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Rollende Wertanlagen oder Modeerscheinung? Kleinserien-Motorräder im Trend
Exklusivität als Versprechen: Vor allem in der Luxus-, aber auch in der Mittelklasse setzen immer mehr Motorradhersteller auf limitierte Kleinserien. Sind die Sondereditionen mehr als Geldmacherei?
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Ducati gelang der erste Sieg der Saison, doch alle Aprilia-Racer landeten in Jerez in den Top-6. Der Test endete mit drei Bikes aus Noale in Front. Eine Bestandsaufnahme nach dem MotoGP-Europaauftakt.
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Ob Aprilia, Ducati oder KTM – selbst der per Definition schon kleine Hersteller Bimota ist zuletzt auf den Zug aufgesprungen: Jede Marke, die es mit ihrem eigenen Selbstverständnis in Einklang bringen kann, legt derzeit limitierte Modelle auf: Ob Ducatis V4 Superleggera oder KTMs zulassungsfähige und rennstreckenexklusive Ausführungen von 1390 Super Duke RR: Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Hersteller ein neues Exklusivmodell in kleiner Auflage präsentiert.
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Die Idee eines ab Werk in seiner Stückzahl begrenzten Kleinserien-Motorrads ist uralt: Ob die begrenzte Erstauflage der Ducati 900 Mike Hailwood Replica, Hondas RC45, dem japanischen MotoGP-Bike für die Straße RC213V-S, die Brough Superior AMB001 – Beispiele gibt es reichlich. Immer wieder gab es auch jenseits von simplen Sondereditionen auflagenbeschränkte Modelle, die spektakulär, bildschön, skurril oder gleich alles zusammen waren. Ihre Bestimmung war stets die Gleiche: Besonders zu sein. Eine Eigenschaft, die heute besonders im Markt für höherpreisige Zweiräder immer wichtiger wird. Schließlich wird der Motorradmarkt im Segment über 500 Kubikzentimetern nach Expertenmeinungen langfristig schrumpfen. Damit werden Alleinstellungsmerkmale in hohen Preissegmenten immer wichtiger und einer der Wege für die Hersteller, diese sicherzustellen, ist über starke Individualisierung. Denn Motorräder, die sich an nur vergleichsweise wenige Kunden richten, können in ihrer Ausrichtung extremer sein. Schließlich reicht es für sie, einem beschränkten Käuferkreis zuzusagen, solange es die richtigen Käufer sind. Und «richtig» bedeutet in diesem Zusammenhang häufig: Wohlhabend. Schliesslich sind die Preise in diesen Nischen stattlich.
Doch auch Otto-Normalverbraucher profitieren zumindest indirekt von den Extrem-Editionen: An ihnen probieren die Serien-Ingenieure neue und teils extreme Konstruktionen aus, die später auch in günstigeren Modellen eingesetzt werden. Aprilias Submarke «X» adaptiert Aerodynamik-Lösungen, die die venezianische MotoGP-Rakete RS-GP mit zum derzeit besten Motorrad der Königsklasse machen. Know-How, mit dem die Noaleser das Aerodynamik-Konzept des aktuellen Straßenmodells RSV4 erdachten. Außerhalb der MotoGP kam es erstmals bei der RSV4 X ex3ma zum Einsatz – abgeleitet von der RSV4, gespickt mit aerodynamischer Finesse und Bauteilen auf höchstem Niveau, auf 30 Stück limitiert und 80.000 Euro teuer. Perspektivisch wird diese Expertise in abgeschwächter Form auch in den Großserien-Sportbikes RS660 und RS457 Verwendung finden.
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Ducati verfeinert in der mittlerweile vierten Superleggera-Generation sein Wissen über den Einsatz von Kohlefaserteilen bei Motorrädern mit Straßenzulassung. Know-How, das langfristig zum Beispiel bei der Entwicklung von Elektromotorrädern helfen könnte und kurzfristig Image und Bilanz poliert. 2014 war das Superbike-Derivat 1199 Superleggera das erste Motorrad mit Carbon-Verkleidung. Die aktuelle Leichtbau-Ableitung der Panigale V4 verfügt erstmals auf einem Zweirad über Carbon-Keramik-Bremsen. Mit Stückpreisen im Gegenwert einer Multistrada V4 wäre diese Technik in der Großserie nicht darstellbar. Bei den geschätzten Preisen der V4 Superleggera Centenario gehen solche Details jedoch unter: Für die 500 Centenario und 100 Centenario Tricolore sollen die Bologneser sechsstellige Preise aufrufen: Von 150.000 bis 200.000 Euro Gesamtpreis reichen Schätzungen. Dafür bekommen die Kunden alles, was auf zwei Rädern für die Straße in Sachen Leichtbau aktuell möglich ist.
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Leichtbau spielte auch für BMW die Kernrolle, die 2017 an der HP4 Race die industrielle Fertigung von Hauptrahmen aus Kohlefaser üben konnten – auch wenn die auf 750 Stück ausgelegte Sonderserie nur für die Rennstrecke gedacht war.
Den Zugang zu reinen Rennsport-Modellen haben Replicas zum Thema. Sie stellen meist die Kundenversion der extremsten Wettbewerbsmotorräder dar. KTM legt alljährlich eine neue Edition seines Dakar-Rallye-Motorrads 450 Rally auf, auf der sich Kunden wie der diesjährige Sieger Luciano Benavides fühlen können. Der Glanz der Offroad-Speerspitze soll zudem auf das Großserien-Modellprogramm abstrahlen und die Wurzeln von KTMs Adventure-Modellen in Erinnerung rufen. In Großserie produziert wären Replicas nicht darstellbar. Mit 99.800 Euro ohne Steuern mehr als das Doppelte als die KTM verlangte Ex-Boutique-Marke Bimota kürzlich für seine jüngste Kleinserie: die KB998 Rimini Elite lassen die Riminesen bis zum Herbst 2026 im katalanischen Granollers bei WSBK-Einsatzteam Provec Racing fertigen, die in Windeseile vergriffen waren. Dafür erhalten die Kunden, neben einem astreinen Rennmotorrad, VIP-Zugang zur Bimota-Hospitality bei WSBK-Events und Instruktionen von Bimota-Testfahrern Xavi Fores und Tito Rabat bei einer professionell organisierten Testfahrt – eigenes Boxenteam inklusive. Als «Sammlerstück für exklusive Garagen» bezeichnen die Italiener das Motorrad und benennen damit gleichzeitig den Einsatzzweck vieler hochpreisiger Sondereditionen: Diese fristen häufiger ein Dasein als Ausstellungsstück als ihrer Bestimmung als Fahrzeug nachzukommen. Der Grund dafür ist klar: Für viele Käufer sind die Exklusivmodelle mehr Wertanlage als Fahrzeug, und das oft mit Erfolg. Die für eine Stichprobe gewählten BMW HP4 Race und Ducati 1299 Superleggera beispielsweise verlieren praktisch nicht an Wert. Abhängig von der Konfiguration ließen sich auf mehreren Verkaufsplattformen Preiszuwächse feststellen.
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Jedoch gibt es durchaus auch Beispiele, die sehr wohl mehr als einmal bewegt werden wollen: KTM legt von seinem Mittelklassesportler 990 RC R eine «Track»-Version auf. Der Erwerb dieser berechtigt nicht nur zur Teilnahme am Markenpokal «990 RC R Cup», man wird als Teilnehmer dessen als Kunde auch bevorzugt behandelt. «Track» ist auch der Namenzusatz einer besonders extremen Variante der ohnehin schon exklusiven 1390 Super Duke RR. Auch die auf der gleichen Basis in Handarbeit entstehende Brabus 1400 R ist in ihrer Stückzahl begrenzt. Exklusivauflagen bedeuten jedoch nicht automatisch auch Unbezahlbarkeit. Mit dem Café Racer Formula 73 liefert Ducati auch dafür ein Beispiel: Diese liegt zwar, je nach Land, gerundet stattliche 6.000 bis 7.500 Euro oberhalb der Plattformschwester Scrambler und dürfte so eine satte Marge produzieren. Dass sie damit aber noch immer unterhalb von BMWs R12 S eingepreist ist, könnte sie trotzdem für manchen interessant machen. 873 Kunden wollen die Bologneser für das Modell finden, dass sie zum Anlass des 100. Geburtstages der Firma auf den Markt bringen. Der Zusatz «Centenario» der aktuellen V4 Superleggera nimmt ebenfalls Bezug auf das Markenjubiläum und es steht zu vermuten, dass noch weitere Sondermodelle zum Geburtstagsfest folgen werden. Für manche der Modelle ist die Stückzahl erst das i-Tüpfelchen. Beispiel Bimota: Seltener als die 5 Exemplare der KB998 Rimini Elite dürfte tatsächlich kaum ein Motorradmodell sein. Das zeigen auch anschaulich die Größenverhältnisse unter den, in diesem Fall italienischen, Premium-Herstellern: Auch wenn genaue Zahlen zu Bimotas Jahresproduktion nicht vorliegen, dürfte allein Ducatis Auflage der Superleggera V4 Centenario ein Mehrfaches der jährlichen Gesamtstückzahl der Kawasaki-Tochter aus Rimini betragen. «Exklusiv» ist also bei all diesen Beispielen subjektiv.
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