Als Frau mit dem Motorrad durch den Iran
Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren – was passierte, als ich es trotzdem tat: Die britische Autorin Lois Pryce bereiste 2013 während zwei Monaten den Iran und schrieb ein Buch darüber.
Das Buch über diese Reise ist definitiv kein weiterer dieser langweiligen, im Grunde meist nutzlosen Reiseführer für Motorradfahrer. Die fesselnde, humorvolle Erzählung von Lois Pryce beginnt mit einem Zettel eines Unbekannten, den sie in London auf ihrem Motorrad fand: In der handgekritzelten Botschaft forderte sie "ihr persicher Freund Habib" auf, den Iran zu bereisen, um sich selbst ein Bild zu machen.
Die eindringliche Botschaft liess Pryce nicht mehr los und gegen alle Widerstände konnte sie ihren Plan verwirklichen. Ihre Schilderung von Land und Leuten kontrastiert total mit der Berichterstattung der Mainstream-Medien. Freundliche, kultivierte Menschen, die unter einem rigiden Minderheitsregime religiöser Fanatiker leiden und sich dank Einfallsreichtum, Witz und Mut die Lebensfreude nicht nehmen lassen.
Vieles wird relativiert in der direkten Begegnung mit dem Iran und den Iranern, wobei Pryce als Frau auch Kontakte mit Iranerinnen möglich waren: Überwältigende landschaftliche Schönheiten und monotone, zugemüllte Asphaltbänder, herzliche Gastfreundschaft ohne Hintergedanken und dumpfe Aggression gegen eine westliche Frau mit einem fremden Nummernschild am Motorrad.
Ein Wechselbad der Gefühle durch teilweise diametral entgegengesetzte Eindrücke und Erlebnisse zwischen zwei Buchdeckeln, von Monika Baark authentisch ins Deutsche übertragen. Erschienen im Dumont Verlag, 330 Seiten, ISBN 978-3-7701-6681-7, 16,99 Euro.
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