Keine Rücksicht auf Radarfallen

Kolumne von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Das MotorLand Aragón lädt zum Verweilen ein

Das MotorLand Aragón lädt zum Verweilen ein

Drei Tage Spanien: Sonnenschein, 17 Grad, blauer Himmel, eine karg-romantische Gegend. Und jede Menge Rennmotorräder.

Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört: «Machst mal wieder Urlaub in Spanien? In Italien? Oder Portugal?» Das ist das Los eines Journalisten: Nur wenige Leute wollen verstehen, wie wir unser Geld verdienen. Und nein, nicht nur mit Kaffee trinken – auch wenn dieser Teil der Arbeit elementar ist.

Während zu Hause weiße Ostern gefeiert werden, reise ich ins MotorLand Aragón: drei Tage Superbike-Tests. Es könnte so schön sein im sonnenverwöhnten Spanien – wenn die verdammte Arbeit nicht wäre.

«Lassen wir es ruhig angehen», mahnt mich Formel-1-Kollege Tom Hunter im Geiste. Statt schnurstracks ins Media Center zu marschieren, zieht der rüstige Brite einen Einkehrschwung vor. Aber Hunter ist älter als der Chef, er darf das.

Vergaß ich zu erwähnen, dass mein bezauberndes Hotel einen reizenden Pool und eine heimelige Sauna hat? Zu dumm, dass sich die Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr mit den Kernarbeitszeiten eines SPEEDWEEK-Redakteurs überschneiden. So wird das nichts mit dem Wellness-Urlaub auf der iberischen Halbinsel.

Knapp kalkulierter Zeitplan

Was in den drei Tagen los war, haben Sie ja bereits auf SPEEDWEEK.com gelesen. Ich komme also direkt auf meine Rückreise zu sprechen. Um 3 Uhr nachts bin ich aufgestanden und von Alcañiz nach Barcelona El Prat zum Flughafen gebraust. Meine Nacht war kürzer als in den wildesten Jugend-Zeiten. Aber selber schuld, wer einen Flug morgens um 7 Uhr bucht.

Das Navi zeigte etwas über zweieinhalb Stunden für den Trip an. Deswegen früher aufstehen? Ich bitte Sie. Mein drehfreudiger 1-Liter-Seat-Motor fordert einen schweren rechten Fuß. Aber sind wir ehrlich: Mit so einer Schüssel würde nicht mal Sébastien Loeb etwas zerreissen. Der Ibiza gibt trotzdem alles. Rücksicht auf Radarkontrollen im spanischen Hinterland kann ich nicht nehmen, schließlich habe ich einen knapp kalkulierten Zeitplan einzuhalten.

Mehr Baumbart als Alonso

Inklusive tanken bin ich 40 Minuten schneller als das Navi prophezeit hat – war mir im Vornherein klar. In Barcelona angekommen habe ich noch 75 Minuten bis zum Abflug, kein Stress. Als ich meinen Flug auf der großen Anzeigetafel nicht finde, stutze ich: Gibt es Vueling Airlines nicht mehr? Vueling fragen Sie sich? Ja, eben ... Wie die Morgensonne dämmert mir, dass ich wohl im falschen Terminal bin. Kein Beinbruch, kann ja nicht so weit sein. Wobei: Ich bin in Barcelona, einem Mist-Flughafen mit drei Terminals – die auf die halbe Stadt verteilt sind.

Weil der Gratis-Shuttle-Bus zwar vor dem Terminal steht, der Fahrer aber wohl noch zu Haus im Bett liegt, bin ich genötigt ein Taxi zu nehmen. Mein Fahrer hat trotz Drängen meinerseits mehr von Baumbart («nur nicht so hastig») als von Alonso.

Er war schnell genug, Vueling Airlines gibt es noch und ich kam auch wieder nach Hause. Werde ich nächste Woche bei der Heimreise früher aufstehen? Ich fürchte nicht. Etwas Adrenalin kann nichts schaden.

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