Aerodynamik am Limit: Ducati mit Scheibe im Hinterrad

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Die Scheibe am Hinterrad hatte ein einmaliges Gastspiel

Die Scheibe am Hinterrad hatte ein einmaliges Gastspiel

In der Superbike-WM 2019 wird mit der Panigale V4R erstmals ein Motorrad mit Winglets in der Startaufstellung stehen. Es ist nicht das erste Mal, dass Ducati für Neuerungen in der seriennahen Weltmeisterschaft sorgt.

Bei der Superbike-WM in Misano tauchte Ducati 2017 zum ersten Mal an einem Rennwochenende mit einer Scheibe im Hinterrad auf. Mit dieser Abdeckung wurde die Aerodynamik am Heck verbessert.

Während der Testfahrten in Misano Anfang Juni 2017 probierte Ducati die Karbonscheibe erstmals auf der Außenseite des Hinterrads auf der Rennstrecke. «Wir nennen sie Radabdeckung», erzählte der damalige Superbike-Direktor von Ducati Corse, Ernesto Marinelli. «Der Windfluss am Hinterteil des Motorrades wird dadurch optimiert. Ducati verwendet eine Einarmschwinge, dadurch ist eine Seite offen. Wir witterten in dieser Idee einen kleinen Vorteil, weil die Aerodynamik verbessert wird. Die Regeln verbieten das nicht – also warum nicht?»

«Zeitlich macht es kaum einen Unterschied», ist sich Marinelli bewusst. «Aber wenn du auf höchstem Level kämpfst, geht es um die kleinen Dinge. Beim Fahren merken es die Piloten nicht, der Topspeed wird dadurch minimal höher. Unsere größte Sorge ist, wenn es stärker windet. Aber die Scheibe lässt sich ja leicht herausbauen.»

Wieso kam keiner vor euch auf diese Idee? «Das ist dasselbe wie mit den Flügeln in MotoGP», grübelte der Diplom-Ingenieur. «Als wir sie vor einigen Jahren zum ersten Mal einsetzten, gab es viele abfällige Bemerkungen. Dann baute sie jeder an und sie wurden zur wichtigsten Sache der Welt.»

Der damalige Werkspilot Marco Melandri verzichtete auf die Radabdeckung, Davies ließ sie nach dem Training in Misano wieder ausbauen. Bislang kam die Hinterradscheibe in keinem Rennen zum Einsatz.

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