Happy Hour auf der Strecke

Kolumne von Alex Hofmann
Superbike-WM
Alex Hofmann investierte trotz Krise

Alex Hofmann investierte trotz Krise

Kann von euch noch einer das Wort «Krise» hören? Ich kämpfe gegen die Wirtschaftsflaute und habe deswegen in den schönsten Urlaub meines Lebens investiert.

Sonne, weisser Strand, Happy Hour und Schnorcheln mit Nemo. Da hat es mich nicht einmal gestört, als die Abrechnung kam. Es war früh am Morgen, als wir abreisten. Deswegen Augen zu und durch. Dank Sonnenstich und fehlendem Internet wurde ich erst im Flieger auf dem Rückweg etwas nervös. Denn das Qualifying der Superbikes in Phillip Island war im Gang und ich war gespannt wie ein Flitzebogen. Zuhause angekommen wurde sofort der Computer hochgefahren und meine Laune noch besser, als während der Happy Hour auf den Malediven.

Max Biaggi mit der Aprilia RSV4 in der ersten Startreihe - da haben wir doch einiges richtig gemacht! Das Potenzial war mir ja bekannt, aber bereits beim ersten Rennen eine Führungsrunde und ein Kampf ums erste Podium - molto bene. Ein motivierter und risikofreudiger Biaggi hat mir dabei auch sehr gefallen. Das heisst jetzt aber nicht, dass ich in seinem Fanclub bin.

Die Rennen waren allesamt ein Augenschmaus. Superbikes und Supersport stehen für super Motorsport! Hat irgendwer die Überholmanöver gezählt? Eine Zahl, die mich doch sehr interessieren würde. Ob da KERS in der Formel 1 ähnliches bewirkt - ich glaube nicht daran. Dazu ein starker Ben Spies auf seiner neuen Yamaha R1, Haga San auf Titelkurs mit Ducati und Max Neukirchner mit seiner Topspeed-Suzuki auf dem Podium. Jeweils ein Privatfahrer auf dem Treppchen. Da meint man, es gäbe nichts zu meckern. Aber ...

Die RSV4 ist dem Suzuki- und Ducati-Lager bereits ein Dorn im Auge. Sogar gegen BMW wird geschossen. Im Fall von Ducati kommt die Kritik von einem Werk, das zuerst ein neues Bike entwickelt und dann die FIM und den WM-Promoter zur Regeländerung «überredet». Entschuldigung, dass Aprilia und BMW vorhaben die Ducati-Dominanz zu brechen. So eine Unverschämtheit. Wir haben aber nicht vergessen, dass beim letztjährigen Saisonauftakt in Katar fünf der nagelneuen Ducati 1098R im ersten Renneinsatz unter den ersten sechs zu finden waren. Etwas mehr Sportsgeist hätte ich schon erwartet.

Die Rennsaison 2009 wird der Krise trotzen. Denn auch wenn die Budgets knapp sind, und die Teams um jeden Euro kämpfen müssen, die beste Medizin nach einer stressigen Arbeitswoche ist ein spannendes Motorradrennen am Wochenende. In diesem Sinne: Gentlemen, start your engines!

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