Stefan Bradl: «Ein spürbarer Unterschied zu MotoGP»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Stefan Bradl

Stefan Bradl

Bereits nach zwei Testtagen ist klar: Stefan Bradl und die überwiegend niederländische Crew des zukünftigen Red-Bull-Honda-Teams liegen auf einer Wellenlänge.

Stefan Bradl fuhr in seinen fünf MotoGP-Jahren für LCR Honda, Forward Yamaha und das Aprilia-Werksteam. Der bald 27-jährige Bayer hat viel gesehen und erlebt – positiv wie negativ. Er war in der MotoGP-WM dreimal unter den Top-Ten der Gesamtwertung und hat insgesamt 47 MotoGP-Top-Ten-Ergebnisse erkämpft.

Nach seinen ersten zwei Testtagen für das Superbike-Team von Honda in Aragón erntete er viel Lob. Bradl verlor lediglich 0,3 sec auf seinen Teamkollegen Nicky Hayden, der mit der Fireblade bereits eine Saison hinter sich hat und WM-Fünfter wurde (Sieg im Regen in Sepang).

Bradl kommt mit seiner ruhigen Art und dezentem Humor gut an, die Niederländer von Ten Kate Racing haben ihn schnell ins Herz geschlossen. SPEEDWEEK.com erzählte der Moto2-Weltmeister von 2011, wie er die Atmosphäre im ab 2017 Red Bull Honda genannten Team empfindet.

Stefan, wie ist die Arbeitsweise mit deiner neuen Crew?

Gut, sie sind recht professionell, jeder weiß, was er machen muss. Die Kommunikation ist einwandfrei, wir haben keine Probleme. Sie wissen, was ich meine und können mit meinen Kommentaren etwas anfangen.

Ich habe die Jungs letzte Woche besucht, da haben wir grundlegende Dinge besprochen. Mein erster Eindruck von ihnen wurde bestätigt.

Arbeiten die Niederländer bei Ten Kate anders als die Italiener, mit denen du die letzten Jahre zu tun hattest?

Das kann ich noch nicht beurteilen nach so kurzer Zeit. Mit den Italienern war es am Anfang auch anders, dann lernt man die Menschen näher kennen, man arbeitet jeden Tag zusammen. Wenn man sich besser kennt, geht man mit der Drucksituation anders um.

Wolltest du niemanden ins Team mitbringen oder durftest du nicht?

Wir haben darüber geredet, es kam aber nicht so, dass es geklappt hätte. Ich habe auch niemanden gezwungen. Wir hatten das im Auge, es war für mich aber nicht verpflichtend.

Das ist dir in dem Fall auch nicht so wichtig?

Es wäre schön gewesen, wenn es geklappt hätte. Aber es ist jetzt auch kein Drama, meine Jungs jetzt sind kompetent, in dem Fahrerlager schon eine Zeit lang unterwegs und kennen das Moped. Von daher mache ich mir keine großen Sorgen.

Es ist ja immer so, wenn du anfängst mit jemandem zu arbeiten, dann braucht es etwas Zeit, bis sich das einspielt.

Ist der technische Unterschied zwischen einer MotoGP-Maschine und einem Superbike so riesig, wie jeder annimmt?

Beim Getriebe ist ein Riesenunterschied, da brauchen wir nicht reden. Es ist aber nicht so, dass das eine Sekunde ausmacht.

Der Unterschied bei den Rundenzeiten ist zwischen MotoGP und Superbike generell nicht sehr groß, die Superbikes brauchen sich nicht zu verstecken, es werden gute Rennen gezeigt.

Aber ich brauche nicht verleugnen, dass es einen spürbaren Unterschied zu MotoGP gibt. MotoGP ist physisch härter zu fahren, körperlich anspruchsvoller. Die Leistungskurve des Motors ist spitzer, im vierten, fünften und sechsten Gang ist auf dem Superbike kein Stress vorhanden, da kann man mal kräftig durchschnaufen. In MotoGP ist die Gerade zwar genau so lang, da hast du aber ganz schön zu kämpfen, bis du im vierten Gang bist.

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