zabel. 3. Brown/J.Chamberlain (GB), WSP-Zabel. 4. Vanluchene/Kurpnieks(B/LV), VMC-Zabel. 5. Van Daele/Smeuninx (B), WHT-Husqvarna. 6. Cermak/Cermak (CZ), WSP-Mega. 7. Hermans/Van Gaalen (NL), VMC-Zabel. 8. Clohse/Verhagen (B/NL), WSP-Zabel. 9. Bürgler/M.Betschart (CH), VMC-KTM. 10. Bax/Bax (NL), WSP-Yamaha. 11. Visscher/Visscher (NL), VMC-Zabel. 12. Veldman/J. Van der Putten (NL), WHT-Husqvarna. 13. Sanders/Bijenhof(B/NL), WSP-Zabel. 14. Santermans/Mucenieks(B/LV), WSP-KTM. 15. Rodionov/Linters (RUS/LV), WSP-Zabel. 16. Wilkinson/Kirwin (GB), WHT-Zabel. 17. Van Duijnhoven/Sloot (NL), VMC-Zabel. 18. Varik/Mill (EST), WSP-Zabel. 19. Weiss/Schneider (A), VMC-Zabel. 20. Mulders/Van der Venne (NL), WSP-Zabel.

2. Lauf: 1. Adriaenssen. 2. D.Willemsen. 3. Brown. 4. van Daele. 5. Jan Hendrickx/van den Bogaart (B/NL), WSP-Husqvarna. 6. Vanluchene. 7. Hermans. 8. Cermak. 9. Bax. 10. Van Werven/S. van der Putten (NL), WSP-TM. 11. Sanders. 12. Clohse. 13. Jarvis/Nilsson (GB/S), WHT-KTM. 14. Mulders. 15. Van Duijnhoven. 16. Veldman. 17. Santermans. 18. Goeyvaerts/Maas (B), VMC-Zabel. 19. Varik. 20. Visscher.

WM-Stand nach 2 von 22 Läufen: 1. Adriaenssen 50 Punkte. 2. D.Willemsen 44. 3. Brown 40. 4. Van Daele 34. 5. Vanluchene 33. 6. Hermans u. Cermak je 28. 8. Bax 23. 9. Clohse 22. 10. Sanders 18. 13. Bürgler 12. 24. Weiss 2.

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