Alex Lowes: Weshalb er wegen Melandri Bedenken hat

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Alex Lowes lässt sich nicht mehr alles bieten

Alex Lowes lässt sich nicht mehr alles bieten

Die freien Trainings der Superbike-WM in Aragon beendete Yamaha-Werksfahrer Alex Lowes am Freitag auf Platz 2. Es ist ein Machtkampf entbrannt, wer die Entwicklungsrichtung der R1 vorgibt.

Nach dem Superbike-WM-Event in Thailand hatte Alex Lowes die Nase voll von Marco Melandri. «Er ist respektlos und hat keinen Respekt vor niemandem», schimpfte der Engländer. «Er hat es im Parc fermé nicht mal geschafft mir zu gratulieren, das macht ihn zu einem schlechten Menschen.»

Diesem Wortschwall vorausgegangen waren abfällige Äußerungen Melandris gegenüber Yamaha, die Arbeit der Werksfahrer in den letzten drei Jahren betreffend. Bis heute wurden mit der seit 2016 in der Superbike-WM eingesetzten neuen R1 erst drei Rennen gewonnen: 2018 landete Michael van der Mark in Donington Park einen Doppelsieg und Lowes gewann in Brünn sein einziges Rennen. Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Yamaha inzwischen ein starkes Paket ist.

Die Freundschaft zwischen Melandri und Lowes wurde in den letzten Wochen nicht inniger, was in Aragon deutlich hervortritt.

«Er pickte sich nur die wenigen negativen Sätze heraus, ich habe aber 75 Prozent positive Sachen über ihn gesagt», unterstrich Lowes gegenüber SPEEDWEEK.com. «Ich hob hervor, in welchen Punkten er sich nicht korrekt verhalten hat. Ich sagte aber auch: Er ist ein fantastischer Fahrer. Wie er technisch gesehen Motorrad fährt, ist wirklich stark. Er fährt sehr weich und positioniert sein Bike in den Kurven hervorragend. Indem ich mir seine Daten angesehen habe, lernte ich eine Menge. Für Yamaha ist er ohne Zweifel eine große Hilfe. Jeder soll für sich selbst entscheiden, wie ich über andere Fahrer rede und wie er mit Leuten umgeht. Ich bin immer frohen Mutes und zu allen freundlich.»

Nach den zwei freien Trainings in Aragon am Freitag liegt Lowes mit 0,519 sec Rückstand auf den einmal mehr überragenden Alvaro Bautista (Ducati) auf dem zweiten Platz. Die restlichen Yamaha-Piloten Sandro Cortese, Marco Melandri und Michael van der Mark landeten auf den Rängen 6, 11 und 12.

Lowes will diesen Positionen nicht zu viel Bedeutung beimessen: «Ich bringe das Motorrad in jeder Session ans Limit, auch wenn es nicht ideal abgestimmt ist. Michael gibt erst in den Rennen alles, dann ist er immer bei der Musik. Das ist seine große Stärke. Bei Marco ist es gleich.»

Was wurde aus deinen Bedenken, dass sich Yamaha nach Thailand zu sehr auf die Probleme von Melandri konzentriert und die sonstige Entwicklung der R1 vernachlässigt? «Ich kann nicht klagen, Yamaha ist sehr gut zu mir und schuftet hart für mich», lobte Lowes. «Aber die Bedenken sind immer da, weil Marco gute Beziehungen innerhalb Yamaha pflegt.»

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