Ducati und die Teamorder

Kolumne von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Fabrizio (vorne) nahm Haga einige Punkte ab.

Fabrizio (vorne) nahm Haga einige Punkte ab.

Der Begriff Teamorder ist schon immer ein ungeliebter Begriff. Spätestens seit den Vorfällen in der Formel 1 möchte niemand mehr darüber reden.

Wenn man sich jedoch die Superbike-WM-Saison 2009 anschaut, muss man einsehen, dass das erfolgreichste Team der Superbike-WM, Ducati Corse, vielleicht über eine Teamorder hätte nachdenken sollen.

Fakt ist, dass Noriyuki Haga Weltmeister sein könnte, wenn Ducati dessen Teamkollegen in den letzten drei Runden eingebremst hätte. Gut, das ist nicht hundertprozentig sicher, weil Ben Spies in Portimao nach Hagas Patzer im ersten Lauf ein fünfter Platz zum WM-Gewinn reichte. Aber wenn man die Weltmeisterschaft gewinnen möchte, muss man zum Saisonende hin, insbesondere dann, wenn es eng zugeht, mit seinen Fahrern einen «Plan» erstellen.

Dieses Jahr hat niemand ausserhalb des Ducati-Teams so recht geglaubt, dass Michel Fabrizio auf Ben Spies aufschliessen kann, geschweige denn, dass er ihn schlägt. Fabrizio schlug Haga im Rennen nur selten - jeweils im zweiten Rennen in Imola und Portimao.

Fabrizio ist aber ein Vollblutrennfahrer, der immer gewinnen möchte. Und man muss zu seiner Verteidigung sagen, dass Haga selbst gegenüber SPEEDWEEK sagte, dass er aus eigener Kraft Weltmeister werden will und keine Hilfe von seinem Teamkollegen benötigt.

Fest seht, dass Ducati eine bessere Chance Ben Spies und Yamaha zu schlagen vergeben hat, weil man Fabrizio nicht deutlich machte, dass er, wenn nötig, Haga vorbeizulassen hat. Und das jederzeit.

Nun ja, es ist passiert und wird wieder passieren. Ich möchte keine direkte Kritik üben, da ich Teamorder noch nie mochte. Ein fairer Kampf ist und bleibt ein fairer Kampf. Und Haga hat auch nach der erneuten knappen Niederlage die Grösse zu sagen, dass er trotzdem den Gedanken an interne Hilfen hasst. Auch wenn es ihm das Leben in dieser Saison etwas leichter gemacht hätte.
 

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