Tausendsassa Egon Walla ist tot: Aus dem Boxring ins Oval – zum Stuntfahrer
An Christi Himmelfahrt (14. Mai 2026) verstarb Bahnsport-Legende Egon Walla nach längerer Krankheit. Der zuletzt als Buchautor aktive Dortmunder wurde 83 Jahre alt und hinterlässt viele Spuren.
Lange Zeit prägte Egon Walla die Bahngespann-Szene maßgeblich mit. In den frühen 1960er-Jahren wechselte er vom Box- zum Bahnsport und baute mit Unterstützung des BMW-Clubs Hagen eine R 51/2 zum Gespann um. Mit Bruder Ernst im Beiwagen und BMW-Tuner Paul Blum als PS-Zauberer fuhr Walla bald auf der Erfolgsspur und kam 1966 in den Genuss eines Fahrervertrages bei BMW. Mit dieser Unterstützung avancierten die Gebrüder Walla zum Nord- und Westdeutschen Bahnmeister.
Mit Günther Gosch im Boot setzte sich die Erfolgsserie ab 1969 in der Lizenzklasse fort. Von 1972 bis 1987 war er meistens in den Top-Ten der Seitenwagen-DM gelistet, dazu kam als größter Erfolg der Vizetitel in der EM 1980. Bis 1990 startete Walla bei international besetzten Veranstaltungen und erlebte dabei noch die Ära der Schwenker und der Mehrzylinder-Motoren. Schon bevor er mit dem Gespannrennen aufhörte, hatte er seine zweite Karriere als Stuntfahrer gestartet. Dabei sprang er mit den damals modischen Ballonreifen-Trikes durch Feuerwände und stellte 1994 sogar einen bis heute bestehenden Weltrekord auf.
Neben den Rennen betätigte sich Tausendsassa Walla zwischenzeitlich als Gaststättenbetreiber in seiner Heimatstadt und machte auf Ausstellungen bis hin zur Kölner IFMA Werbung für seinen geliebten Gespannsport. Ab 2000 organisierte er gemeinsam mit Gattin Irina in Eigenregie regionale Motorradmessen, so in Paderborn, Schwerte oder Hamm. Von 2003 bis 2006 kam das Hallenspeedway Rheinberg dazu, ab 2012 dann die «Dortmund Classic Days» am Schloss Westhusen.
Doch immer noch juckte die Gashand. Also aktivierte Walla sein Bahngespann mit dem Vierzylindermotor der Yamaha FZ 750 für Showrennen und organisierte Sandbahntrainings in Hof/Westerwald. Noch 2024 setzt er eine Suzuki GSX-R 1000 für derartige Zwecke ein – wohlgemerkt mit 81 Jahren.
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