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Bundesliga: Ignoranz und Willkür auf Seiten des DMSB

Kolumne von Wolfgang Geiler
Hinter der Speedway-Bundesliga 2016 stehen mehrere Fragezeichen

Hinter der Speedway-Bundesliga 2016 stehen mehrere Fragezeichen

Die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen dem DMSB-Fachausschuss Speedway und den Bundesliga-Vereinen lässt viel zu wünschen übrig. Oder besser gesagt: es gibt keine.

Bei der Speedway-Veranstalter-Tagung am 24. Oktober 2015 in Diedenbergen waren mit Brokstedt und Berghaupten/Diedenbergen nur zwei Mitglieder der Speedway-Bundesliga vertreten. Dass Norden fehlte war nachvollziehbar, da sie in der Saison 2016 kein Team mehr stellen. Dass aber mit dem AC Landshut, MC Stralsund und dem Speedwayteam Wolfslake gleich drei Mannschaften fernblieben, ist sehr bedauerlich. Im Nachhinein kann ich deren Abwesenheit nachvollziehen, denn der Fachausschuss macht ohnehin was er will.

An der Sitzung der SVG haben vom DMSB Christian Froschauer (neuer Vorsitzender Fachausschuss Bahnsport), Frank Ziegler (Vorsitzender Arbeitsgruppe Speedway) und Sascha Dörner (Mitglied der Arbeitsgruppe Speedway) teilgenommen. Die Fachausschuss-Mitglieder stellten die Ziele, Konzepte und Möglichkeiten im Speedwaysport vor. Nach konstruktiven Diskussionen hatten die Vereinsvertreter ein gutes Gefühl – hier tut sich endlich etwas Positives. «Wir wollen den Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Vereinen verbessern und forcieren», so das Credo von Christian Froschauer, der sich mit den Fachausschuss-Mitgliedern als Bindeglied zwischen DMSB und Vereinen sieht. Ein hehres Ziel, welches die Vereinsvertreter wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Doch die Realität hat die Vereine wieder einmal eines Besseren belehrt. Anstatt die Vereine mit ins Boot zu holen, sind erneut Entscheidungen getroffen worden, die nicht nachvollziehbar sind.

Als Erstes wurde der Meldeschluss für die Speedway-Bundesliga 2016 auf den 15. Dezember 2015 terminiert – viel früher als bisher – aber aus internationaler Terminsicht nachvollziehbar. Allerdings nur dann, wenn die Vereine frühzeitiger wissen, wie die Kategorisierung der Fahrer aussehen soll, um in Verhandlungen mit den Betreffenden zu treten. Doch seit dem 24. Oktober 2015 herrschte Funkstille. Keine Schreiben und keine Telefonate: die Kommunikationsfreudigkeit (Willigkeit?) des DMSB-Fachausschusses war wieder auf dem gleichen Stand wie vor der Sitzung – Informationen gleich null.

Am 26. November veröffentlichte der DMSB-Fachausschuss endlich die Kategorisierung für die A-, B- und C-Fahrer. Schon diese gab Anlass zu vielen Diskussionen unter den Bundesliga-Vereinen. Doch es musste gehandelt werden, schließlich stand der Meldetermin am 15. Dezember kurz bevor. Die Vereine konnten endlich final verhandeln.

Plötzlich, am 4. Dezember, erschien zur Überraschung aller eine überarbeitete Kategorisierung. Elf Tage vor dem Meldeschluss – die Vereine erhielten diese erst am 8. Dezember! Es kommt noch schlimmer: Ebenfalls am 8. Dezember wurde das neue Reglement für die Speedway-Bundesliga veröffentlicht. Meiner Meinung eine Vorgehensweise nach alter Gutsherrenart, die so nicht akzeptiert werden kann. Das ist, als würde die Deutsche Fußball Liga (DFL) ohne die Profivereine ein neues Reglement beschließen.

Ohne Matrosen nicht seetüchtig

Die Folge: Damit der Anmeldetermin nicht verpasst wurde, und um die Strafe von 2000 Euro für ein Zurückziehung zu verhindern, haben zwei Teams (Brokstedt Vikings und DMV White Tigers) die Anmeldung unter Vorbehalt getätigt. Aus nicht bestätigten Quellen soll auch Stralsund seine Bedenken geäußert haben. Das heißt: Mindestens zwei von fünf Teams sehen großen Nachholbedarf. So bemängelt Brokstedt unter anderem, dass die Änderungen beziehungsweise neue Bestimmungen bei der Sitzung so nicht be- und auch abgesprochen wurden.

Auch Berghaupten weist auf diese Tatsachen hin und kann zudem für die DMV White Tigers keine verbindliche Anmeldung wegen des Termins des Heimrennens in Berghaupten abgeben. Am 20. November erhielt der DMSB eine Mail von Teamchef René Schäfer mit der Bitte, dass das Heimrennen am 3. September 2016 ausgetragen werden soll. An diesem Termin finden die Kronen-Race-Days statt. Laut dem Reglement «Prädikatbestimmung Deutsche Speedway Mannschaftsmeisterschaft 2016» heißt es zwar in Punkt 3: «In Abstimmung mit dem betroffenen Verein(en) kann der DMSB hierzu Einzelfallentscheidungen treffen, wobei ein Termin nach dem 28. August nicht akzeptiert wird.»

Eine klare Aussage. Dass aber der betroffene Verein bis zum 16. Dezember keine Antwort oder einen Anruf auf das Mail vom 20. November erhalten hat, ist Ignoranz, die ihresgleichen sucht. Das ist kontraproduktiv für den gesamten deutschen Speedwaysport.

Stellt sich der Fachausschuss so die Zusammenarbeit mit den Vereinen vor? Sind die vollmundigen Ankündigen von der SVG-Sitzung im Oktober nur Phrasen? Im Moment kann ich nicht erkennen, dass der Fachausschuss und die Clubs in einem Boot sitzen. Dass der (die) Kapitän(e) den Kurs bestimmen, ist eine alte Seemannsweisheit. Nur ohne Matrosen wird jedes Schiff irgendwann nicht mehr seetüchtig sein.

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