Ricky Taylor: Le Mans wird ein aggressives Rennen

Von Oliver Müller
24h Le Mans
IMSA-Champion Ricky Taylor fährt bei den 24h von Le Mans einen Ligier LMP2

IMSA-Champion Ricky Taylor fährt bei den 24h von Le Mans einen Ligier LMP2

Der amtierende Champion der amerikanischen IMSA-Serie tritt auch 2018 wieder bei den 24 Stunden von Le Mans an. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com blickt Ricky Taylor auf den Wettbewerb in der starken LMP2-Klasse.

In Nordamerika fährt er für das Team von Roger Penske einen Acura DPi. Doch an diesem Wochenende lässt der amtierende IMSA-Champion Ricky Taylor seinen Acura-Werkswagen in der Garage stehen und gibt einen Gastauftritt bei den 24 Stunden von Le Mans. Hier fährt der 28-Jährige zusammen mit Côme Ledogar und David Heinemeier-Hansson einen Ligier JS P217 von Jackie Chan DC Racing in der LMP2-Klasse. «Als Pilot willst du natürlich auch bei dem größten Rennen der Welt dabei sein – und das ist eben Le Mans. Deswegen komme ich immer wieder hierher zurück», verrät Taylor, der bereits seinen fünften Auftritt seit 2013 an der Sarthe gibt.

«In der vergangenen Zeit lief es hier für mich noch nicht so gut. So wie ich es sehe, besteht für mich in diesem Jahr die beste Chance auf den Klassensieg, die es je gab. Das ist sehr speziell für mich. Ich freue mich schon ungemein, wenn es im Rennen endlich zur Sache geht. Taylors Ligier hatte in der Qualifikation eine Zeit von 3:29,47, Minuten geschafft. Somit fährt sein Fahrzeug nur von der 16 Position in der LMP2-Klasse los.

Doch davon lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. «Wir fahren hier voll auf Sieg. Wir haben schon letztes Jahr gesehen, dass viele Autos ausgefallen sind. Es wird ein sehr aggressives Rennen. So wie es aktuell ausschaut, soll es über die 24h-Distanz wohl trocken bleiben. Und dadurch, dass in Le Mans die Reifenwechsel seit diesem Jahr nun während des Tankvorgangs durchgeführt werden können, bringen sie keinen zeitlichen Nachteil. Somit können wir mehr mit der Reifenstrategie spielen. Insgesamt wird dieses Jahr sicherlich einen schärfere Pace angeschlagen als im letzten Jahr.»

Wie schon 2017 haben auch in der diesjährigen Qualifikation die Oreca 07 das LMP2-Feld dominiert. Vor der Übermacht der Wagen aus dem südfranzösischen Signes ist Taylor jedoch nicht bange. «Über eine Runde ist der Oreca sicherlich schneller. Aber auf den Longrun gesehen, wird es auf den Fahrer oder das Setup ankommen. Und da werden wir sicherlich alle sehr dicht beieinander sein», prognostiziert Taylor.

Für einen Vergleich zwischen den einzelnen LMP2 ist Ricky Taylor tatsächlich der beste Mann. Denn er ist der einzige Mensch, der alle vier aktuellen LMP2 (Riley, Dallara (Cadillac), Oreca (Acura) und eben den Ligier) gefahren ist. «Ja, das stimmt. Mir fällt kein anderer ein. Das ist schon eine richtig coole Sache», grinst er über das ganze Gesicht. «Viele Leute erwarten große Unterschiede zwischen allen vier Modellen. Aber sie sind letztendlich recht gleich. Der Riley war natürlich am einen Ende der Skala. Aber das lag am Luftwiederstand und an der wenigen Entwicklung. Bei uns drüben in Amerika haben die Mazda DPi, die ja auf dem Riley basieren, inzwischen auch die nötige Pace. Jedes der vier Chassis bringt natürlich seine Eigenheiten mit. Aber diese befinden sich alle innerhalb der selben Klasse.»

Start der 86. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans ist am Samstag um 15:00 Uhr.

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