Ducati zeigt Superbike-Werksteam 2026: Tradition trifft Erwartungsdruck
Mit neuer Panigale V4R und hohen Ansprüchen startet Ducati in die Superbike-WM 2026. Bei der Teampräsentation wurde klar: Im Jubiläumsjahr ist der WM-Titel absolute Pflicht.
Mit einem feierlichen Auftritt hat das Ducati-Werksteam seine Saison 2026 in der Superbike-WM eingeläutet. Zum zwölften Mal in Folge wird das Team unter dem Namen Aruba.it Racing – Ducati an den Start gehen – eine Kontinuität, die im modernen Motorsport längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Rund 200 geladene Gäste erhielten im Aruba Auditorium erstmals einen Blick auf die neuen
Jubiläums-Lackierung erinnert an den Look der Ducati-MotoGP-Bikes
Die neue Lackierung steht ganz im Zeichen des 100-jährigen Ducati-Jubiläums: Das matte «Rosso Centenario» mit doppeltem weißen Streifen zitiert historische Rennmaschinen aus den Jahren 1949 und 1955 – ein bewusster Rückgriff auf die eigene DNA. Die Lackierung orientiert sich am Design der Werks-Desmosedicis für die MotoGP-Saison 2026.
Ducati-CEO Claudio Domenicali ordnete den Auftritt entsprechend ein. Das Jubiläumsjahr sei mehr als ein symbolischer Meilenstein, vielmehr ein Anlass, die Bedeutung der Superbike-WM für den Hersteller zu unterstreichen. Ducati sei seit der ersten Saison 1988 prägend für die serienbasierte Weltmeisterschaft, erklärte Domenicali und verwies auf die beeindruckende Titelbilanz.
Die neue Panigale V4 R stehe exemplarisch für diesen Weg: Sie vereine Technologien aus der MotoGP mit den Anforderungen der Superbike-WM und solle sowohl auf der Rennstrecke als auch für Kunden ein spürbarer Fortschritt sein. Die langjährige Partnerschaft mit Aruba bezeichnete er als einen zentralen Pfeiler des sportlichen Projekts.
Teamchef Stefano Cecconi blickte dagegen nüchterner auf die bevorstehende Saison. Man habe 2025 bis «zur letzten Kurve» alles gegeben, sagte Cecconi, wisse aber auch, dass die Messlatte weiter gestiegen sei. Die witterungsbedingt schwierigen Wintertests in Jerez und Portimao hätten das geplante Programm eingeschränkt. «Wir konnten noch nicht alle Qualitäten der neuen Panigale V4 R vollständig verstehen», räumte er ein, zeigte sich aber zuversichtlich, dies bei den offiziellen Tests in Australien nachzuholen. Das Vertrauen in die Fahrer sei groß: Nicolo Bulega habe bereits bewiesen, dass er titelreif sei, und Iker Lecuona bringe trotz seines jungen Alters enorme Erfahrung mit.
Luigi Dall'Igna meldete sich vom Test in Sepang
Luigi Dall’Igna meldete sich per Videobotschaft vom MotoGP-Test in Malaysia. Die Zielsetzung für 2026 formulierte er unmissverständlich: Man wolle bis zum Schluss um den Fahrertitel kämpfen und ihn nach Borgo Panigale zurückholen. Die neue Panigale V4R sei dabei ein entscheidender Schritt, ebenso die Fahrerpaarung.
Bulega habe in den vergangenen Jahren Konstanz und Reife gezeigt, nun müsse der letzte Schritt folgen. Lecuona stehe vor einer anspruchsvollen Aufgabe als Nachfolger von Alvaro Bautista, bringe aber alle nötigen Qualitäten mit. Die Erfolge in der Team- und Herstellerwertung des Vorjahres seien die Basis, von der aus man erneut angreifen wolle.
Auch die Fahrer selbst blickten mit Spannung auf den Saisonstart. Bulega sprach von einem langen Winter und schwierigen Testbedingungen, zeigte sich aber überzeugt, in Australien rasch das richtige Gefühl zu finden. «Wir haben letztes Jahr bis zum letzten Rennen um den Titel gekämpft – jetzt müssen wir alles zusammenbringen, um ihn zu gewinnen», sagte der Italiener.
Lecuona bezeichnete seinen Wechsel ins Ducati-Werksteam als die größte Chance seiner bisherigen Karriere. Das Ziel sei klar: sich Schritt für Schritt zu verbessern und in eine Position zu kommen, in der man um den WM-Titel kämpfen könne.
Die Teampräsentation machte damit deutlich: Trotz Jubiläum, Historie und feierlichem Rahmen richtet Ducati den Blick kompromisslos nach vorn. Die Erwartungen sind hoch – intern wie extern. Ob die neue Panigale V4 R diesem Druck standhält, wird sich schon bald auf der Strecke zeigen. Bereits in zwei Wochen gastiert die Superbike-WM in Australien, um den finalen Test und den Saisonauftakt abzuhalten.
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