Superbike-WM

Wildeste Gerüchte um Honda: Die Wahrheiten dahinter

Von - 01.07.2018 18:10

Seit Tagen machen hanebüchene Meldungen über das Team Red Bull Honda die Runde. SPEEDWEEK.com deckt auf, weshalb es Verzögerungen bei der Budgetierung und den Fahrerverpflichtungen gibt.

Vom Rückzug Hondas aus der Superbike-WM bis zum Bruch mit dem langjährigen Partnerteam Ten Kate Racing habe ich in den letzten Tagen die ganze Breite an Geschichten gehört, welche die Phantasie zu bieten hat.

Auslöser davon war, dass Honda bislang weder den Vertrag mit Ten Kate Racing, noch mit Nummer-1-Pilot Leon Camier, Hauptsponsor Red Bull oder dem Satelliten-Team Triple-M verlängert hat. Das lässt aufhorchen, ist aber weit weniger ungewöhnlich, als man meinen könnte.

Nach der Saison 2002 zog sich Honda werksseitig aus der Superbike-WM zurück, seither kümmert sich Honda Motor Europe um dieses Spielfeld. Seit 2004 arbeitet HME in dieser Klasse mit dem niederländischen Ten Kate Team, 2007 wurden sie gemeinsam mit Fahrer James Toseland Weltmeister.

Obwohl seit 15 Jahren HME für die Superbike-WM verantwortlich ist, werden die Motorsport-Budgets in Japan gemacht und bewilligt. Dort ging es die letzten Wochen drunter und drüber, weil die Konzentration auf der Festzerrung der Formel-1-Verträge lag. Honda wird nächstes Jahr als Partner von Toro Rosso und Red Bull mit vier Autos vertreten sein.

Für die beiden Superbike-WM-Teams läuft alles nach Plan, aber Honda Japan ist mit der Budgetierung spät dran.

Auch wenn Honda bei den Superbikes kein Werksteam wie Kawasaki oder Ducati hat, wird seit letztem Herbst beträchtlicher Aufwand betrieben. Die Debütsaison der neuen Honda Fireblade (2017) war eine dermaßen Katastrophe, dass die Anstrengungen für dieses Jahr deutlich erhöht wurden, sogar ein Satelliten-Team (Triple-M mit Patrick Jacobsen) wurde installiert.

SBK läuft nebenher

Bei der Zusammenarbeit zwischen Honda und Red Bull in der Formel 1 geht es um einen dreistelligen Euro-Millionen-Betrag, das Superbike-WM-Team läuft da quasi nebenher mit. Ein positives Signal, dass es in SBK gemeinsam weitergeht, wurde mit dem Vertrag für das Acht-Stunden-Rennen in Suzuka gesetzt. Dort wird der Energy-Drink-Gigant Hauptsponsor des HRC-Werksteams mit Leon Camier, Takaaki Nakagami und Takumi Takahashi.

Am 12. Juni berichtete SPEEDWEEK.com exklusiv, dass Red Bull Honda die Option auf Leon Camier für 2019 ziehen wird – der Vertrag ist kurz vor der Unterschrift.

HME plant, Camier nächstes Jahr einen Teamkollegen zur Seite zu stellen, der mindestens so schnell ist, um den ohnehin sehr motivierten Engländer zusätzlich anzustacheln. Realistisch in Frage kommen aus dem Superbike-Fahrerlager Tom Sykes, Eugene Laverty und Lorenzo Savadori, wobei für Sykes und Laverty Honda nicht erste Wahl ist. Sie wollen beide ein Motorrad, mit dem sie vom ersten Rennen 2019 an gewinnen können und verhandeln deshalb auch mit Ducati und Yamaha. Laverty außerdem mit dem Kawasaki-Werksteam.

In der MotoGP-Klasse verlieren Scott Redding, Álvaro Bautista, Tom Lüthi, Bradley Smith und Karel Abraham ihren Job, die drei Erstgenannten sind für Honda interessant. Aber Lüthi hat kein Interesse an der Superbike-WM, er wird in die Moto2-Klasse zurückkehren.

Für HME hat die Verpflichtung eines Toppiloten aus dem SBK-Paddock aber Priorität gegenüber einem gescheiterten MotoGP-Fahrer.

Der diesjährige Fahrer Jake Gagne muss sich für 2019 nach einem neuen Job umgucken. Der Rookie hat nach 20 Superbike-WM-Läufen einen neunten Platz als bestes Ergebnis – letztes Wochenende bei seinem Heimrennen in Laguna Seca. Nicht genug für den weltgrößten Motorradhersteller.

Hauptsponsor Red Bull hat bei den Fahrerentscheidungen Mitspracherecht.

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© SPEEDWEEK.COM
Leon Camiers Vertragsverlängerung wird demnächst offiziell © Gold & Goose Leon Camiers Vertragsverlängerung wird demnächst offiziell
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