Ten Kate Racing: Großer Vertrauensbeweis von Honda

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Chris Pike von Honda Motor Europe (Mitte) mit Teammanager Kervin Bos

Chris Pike von Honda Motor Europe (Mitte) mit Teammanager Kervin Bos

Bevor ab Donnerstag beinahe alle Spitzenteams der Superbike-WM in Portimao testen, absolvierte Honda einen zweitägigen Privattest. Red-Bull-Teammanager Kervin Bos spricht von großen Fortschritten.

Seit Honda Anfang 2017 die neue CBR1000RR Fireblade SP2 einsetzt, strauchelt der weltgrößte Motorradhersteller in der Superbike-WM. Bereits jetzt werden die Weichen für 2019 gestellt, Leon Camier und Jake Gagne testeten zu Wochenbeginn in Portimao eine neue Motorkonfiguration, ein großes Elektronik-Update und ein modifiziertes Chassis mit anderer Balance.

«Wir hatten zwei sehr gute Testtage», sagte Teammanager Kervin Bos bei einem Espresso unter 33 Grad heißer Sonne im Fahrerlager von Portimao. Camier fuhr schnellere Rundenzeiten als Stefan Bradl letztes Jahr in Portimao, was genau die Zeiten wert sind, «sehen wir am Donnerstag und Freitag im offiziellen Test», meinte der Niederländer.

Entgegen anderslautender Medienberichte stammt die neue Motorausbaustufe aus der Tuningschmiede Ten Kate, SPEEDWEEK.com berichtete im Juli darüber. Motoren des zweiten Partners Rossi Racing laufen derzeit nur auf dem Prüfstand, für diese Saison ist kein Rennstreckeneinsatz geplant.

«Beim neuen Motor lag unser Fokus auf der Fahrbarkeit und einer besseren Drehmomentkurve, damit der Fahrer beim Gasgeben ein besseres Gefühl bekommt», erklärte Bos. «Je präziser der Motor auf die Gasgriffbewegung reagiert, desto besser kann der Fahrer die Leistung spüren. Der Motor hat im unteren Drehzahlbereich mehr Leistung, wenn der Fahrer am Kurvenausgang ans Gas geht.»

Die Rückmeldung von Gagne war positiv. Camier will sich nach seinem Wirbelbruch in Suzuka erst zum Rennen in Portimao Mitte September eine Meinung erlauben, wenn er wieder komplett fit ist.

«Der neue Motor stammt zu 100 Prozent von Ten Kate Racing», unterstrich Bos. «Das neue Elektronik-Mapping und die Konfiguration der Motorsteuerung wurde ebenfalls von Ten Kate gemacht, in Kooperation mit Cosworth. Auch bei der Elektronik machten wir einen Schritt nach vorne.»

Weil die neue Honda nicht siegfähig ist, gerieten auch die Partner Ten Kate und Cosworth in die Kritik. Honda Motor Europe (HME) veranlasste zum Europa-Auftakt 2018 in Aragón den Umstieg von der Cosworth-Elektronik auf die von Marktführer Magneti Marelli. Und mit Rossi Racing wurde eine dritte Firma ins Boot geholt, in der Hoffnung, weitere Anregungen zur Verbesserung des Motors zu bekommen.

Dass die jüngste Motor-Ausbaustufe aus dem Hause Ten Kate stammt, muss man als Vertrauensbeweis seitens HME werten. «Wir haben darüber nachgedacht, wie die Basis für den 2019-Motor aussehen soll», schilderte Bos. «Das ist die neue Spezifikation, die wir bei diesem Test dabei haben. Wenn Camier diesen Motor für gut befindet, ist er die Basis für die nächste Ausbaustufe, die wir für den ersten Wintertest im November bringen.»

Manch einer mag sich wundern, dass Cosworth Ten Kate bei der Verbesserung der Marelli-Elektronik hilft, nachdem deren Elektronik vergangenen April entsorgt wurde. Die Verantwortlichen bei Cosworth sehen das emotionslos: Sie sind ein Dienstleister und werden für Aufträge bezahlt.

Bos hielt fest: «Cosworth ist mit seinen Prüfständen und allen Voraussetzungen auf Formel-1-Level. Wir überlegten, was wir für gut halten, Cosworth half uns bei der Umsetzung. Es schaut so aus, als wäre es ein Schritt vorwärts. Es war nie ein Problem für Cosworth, als wir auf Marelli umstiegen, auch wenn das teilweise anders dargestellt wurde. Sie unterstützen uns nach wie vor.»

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