Ben Spies über Daytona-Heldin: «Sie hat diese Killer-Mentalität!»
Die erst 18-jährige US-Pilotin Kayla Yaakov schrieb beim Daytona 200 Geschichte. Förderer Ben Spies blickt auf ihren Weg zurück – und erklärt, warum ihn der historische Podestplatz besonders berührt.
Das traditionsreiche Daytona 200 auf dem Daytona International Speedway bot auch bei seiner 84. Auflage packenden Rennsport und eine historische Premiere. Während
Josh Herrin gewann das Rennen über die Distanz von 200 Meilen vor Tyler Scott (Suzuki). Hinter dem Spitzenduo entwickelte sich in der Schlussphase ein intensiver Kampf um den letzten Podestplatz – mit historischem Ausgang. Kayla Yaakov setzte sich kurz vor dem Ziel gegen Ex-MotoGP-Pilot Darryn Binder durch und sicherte sich Rang 3 mit weniger als zwei Zehntelsekunden Vorsprung.
Ben Spies mit emotionalen Worten
Für einen der größten Förderer der jungen US-Amerikanerin war dieser Moment besonders emotional: Ex-Superbike-Weltmeister Ben Spies verfolgt Yaakovs Karriere seit Jahren und spielte bei ihrer Entwicklung eine wichtige Rolle.
«Diese Bilder bedeuten mir sehr viel», schrieb Spies nach dem Rennen auf Instagram und erinnerte dabei an die frühen Jahre seiner Verbindung zur Familie Yaakov. «Das ist Kaylas Vater, David Yaakov. Wir kannten uns nicht besonders gut, aber wir waren seit den späten 90ern immer wieder im selben Umfeld.»
Der entscheidende Moment kam für Spies im Jahr 2018. Damals sah er ein Video, in dem die junge Kayla in der Einfahrt ihres Elternhauses trainierte. «Meine Tochter fing an, es sich immer wieder anzuschauen. Ich konnte sehen, dass sie ein enormes Talent hat», erklärte der Texaner. «Ich sagte ihrem Vater, dass er mir jederzeit schreiben könne, wenn er Fragen zu ihrer Entwicklung und ihrem Weg habe.»
In den folgenden Jahren tauschten sich Spies und Yaakovs Vater regelmäßig über ihre Karriereplanung aus. «Ein paar Mal im Jahr bekam ich Nachrichten von ihm – darüber, welche Motorräder sie fahren sollte und wie er langfristig ihren Weg planen sollte. Er hatte einen großartigen Plan, hörte aber auch auf mein Feedback und darauf, wann sie auf bestimmte Motorräder wechseln sollte.»
Als Yaakov mit 16 Jahren Profi wurde, intensivierte sich der Kontakt. Spies stand der Nachwuchsfahrerin nun auch direkt mit Rat zur Seite. «Ich begann direkt mit ihr zu sprechen und gab ihr kleine Tipps zur Vorbereitung auf Rennwochenenden – von Flüssigkeitszufuhr über Mahlzeiten bis hin dazu, das Ganze mehr aus der großen Perspektive zu betrachten.»
Ben Spies als wichtiger Drahtzieher im Hintergrund
Auch bei der nächsten wichtigen Karrierestation spielte Spies eine Rolle. Als Rennfahrer Graham Rahal Mitte 2023 ein Projekt im Motorradsport plante, fiel der Name Yaakov sofort. «Er rief mich an und sagte: ‘Lass uns anfangen zu arbeiten und ein Team aufzubauen – hast du Fahrer im Kopf?’ Kayla war die erste Person, die ich genannt habe», schilderte Spies. «Ohne zu zögern sagte er: ‘Hundert Prozent, ich liebe die Idee.’»
Spies informierte daraufhin Kaylas Vater über die Pläne. «Ich rief David an und sagte ihm, dass etwas Großes in Planung sei und dass Kayla einen Platz hat, wenn alles klappt.» Nur wenige Jahre später steht nun ein historischer Erfolg in den Ergebnislisten des Daytona 200. «Spulen wir vor ins Jahr 2026: Sie ist die erste Frau auf dem Podium beim Daytona 200 und liegt zu Saisonbeginn auf Platz 3 in der Gesamtwertung», schrieb Spies stolz.
Für den Vater zweier Töchter hat Yaakovs Erfolg eine zusätzliche emotionale Bedeutung. «Als Vater von zwei Töchtern fühlt sich unsere Beziehung natürlich noch enger an», erklärte der frühere MotoGP-Pilot. «Ich freue mich unglaublich über alles, was sie bisher erreicht hat.»
Spies ist überzeugt, dass der historische Podestplatz nur ein weiterer Schritt auf einem noch längeren Weg ist. «Sie will dort draußen die Beste sein – nicht nur die schnellste Frau», betonte der Weltmeister von 2009. «Sie hat diese Killer-Mentalität, die man nicht beibringen kann.» Der Texaner bringt seine Gefühle schließlich auf den Punkt: «Ich bin einfach unglaublich stolz auf sie.»
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