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24h Le Mans: So sieht die Zukunft der LMP1-Klasse aus

Von Martina Müller
2017 kämpfen Porsche (vorne li.) und Toyota (ganz hinten re.)  Nase um Nase

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Auf der alljährlichen Pressekonferenz des Le-Mans-Veranstalters ACO gab es einen Einblick in die technische Zukunft der LMP1-Kategorie, die auch Königsklasse in der Sportwagen-WM (FIA WEC) ist. So wird ab 2020 gefahren.

Ausstiegsgerüchte um LMP1-Hersteller, immer weniger Bewerber um Startplätze in der Sportwagen-WM (FIA WEC) und bei den 24 Stunden von Le Mans und dazu nur sehr geringes Interesse anderer Autokonzerne, am LMP1-Sport: Im der Sportwagen-Szene brodelt es im Hintergrund gerade gehörig. Folglich wurde bei der alljährlichen Pressekonferenz des ACO (Automobile Club de l’Ouest) ein Feuerwerk an revolutionären Ideen erwartet, um den Sport wieder in sichere Fahrwasser gleiten zu lassen. Doch der sonst so selbstbewusste westfranzösische Club hatte mit eher unspektakulären Details auf die Krise geantwortet.

Evolution statt Revolution ist angesagt. Zunächst steht eines fest: Das 2014 eingeführte technische Reglement wird in seinen Grundzügen weiter bestehen bleiben. Die Effizienzformel mit verschiedenen Megajoule-Klassen und einen maximalen Spritverbrauch pro Runde wird auch im neuen Reglement, welches ab 2020 Gültigkeit haben wird, angewandt.

Die lang diskutierte Option der möglichen Reduzierung der im Wagen verbauten Hybrid-Systeme trug ebenfalls keine Früchte. Das bedeutet im Klartext, dass es auch in Zukunft bei (bis zu) zwei ERS bleiben wird. Die maximal rekuperierbare Elekro-Power wird ebenso bei 8 MJ ( Megajoule) bleiben.

Damit in den letzten Monaten nicht vollständig ergebnislos getagt wurde, präsentierte der ACO dennoch einige kleine Anpassungen für das zukünftige Reglement. So wird ab 2020 nur noch eine Karosserie-Variante pro Saison homologiert werden können. (Aktuell gibt es deren zwei: Eine für hohen Anpressdruck und das sogenannte Le-Mans-Kit). Front- und Heckflügel sollen dafür dann aber mehr Verstellmöglichkeiten erhalten.

Außerdem dürfen die Fahrzeuge im Hinblick auf eine neue Saison nicht in allen Bereichen überarbeitet werden. Für die Bereiche Chassis, Motor, Hybrid-System und Bodywork sollen Parameter definiert werden, was genau über den Winter neu gemacht werden darf bzw. welche dieser vier Einheiten gar nicht (oder erst ein Jahr später wieder) angegriffen werden dürfen.

Weitere signifikante Neuerungen sind:

  • Die Reduzierung der Windkanalzeit auf 600 Stunden pro Jahr (aktuell sind es 800 Stunden).
  • Die Reduzierung der privaten Testtage und der Versuch, mehr kollektive Tests zu etablieren.
  • Die Reduzierung des Personals an der Strecke auf 50 Techniker (bislang sind es 65)
  • Die Reduzierung der Anzahl der pro Saison verwendbaren Antriebsstränge (Motor und Hybrids-System) auf vier (bislang fünf)
  • Änderungen an der Form des Cockpits, um die Sicherheit zu erhöhen. Auch die Sitzposition des Fahrers wird geändert.

Diese Regeln sollen vier Jahre Gültigkeit besitzen.

Ach ja, dann ist da auch noch die Elektro-Sache. Um einen besseren Abklatsch zu den unter Strom fahrenden Straßenfahrzeugen zu generieren, müssen die Batterien der LMP1 ab 2020 in der Box zusätzlich auch über Steckdose und Kabel geladen werden. Mit dieser Elektro-Power soll dann eine gewisse Strecke (man spricht von einigen hundert Metern bis vielleicht sogar einem Kilometer) vollständig elektrisch gefahren werden. Ein Schauspiel, welches soundinteressierte Fans sicherlich vor Freude erquicken wird.

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