Seitenwagen-Asse vom neuen Streckenbelag begeistert

Von Helmut Ohner
Seitenwagen-WM
Auch Michael Grabmüller fand lobende Worte für den neuen Asphalt

Auch Michael Grabmüller fand lobende Worte für den neuen Asphalt

Die Rennstrecke in Grobnik/Rijeka zeichnete sich schon immer durch ihren sagenhaften Grip aus, sogar im Regen. Nach jahrelangem Drängen der Fahrer bekam der Kurs dieses Jahr eine neue Asphaltdecke.

Nachdem der Straßenkurs in Preluk/Opatija wegen ihrer Gefährlichkeit nicht mehr als Austragungsstätte des Großen Preises von Jugoslawien in Frage kam, wurde im Hinterland von Rijeka eine neue Rennstrecke gebaut. Die Bauzeit des 4, 168 Kilometer langen Kurses betrug nur fünf Monate.

Zwischen 1978 bis 1990 wurde 13 Mal der GP von Jugoslawien ausgetragen. Wegen des Ausbruches des Jugoslawienkrieges wurde der WM-Lauf 1991 aus dem Kalender gestrichen. Danach fanden auf dem Automotodrom Grobnik vor allem Rennen zur internationalen Alpe Adria Meisterschaft statt.

In den letzten Jahren hielt die Seitenwagen-Weltmeisterschaft der anspruchsvollen Strecke die Treue. Allerdings monierten die Fahrer den schlechten Zustand der Asphaltdecke. Immer wieder wurde den Aktiven eine Neuasphaltierung versprochen und aus Kostengründen ebenso oft auch wieder verschoben.

Nachdem im Vorjahr die Homologierung für internationale Motorsportbewerbe auslief, sah sich der Rennstreckenbetreiber gezwungen, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. Anfang Dezember 2017 rollten die ersten Baumaschinen auf die in die Jahre gekommene Rennstrecke.

«Wir haben viel Know-how in den neuen Belag gesteckt. Insgesamt wurden in Italien und in Kroatien 15 verschiedene Mischungen getestet. Das Material stammt übrigens aus demselben Steinbruch wie 1977, nur die Körnung ist jetzt um einiges feiner als damals», erklärte Event Direktor Igor Eskinja.

Nach dem ersten freien Training zeigten sich die Seitenwagen-Asse von der unglaublichen Griffigkeit begeistert. «Einfach perfekt», schwärmte der zweifache Weltmeister und Rundenrekordhalter Ben Birchall, nachdem er seinen im Vorjahr aufgestellten Rekord um über drei Sekunden unterboten hatte.

«Kaum zu glauben, aber der Grip ist jetzt sogar noch besser als zuvor. Wir sind jetzt allerdings auch um einiges flotter als in der Vergangenheit unterwegs, was einiges an Gefahr birgt, auch wenn die Sturzzonen teilweise vergrößert wurden», gibt der Österreicher Michael Grabmüller zu bedenken.

Vor allem wie ein Fahrer seine Reifen strapazierte, entschied über Sieg oder Niederlage. Kaum eine Reifenmischung überstand ein Rennen unbeschadet. «Das ist jetzt sicher anders», ist sich Bennie Streuer sicher. «Nach meiner Einschätzung kann man jetzt auch im Goldrace vom Start bis ins Ziel pushen.»

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