Superbike-WM

Tom Sykes pokert: Honda, Ducati oder BMW reizvoller?

Von - 04.09.2018 14:22

Eugene Laverty, Marco Melandri und Tom Sykes sind die heißesten Aktien auf dem Transfermarkt für die Superbike-WM 2019. Weil Honda und das Milwaukee-Team nicht wissen wie es weitergeht, steht alles still.

Milwaukee-Teamchef Shaun Muir hat für 2019 drei Möglichkeiten: Mit Aprilia weitermachen oder zu Ducati oder BMW wechseln.

Weil sich Aprilia in der Superbike-WM nicht stärker einbringen möchte und sich weiterhin auf MotoGP konzentriert, zeichnet sich nach zwei Jahren die Trennung ab.

Bei Ducati ist das Milwaukee-Team willkommen, Muir wartet aber ab, was ihm BMW für 2019 anbietet. Weil bei den Bayern Entscheidungsträger im Sommerurlaub waren, ging die letzten Wochen nichts vorwärts.

Honda Motor Europe wartet weiterhin auf die Finalisierung des Budgets durch Honda Japan für nächstes Jahr. Erst wenn das abgesegnet ist und sich Milwaukee-Teamchef Shaun Muir für einen Hersteller entschieden hat, wird Bewegung in den Transfermarkt kommen.

Beide Teams buhlen allen voran um Ex-Weltmeister Tom Sykes, der Kawasaki nach neun Jahren verlässt und von Leon Haslam ersetzt wird. Auch Ex-Vize Eugene Laverty und Marco Melandri sind begehrt. Erst wenn diese drei unter Vertrag sind, werden alle anderen Fahrer verpflichtet. Red Bull Honda und Milwaukee sind aktuell die mit Abstand begehrtesten Plätze.

Tom Sykes hat gemeinsam mit seinem Crew-Chief Marcel Duinker die Kawasaki ZX-10R im Winter von 2011 auf 2012 von einer Top-10-Maschine in ein Siegerbike verwandelt und die Weltmeisterschaft seither immer in den Top-3 beendet. Der Engländer gewann für Kawasaki 34 Rennen, stand 105 Mal auf dem Podium und ist mit 46 Poles Rekordhalter.

SPEEDWEEK.com erörterte mit Duinker, welches zukünftige Motorrad für Sykes den meisten Erfolg verspricht und was der 33-Jährige einem Hersteller zu bieten hat.

Marcel, kannst du dir vorstellen, dass es Sykes auch ohne dich gelingt aus einem anderen Motorrad eine Siegmaschine zu machen? Ist er so ein guter Entwickler?

Ja, er verfügt über besondere Fähigkeiten. Er weiß genau, was ihn einschränkt. Natürlich, er braucht einen Ingenieur an seiner Seite der weiß, was am Motorrad zu tun ist. Diese Kombination ist notwendig. Und drittens braucht es einen Hersteller, der diesen Weg mitgeht und dir alles Notwendige zur Verfügung stellt.

Tom kann sehr deutlich und schnell beschreiben, in welchen Bereichen er leidet. Meine Aufgabe ist herauszufinden, was am Motorrad verbessert werden muss. Der Charakter dieses Teils muss dann verändert und das Werk muss das entsprechend umsetzen können.

Wenn Tom zu einem anderen Hersteller geht, dann braucht er die richtigen Leute um sich, die das können. Außerdem muss das Werk den Ideen seines zukünftigen Crew-Chiefs vertrauen.

Abgesehen von Kawasaki, Ducati und Yamaha: Siehst du einen Hersteller im SBK-Fahrerlager, der ihm das bieten kann?

Die drei genannten stehen über allen anderen. Die anderen haben momentan nicht die Kapazitäten dafür. Was nächstes Jahr sein wird, ist schwer vorherzusagen.

Es gibt das Gerücht, dass BMW mit einer ähnlichen Formel in die Superbike-WM zurückkehrt, wie es Kawasaki macht. In dem sie ein Team anheuern und mit diesem eine langjährige Zusammenarbeit aufbauen und es so zu einem Werksteam entwickeln. Sie sind spät dran, nichts ist entschieden. Wenn eine Firma wie BMW wirklich will, dann können sie es weit schaffen.

Sykes betont, dass er das Motorrad mit den ausgeprägtesten Renngenen haben möchte. Welches Motorrad ist das mit den jetzigen technischen Vorschriften?

Ich glaube nicht, dass die verschiedenen Motorräder weit voneinander entfernt sind. Es kommt eher darauf an, was das Werk zu investieren bereit ist – technisch und menschlich.

Ich bin mir sicher, dass die von dir genannten drei Hersteller auch jene sind, die das Meiste in das Personal investieren. Das ist letztlich der Schlüssel.

Kawasaki hat in den letzten Jahren so viele Rennen und Meisterschaften gewonnen, dass man leicht sagen kann, dass das das beste Motorrad ist. Ich glaube aber nicht, dass wir weit von den anderen entfernt sind.

Auf welchem Motorrad Tom die beste Leistung bringen kann, hängt von der Werksunterstützung ab. Und von den Leuten um ihn herum, die das Motorrad zu einer Siegmaschine machen müssen.

Sollten sich Red Bull Honda und Sykes einigen: Traust du ihnen gemeinsam einen großen Schritt nach vorne zu? Wenn sich Leon Camier und Sykes gegenseitig pushen?

Tom hat große Kapazitäten und viel Talent, ein Motorrad zu entwickeln. Seine Sensoren, um zu orten wo er in Schwierigkeiten steckt, sind außergewöhnlich. Wenn die Leute um ihn herum seine Sprache verstehen, dann können sie mit diesem Motorrad einen großen Schritt machen.

Im Kawasaki Racing Team sind wir in der glücklichen Lage, dass das Werk sich nach unseren Bedürfnissen richtet. Wenn wir ein Teil geändert haben wollen, dann reagieren sie sehr schnell darauf und produzieren das Teil letztlich. Ein einem Team, das nicht so viel Werksunterstützung genießt, ist das nicht so einfach.

Honda baut keine schlechten Motorräder, in einigen anderen Meisterschaften erledigen sie einen sehr guten Job. Tom kann viel zur Entwicklung dieser Maschine beitragen. Mit den richtigen Leuten kann er gute Arbeit erledigen.

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Niemand eroberte mehr Pole-Positions als Tom Sykes © Gold & Goose Niemand eroberte mehr Pole-Positions als Tom Sykes Crew-Chief Marcel Duinker (li.) mit Tom Sykes © Gold & Goose Crew-Chief Marcel Duinker (li.) mit Tom Sykes
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