Davide Giugliano (Ducati): «Bin nicht Supermann»

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Davide Giugliano fährt heute in Jerez wieder seine Ducati Panigale

Davide Giugliano fährt heute in Jerez wieder seine Ducati Panigale

In diesen Minuten absolviert Davide Giguliano beim Jerez-Test seine ersten Runden mit der Ducati Panigale seit seiner schweren Rückenverletzung von Laguna Seca. Der Italiener über seinen Leidensweg.

Bei zwei heftigen Crashs auf Phillip Island im Februar sowie in Laguna Seca im Juli zog sich Davide Giugliano diverse Wirbelverletzungen zu und entging nur knapp einer Querschnittslähmung. Beim Jerez-Test geht es für den Ducati-Piloten nur zweitrangig um schnelle Rundenzeiten.

Erst vor 14 Tagen nahm Giugliano eine rückenstützende Orthese ab und trainierte mit einem Supermoto-Bike. «Die Orthese für meinen Rücken hat grundsätzlich meinen ganzen Oberkörper blockiert, also habe ich natürlich Muskelmasse verloren», schildert der 26-Jährigen den Heilungsprozess. «Ich konnte nur laufen, aber bin 12 bis 13 Kilometer am Tag gegangen, jeden Tag, durchschnittlich. Ich konnte die Orthese im Grunde nur abnehmen, um mich zu waschen. Der erste harte Bremspunkt war eine Art Wette. Aber sobald ich das Bike quer legte, fühlte ich einen unglaublichen Ausbruch von Freude. Vielleicht noch mehr als in der Vergangenheit.»

«Aber das Wichtigste ist, dass ich zurück in ein normales Leben konnte. Das war eine schlimme Verletzung und ich hatte Angst. Lediglich mit einem gebrochenen Wirbel und einigen Prellungen davonzukommen, war mehr als glücklich», betont Giguliano. «Seit der ersten Novemberwoche habe ich ein intensiveres Programm, das vorrangig auf Ausdauer ausgelegt ist. Sobald ich die zurück habe, werde ich mich auch auf Krafttraining konzentrieren.»

Der Aruba-Pilot gibt zu, dass ihm seine Verletzung nicht nur physisch zugesetzt hat. «Wir müssen uns nicht wie Superhelden benehmen. Wir sind alle nur Menschen, jeder mit seiner oder ihrer eigenen Angst – und ich dachte in den letzten Monaten viel darüber nach – aber unsere Leidenschaft übertrifft sie», sagt Giugliano kämpferisch. «Ich wollte unbedingt wieder fahren, musste aber auch eine mentale Barriere brechen. Ich habe die körperlichen Schmerzen nicht vergessen, die ich ertragen musste und auch die Bitterkeit, die damit verbunden war.»

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