Toprak Razgatlioglu: «Der erste Sieg? Vielleicht nie»

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Zweite Plätze hat Toprak Razgatlioglu bereits einige eingefahren

Zweite Plätze hat Toprak Razgatlioglu bereits einige eingefahren

Platz 2 im Sprintrennen und ein zweiter Platz im zweiten Lauf – das Meeting in Donington war das bisher bester Rennwochenende in der Superbike-WM von Toprak Razgatlioglu. Auf nasser Piste muss der Kawasaki-Pilot zulegen.

Die starke Performance von Toprak Razgatlioglu in Donington Park kam nicht aus heiterem Himmel, sie konnte sogar erwartet werden. Dass die britische Piste dem Puccetti-Piloten liegt, bewies er bereits als Superbike-Rookie vor einem Jahr, als er im zweiten Lauf sogar Weltmeister Jonathan Rea den Schneid abkaufte. Der junge Türke brauste als Zweiter ins Ziel, der Kawasaki-Werkspilot als Dritter.

An Rea kam der 22-Jährige am vergangenen Wochenende nicht vorbei – aber es fehlte nicht viel: Im Superpole-Race über zehn Runden 1,174 sec, im zweiten Lauf über die volle Distanz nur 0,365 sec!

«Ich wollte unbedingt gewinnen und habe es versucht, aber Jonathan war sehr stark. Ich folgte ihm und in den letzten drei Runden versuchte ich, ihn zu überholen, aber es war nicht möglich», ärgerte sich Razgatlioglu. «Ich freue mich über ein weiteres Podium nach dem zweiten Platz im Superpole-Rennen. Ich liebe die harten Bremszonen – und diesem Bereich war mein Bike unglaublich, aber in der Beschleunigung rutschte ich sehr. Im Finale habe ich andere Linien ausprobiert, es blieb aber unverändert.»

Was dem Schützling von Supersport-Rekordweltmeister Kenan Sofuoglu fehlt, ist ein Laufsieg. «Vielleicht nächste Saison, vielleicht schon nächstes Rennen - werde ich überhaupt jemals gewinnen? Ich weiß es nicht», grübelte der Kawasaki-Pilot.

Will sich Razgatlioglu als Top-Pilot etablieren, muss er aber seine schwache Performance auf nasser Piste verbessern. Im verregneten ersten Rennen am Sonntag stürzte er. «Ich fühle mich nicht wohl im Regen», gab er zu. «Ich fuhr ein vorsichtiges Rennen und wollte keinen Fehler machen, aber im Finale sah ich, dass ich die vor mir liegenden Fahrer leicht einholen konnte. Ich habe viele Überholmanöver geschafft und war Siebter. In der letzten Runde habe ich gesehen, dass ich mir noch Platz 6 von Melandri holen kann – dabei ist mir das Hinterrad weggerutscht und stürzte.»

«Das tat mir besonders für mein Team sehr leid, weil ich meiner Mannschaft ein gutes Ergebnis geben wollte, stattdessen aber nur mein Fahrrad demoliert habe», entschuldigte sich Razgatlioglu.


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