Huckenbeck: Start ist 50 Prozent

Von Jan Sievers
Speedway
Kai Huckenbeck- MC Güstrow

Kai Huckenbeck- MC Güstrow

In Deutschland sind Speedwaytalente rar gesät. Einer der Speedway-Profi werden will, ist der 17-jährige Kai Huckenbeck vom MC Güstrow.

In den Schülerklassen räumte er in seiner Altersklasse fast alles ab, was es zu gewinnen gab. Nun gilt es für ihn, auch bei den «Grossen» Fuss zu fassen.

Im letzten Jahr hattest du dir das Schien- und Wadenbein gebrochen und musstest den Grossteil der Saison pausieren. Bist du mit deiner Saisonleistung zufrieden?

Ja, es fing zwar schleppend an, da ich wenig Training durch den harten Winter und die lange Verletzungspause hatte, aber eigentlich habe ich wieder ganz gut rein gefunden.

Bist du wieder topfit oder gibt es noch Probleme mit deinem Unterschenkel?

Im Winter wurde ich operiert und habe alles wie Nagel, Platten und Schrauben raus bekommen. Es ist gut verheilt und macht keine Probleme mehr.

Bei Josef Hukelmann in Werlte hast du eine Ausbildung als Zweiradmechaniker begonnen. Willst du eigentlich auch Speedway-Profi werden, oder ist es dein Plan eher an Wochenenden nebenbei Rennen zu fahren?

Nein, ich will erst mal die Ausbildung durchziehen und dann will ich nach den drei Jahren auf jeden Fall als Speedway-Profi anfangen. Wenn es dann nicht klappt kann man immer noch arbeiten. Erst vorher absichern und dann geht’s los.

Willst du vor der dreijährigen Ausbildung auch schon im Ausland fahren, oder beschränkst du dich auf Deutschland?

Ja, wenn Angebote kommen, mal sehen. Vielleicht in Dänemark oder Polen.

Mit Güstrow in der Bundesliga habt ihr noch Chancen auf das Finale. Am nächsten Freitag fahrt ihr zu Hause gegen Landshut.

Bisher lief es ganz gut für das Team und für mich. Beim letzten Mal hatte ich sechs Punkte gefahren, das war eigentlich schon ein ganz gutes Ergebnis für mich als C-Fahrer. Mal sehen wie es gegen Landshut läuft, ich bin auf jeden Fall dabei. Im nächsten Jahr möchte ich auch wieder in Güstrow fahren, ich fühle mich da sehr wohl.

Warum war die deutsche U19-Nationalmannschaft eigentlich chancenlos gegen die gleichaltrigen Dänen und Schweden. Ihr seid beim Team-EM-Semifinale nie in Reichweite der Skandinavier gewesen. Du warst mit einem Laufsieg und sechs Punkten eher noch gut dabei.

Von der Geschwindigkeit, hätten wir es locker schaffen können. Nur uns fehlte es schon beim Start gegen die Schweden und Dänen und beim Speedway ist 50 Prozent der Start. Das hatte einfach nicht gepasst in Güstrow.

Grob gesagt hatten in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit die Jahrgänge 1984-1986 eine größere Leistungsdichte, als wir es heute erleben. Als Smolinski, Hefenbrock und Co im zarten Alter waren, pushten die Jungs sich gegenseitig immer weiter nach vorne.

Eigentlich war es immer René Deddens. Leider hat er ja jetzt aufgehört. Wir beide haben uns eigentlich immer gegenseitig hochgepusht, das war eigentlich schon ganz gut zum lernen. Jetzt, sowieso wenn man gegen stärkere Fahrer fährt, lernt man eh viel mehr.

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