Manuel Meier kritisiert: «Nimmt den Charakter einer Langbahnveranstaltung»
In doppelter Funktion will Manuel Meier beim Europameisterschaftsfinale der Gespanne auf der Grasbahn in Berghaupten dabei sein. Ein Ärgernis für die Fahrer und Fans ist der zeitliche Ablauf.
Am 29. und 30. August richtet der MSC Berghaupten seine «Race Days» aus, an denen ein Speedway- und Grasbahnrennen ausgetragen werden. Highlight des Wochenendes ist für den Club im Schwarzwald das Finale der Seitenwagen-Europameisterschaft am Sonntag. Dass dieses auch live im Stream gezeigt werden soll, stellt den Veranstalter mit seinem Vorsitzenden Manuel Meier vor neue Herausforderungen.
«Wir haben uns natürlich gefreut, dass wir den Zuschlag für das EM-Finale bekommen haben. Ich wurde zum Vorstand gewählt und dann steht man vor einem gewaltigen Berg Arbeit», so Meier, der auch weiterhin Rennen fährt. «In diesem Frühjahr kam dann die Hiobsbotschaft für uns als Veranstalter, dass wir während der EM kein Rahmenprogramm fahren dürfen. Diese Möglichkeit stand im Vertrag, dass es eine Live-TV-Übertragung geben kann. Dann können wir davor und danach ein Rahmenprogramm durchführen, aber wenn die EM läuft, darf nichts anderes sein.»
Laut Vorschrift getrennte Rennen
Für den MSC Berghaupten und die Zuschauer wird sich der Ablauf der Veranstaltung dadurch ändern. «Wir haben es jetzt geschafft, das Ganze so zu planen, dass wir die maximal elf Läufe für die EM am Stück durchziehen können. Es wird bereits ab zirka 9:30 Uhr auf der Bahn losgehen und der Renntag wird bis etwa 16 Uhr andauern. Abgesehen von einer einstündigen Mittagspause wird immer was los sein auf der Bahn. Im Anschluss an das EM-Finale wird dann das komplette Solo-Rennen der nationalen und internationalen Klasse durchgezogen», gewährte Manuel Meier SPEEDWEEK.com tiefe Einblicke.
Und ergänzte: «Im Allgemeinen werden sich die Verbände immer schwerer tun Veranstalter zu finden, die Prädikate ausrichten – vor allem, weil auch immense Kosten entstehen. In der I-Solo hat man wenigstens das WM-Feld aufgestockt, um ein ansprechendes Tagesprogramm bieten zu können. Aber für alle anderen Klassen sind es zu wenig Läufe, um eine Veranstaltung zu füllen. Wir wussten, dass die Möglichkeit besteht, dass eine Live-Übertragung kommt. Aber mit diesen Auflagen nimmt man den Charakter aus einem Langbahnrennen heraus. Langbahnfans sind anders als Speedwayfans, die wollen alle Gruppen über den Tag sehen.»
Bis diesem Zeitplan sind zwei Gespanne notwendig
Manuel Meier kann die Auflagen der FIM Europa auch aus Fahrersicht beurteilen, schließlich will der 36-Jährige mit Lena Siebert im Beiwagen selbst im EM-Finale erfolgreich sein. «Wir haben in einer Stunde und 20 Minuten fünf bis sieben Rennläufe zu fahren, das wird echt blöd. Es wird für die Fahrer immer anstrengender», zeigt sich der Badener wenig begeistert vom straffen Renntag. «Wenn wir streng nach dem Zeitplan gehen durch unser Sechserfeld, hat man zwischen einem Doppelstart nur sieben Minuten Zeit, um nach einem Lauf runterzukommen, das Motorrad zu richten und sich selbst auf den nächsten Start vorzubereiten. Sogar im Speedway-GP haben die Fahrer mehr Zeit und es wird bei uns im Modus immer wieder Fahrer treffen, die doppelt raus müssen.»
Andere Fahrer bemerkten zurecht, dass unter solchen Umständen eigentlich zwei Gespanne notwendig sind. Denn mehr als Methanol auffüllen, den Hinterreifen und Luftfilter wechseln sowie Motor, Kupplung und Zahnriemen minimal kühlen, ist in der geringen Zeit nicht möglich. Im Fall eines Defekts war es das ohne zweites Motorrad.
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