Inakzeptabel: Aprilia-Vorschlag stößt auf Ablehnung

Von Ivo Schützbach
Die Zukunft von Shaun Muir Racing, dieses Jahr als Milwaukee Aprilia in der Superbike-WM unterwegs, hängt am seidenen Faden. Teameigentümer Shaun Muir hat die Wahl zwischen Aprilia, BMW und dem Ausstieg.

2015 gewann Shaun Muir Racing (SMR) mit Joshua Brookes und Yamaha die Britische Superbike-Meisterschaft. 2016 erfolgte mit BMW der WM-Einstieg, das Jahr war genauso erfolglos wie das folgende, in dem das britische Milwaukee-Team mit Aprilia-Werksmaschinen antrat.

2018 ist das zweite Jahr mit Aprilia. In diversen Trainings überzeugten Eugene Laverty und Lorenzo Savadori mit gutem Speed, aber in keinem der bisherigen zehn WM-Läufe kam ein Aprilia-Pilot über Rang 8 hinaus. Dass Laverty nach seinem Sturz im zweiten Lauf in Buriram für mehrere Rennen verletzt ausfiel, erschwerte die Situation für Shaun Muir zusätzlich. Vor den Rennen in Donington Park am kommenden Wochenende liegen seine Fahrer nur auf den Gesamträngen 13 und 16.

«Der aktuelle Zeitraum ist sehr kritisch», erklärte Muir gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wir haben Besprechungen mit unseren wichtigsten Sponsoren, der Vertrag mit Milwaukee läuft Ende dieser Saison aus. Sie haben Interesse bekundet weiterzumachen, warten aber meine Pläne ab. Ich spüre den Druck. Im Moment habe ich meinen Sponsoren nichts Positives zu erzählen, das macht meine Verhandlungsposition ausgesprochen schwierig. Im Moment kann ich nur Hoffnung und Erwartung anbieten – wie ich es die letzten drei Jahre tat. Mitte Juni sollte ich wissen, in welche Richtung es geht.»

Muir will erst das Sponsorenbudget für 2019 sichern, bevor er sich mit einem Hersteller verbündet. Für nächste Saison hat der Engländer drei Optionen: Mit Aprilia weitermachen, zu BMW wechseln – oder aussteigen.

«Suzuki plant keine Rückkehr in die Superbike-WM, ihr Fokus liegt auf MotoGP», weiß Muir. «Ich höre, dass BMW sich im Rahmen des Kundensport-Programms stärker einbringen will. Ist das der beste Weg? Ich weiß es nicht. Und Aprilia wird vorschlagen, mit denselben Kosten weiterzumachen, das ist für mich inakzeptabel.»

Der Teameigentümer weiter: «Natürlich möchte Aprilia mit uns weitermachen, natürlich sind wir ein starker Partner – aber wir bezahlen auch für diese Dienste. Der Fokus von Aprilia liegt auf MotoGP, das ist klar. Mit dem Superbike können sie nur weiterarbeiten, weil sie uns als Partner haben und wir zum Budget beitragen.»

«Aprilia liefert uns die Motorräder und die Motoren, sie stellen uns Elektronik-Ingenieure, erarbeiten die Strategien und haben ein Entwicklungsprogramm. Genau das wünsche ich mir, aber ohne dafür einen Scheck auszustellen. Ein Hersteller stellt uns all das, wir kümmern uns um die Logistik, das Personal und das Management – es ist ganz einfach. So wie es Provec für Kawasaki macht und Feel Racing für Ducati. Ich werde mich auch mit der Dorna unterhalten. Was passiert, wenn wir uns aus der Meisterschaft zurückziehen? Ein Hersteller weniger, zwei Fahrer weniger, ein Team weniger. Ich will die Meisterschaft nicht verlassen, ich genieße die Zeit hier – selbst mit den schlechten Resultaten, die wir hatten. Wie muss es erst sein, wenn wir erfolgreich sind?»

«Es ist so enttäuschend, dass wir es bislang nicht dorthin geschafft haben. Wir waren fast an dem Punkt, dann hat sich Eugene verletzt. Kurz davor sagte er mir, dass wir jetzt ein Motorrad haben, mit dem er aufs Podium fahren kann. Das war letztes Jahr nicht so. Aprilia war nicht bereit, ihnen war nicht bewusst, dass sie so weit zurückliegen. Ich bezahlte für das Privileg, Technik, Entwicklung und Erfahrung zu haben. Wir schafften es aber nicht einmal in die Top-10 – ich hatte die Top-6 erwartet. Für uns waren die letzten drei Jahre sehr schwierig, weil wir viel Material kaufen mussten, um auf diesen Level zu kommen. Nach dem ersten Jahr in der Superbike-WM stellte ich fest, dass die BMW nicht das richtige Motorrad ist. Dann wechselten wir zu Aprilia und ich verpflichtete Eugene Laverty, das waren große Investitionen.»

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