3. Training Monza: Russell vorne, Verstappen ärgert sich über Hamilton
Drittes Training zum Traditions-GP von Italien in Autodromo Nazionale von Monza: George Russell mit Bestzeit vor Hamilton, Verstappen auf Platz 3, aber der Niederländer schimpfte über den Engländer.
Letzte Möglichkeit für die 22 Formel-1-Herren, ihre Rennwagen im Quali-Trimm und im Dauerlauf auszuloten. Auch an diesem Tag war es heiss in Monza, das Training begann bei 30,8 Grad, die Bahn bei 49,4 Grad.
Frühes Sorgenkind: Williams-Fahrer Alex Albon. «Ich habe ein Problem mit der Lenkung, ich kann das Lenkrad kaum drehen.» Der Thai-Brite wird in der Startaufstellung zurück müssen, denn er erhält hier in Monza einen neue Motorteile – 20 Ränge zurück.
Eine Viertelstunde lang kaum Action auf der Bahn. Grund: Viele Piloten hatten am Freitag reichlich mittelharte und harte Pirelli-Reifen verwendet, deren Anzahl ist jedoch begrenzt, und das sind die bevorzugten zwei Mischungen fürs Rennen.
Nach 17 Minuten WM-Leader Kimi Antonelli auf der Bahn (noch keine Spur von Ferrari), der 20-Jährige aus Bologna übernahm standesgemäss die Spitze (auf weichen Reifen), vor Max Verstappen (auf mittelharten Walzen), dessen Fans natürlich hofften, dass Red Bull Racing über Nacht in Sachen Abstimmung ein Schritt nach vorne gelungen war.
Dann Applaus von den Tribünen: Ferrari auf der Bahn! Lewis Hamilton rodelte gleich mal in den Kies, damit erster Versuch in der Tonne. Das machte Leclerc besser: P2 hinter Antonelli (auf weich), aber vor Verstappen.
Weitere Patzer: GP-Sieger Piastri im Kies, Dreher von Red Bull Racing-Fahrer Liam Lawson in Kurve 1. Der Neuseeländer am Funk: «Das Heck bei niedrigem Tempo, da konnte ich nichts machen.» Womöglich ein Problem mit der Motorbremse.
Verstappen, noch immer auf mittelharten Reifen, nahm einen neuen Anlauf, konnte sich aber nicht verbessern: noch immer Zweiter, aber mit 0,435 sec Rückstand auf Leader Antonelli.
Hamilton legte nach, aber es reichte nur für P3. Antonelli war auf einer besseren Runde, versemmelte aber die Parabolica. McLaren-Fahrer Piastri jammerte am Funk: «Sagt mir, wie ich das machen soll, denn ohne Windschatten ist das hier lächerlich.» Die erste schnellere Runde von Russell auch nicht berauschend – Platz 5.
Stand nach 30 Minuten: Antonelli, Leclerc, Gasly, Verstappen, Russell, Norris, Hamilton, Colapinto, Lawson und Piastri.
Max erhielt von Renningenieur Gianpiero Lambiase Lob: «Das war eine gute Runde in freier Fahrt.» Verstappen: «Ja, schon, aber wir sind zu langsam, um weiter nach vorne zu kommen, brauche ich einen Windschatten.»
Piastri hämmerte auf das Lenkrad seines McLaren: Verbremser vor der ersten Kurve, daher Windschattenversuch mit Lando Norris fehlgeschlagen.
Dann fast ein Crash zwischen Hamilton (der vor den Lesmo-Kurven auf der Ideallinie herumgondelte) und Piastri. Auch Verstappen verhaute die ersten Kurve und musste in den Notausgang. Dann aber Verbesserung auf P2 hinter Antonelli.
Nach 35 Minuten endlich eine anständige Runde von Lewis Hamilton: hoch auf Platz 3. Was hier in Monza wirklich geht, zeigte jedoch Mercedes-Fahrer George Russell – neue Bestzeit, stattliche 0,345 sec vor Antonelli, dann Verstappen, Hamilton und Leclerc, der dann auf P3 vorrückte, aber fast vier Zehntel langsamer als Russell.
Die Tifosi fragten sich bange: Kommt da noch was von Ferrari?
Antwort: Jein – Hamilton knapp schneller als Leclerc, aber eben auch mehr als drei Zehntel hinter Leader Russell.
Danach fast eine Kollision zwischen Russell und Lawson. Lawson regte sich auf, weil Russell im Weg stand, der entschuldigte sich am Funk: «Ich kann mich ja nicht in Luft auflösen.» Dahinter sass Esteban Ocon erste Reihe Mitte – und war wütend. Er zeigte Russell die Faust, denn die Runde des Haas-Fahrers war im Eimer.
Hoffnung für die Tifosi: Verbesserung von Leclerc, jetzt noch 0,226 sec hinter dem führenden Russell.
Hamilton monierte am Funk: «Ich kann nicht über die Hinterreifen sehen, also sehe ich die Leute nicht kommen.» Renningenieur Santi: «Ich versuche, dir so gut als möglich zu helfen.» Ferrari fährt in Monza mit niedriger angeordneten Rückspiegeln, um den Luftwiderstand zu verringern.
16 Minuten vor Schluss mit einer Verbesserung (nun 0,45 sec vor Leclerc), Verstappen legte ebenfalls zu, Zweiter hinter Russell, um 0,327 sec distanziert.
Die italienischen Fans hofften auf Antonelli und Ferrari: Kimi hoch auf P2, aber zwei Zehntel hinter Russell.
Dann ein Ausrufezeichen von Racing Bulls-Fahrer Arvid Lindblad: P3 hinter den beiden Mercedes, wow!
Hamilton wieder mit einem Patzer (nach absoluter Bestzeit im ersten Pistensektor), Leclerc hoch auf P3 vor Lindblad.
Max Verstappen ärgerte sich über den Ausflug von Hamilton: «Dieser verdammte Ferrari, mein Gott, immer im Weg!»
Beide Weltmeister nahmen neuen Anlauf: Hamilton hoch auf P2, Verstappen neu Dritter.
Zum Abschluss ein kleines Privatduell zwischen Hamilton und Verstappen: Max zog auf der Start/Ziel-Geraden auf gleiche Höhe und zeigte mit der rechten Hand sinngemäss, bei Tempo 330 – was soll das? Dann bremste Verstappen Hamilton in Kurve 1 aus, der sah Max nicht kommen und wäre fast in den Gegner hineingekracht.
Max am Funk trocken: «Das hat er sich selber eingebrockt.»
Lewis am Funk: «Max hat mich blockiert.»
Die FIA kündigte an: Der Vorfall ist notiert. Ob da noch eine Strafe kommt, ist unklar.
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