Speedway-GP auf Sport1: Trotz Vertrag nichts zu sehen

Kolumne von Ivo Schützbach
Speedway-GP
Seit 2011 besitzt der deutsche TV-Sender Sport1 die Übertragungsrechte für den Speedway-Grand-Prix und den World Cup. Zu sehen bekommen wir wenig bis nichts.

GP-Vermarkter BSI stellte Sport1+ ab 2011 drei Jahre lang die bewegten Bilder gratis zur Verfügung, während Sender in Polen oder Dänemark viel Geld dafür locker machen mussten. Den Fans in Deutschland konnte das egal sein, wir sahen packende Rennen in bester Qualität und überwiegend live.

Für 2014 wurde bei Sport1 die Parole ausgegeben, dass jeder Cent gespart werden muss und dass andere Sportarten für bessere Quoten sorgen, allen voran Fußball. Obwohl mit Martin Smolinski (Sieg beim Auftakt in Auckland) erstmals in der Geschichte des Grand Prix ein deutscher Fixstarter dabei war, blieb die Mattscheibe in Deutschland dunkel.

Die Fans mussten sich auf den Internet-Livestream verlassen, der unter anderen von SPEEDWEEK.com ausgestrahlt wurde. Wenigstens Teile des World Cups bekamen wir letzten Sommer live und in HD auf Sport1+ zu sehen.

Besonders ärgerlich für BSI wie die Fans: Es gab für 2014 einen Vertrag mit Sport1 und es gibt auch einen für 2015. Das komplizierte Vertragskonstrukt zwingt den in Ismaning ansässigen Sender nicht zur Ausstrahlung der Rennen, der Grand Prix darf aber auch von keinem anderen Sender übertragen werden.

«Sport1 hat ein weiteres Jahr im Vertrag, er läuft noch bis Ende 2015», erklärte Nicola Sands von BSI gegenüber SPEEDWEEK.com. «Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als würden sie nicht übertragen.»

Bernie Ecclestone macht es vor

Bitter für BSI: Seit die polnische Agentur One Sport für die Speedway-EM (SEC) und die Best-Pairs-Serie einen Vertrag mit TV-Sender Eurosport abgeschlossen hat, kommen die zusammen acht Rennen in 71 Ländern live und zur besten Sendezeit. Während die One-Sport-Serien für Sponsoren und Fahrer immer attraktiver werden, hat der Speedway-GP zu kämpfen.

Zwei Herangehensweisen prallen aufeinander. One Sport versucht via Eurosport so viele Sendestunden wie möglich im Free-TV zu platzieren und über eine große Reichweite Sponsoren zu akquirieren, während BSI die Senderechte am liebsten pro Land exklusiv an einen Sender verkauft und so einen möglichst hohen Preis zu erzielen versucht.

Diese Denkweise ging schon in anderen Sportarten nach hinten los. Seit MotoGP in Italien überwiegend im Bezahlfernsehen kommt, schauen viermal mehr Fans die Superbike-WM an, weil diese im Free-TV ausgestrahlt wird. Obwohl dort Stars wie Valentino Rossi, Marc Márquez oder Jorge Lorenzo fehlen.

Wie man es richtig macht, exerziert Formel-1-Diktator Bernie Ecclestone seit Jahren vor: Er trägt dafür Sorge, dass seine Rennen für jeden frei empfänglich sind, in Deutschland etwa via RTL. Zusätzlich verkauft er die Rechte an Pay-TV-Sender wie Sky, dort bleiben Kunden von Werbung verschont und bekommen einen Mehrwert wie verschiedene Kameraperspektiven oder einen Datenkanal geboten.

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