Sandkastenspiele: In Marokko zieht die Rally Raid-WM-Karavane in die Sahara
Die Rallye Raid-WM macht mit dem vierten Lauf in den Dünen der Sahara Station. Die Austragung des letzten WM-Laufs in Abu Dhabi steht derweil wegen angespannter Sicherheitslage unter neuer Bewertung.
Die Rally Raid-WM-Titelentscheidungen (W2RC) sollen bei der Abu Dhabi Desert Challenge (22. bis 27. November 2026) fallen. Allerdings steht die Austragung in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten derzeit unter genauer Beobachtung.
Der letzte Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft, der im November in Saudi-Arabien hätte ausgefahren werden sollen, wurde aus Grund der Gefahrenlage bereits abgesagt. Auch hinter der Ausrichtung der Rallye Dakar, die traditionell im Januar in Saudi-Arabien gefahren wird, steht wegen des anhaltenden Militärkonflikts mittlerweile ein dickes Fragezeichen.
Der Rallye Marokko kommt ob der politischen Situation jetzt in der kommenden Woche eine besondere Bedeutung zu, da im Extremfall bereits in der afrikanischen Wüste die WM-Entscheidungen fallen könnten.
Die Rallye Marokko wird rund um die Oasenstadt Zagaro im Süden des Landes ausgefahren. Das Wüstenrennen beginnt am 28. September (Montag) mit einem Shakedown in der Atlantik-Hafenstadt Agadir bevor die Strecke am Dienstag von dort an den Rand des Atlas-Gebirges nach Zagaro führt. Vom dortigen Basislager aus werden ab Mittwoch vier Schleifen bis einschließlich Samstag durchgeführt. Die Gesamtdistanz 2008 Kilometer beträgt, davon werden 1673 Kilometer auf Zeit gefahren.
Vor dem vierten Lauf trennen die Dacia-Teamkollegen Sebastien Loeb mit 113 Zählern und Nasser Al-Attiyah nur drei Meisterschaftspunkte. Al-Attiyah sammelte Anfang des Jahres mit seinem sechsten Titel bei der Rallye Dakar wichtige Punkte, doch Loeb schlug mit einem Sieg bei der Rally-Raid Portugal zurück. Der Elsässer hat im Vorjahr die Rallye Marokko gewonnen und damit den Debüt-Sieg für Dacia Rallye herausgefahren.
Die Ergebnisse in Marokko können maßgeblich darüber entscheiden, wer den Weltmeistertitel in der Top-Kategorie Ultimate von Lucas Morares übernehmen wird. In der WM liegt der Toyota-Pilot Seth Quintero nach seinem Sieg in Argentinien mit 101 Punkten in Tuchfühlung auf das Dacia-Sandrider-Duo. Der Ford-Fahrer Nani Roma mit 59 Zählern sowie Morares (Dacia) mit seinem deutschen Navigator komplettieren mit 57 Punkten die Top 5 auf den weiteren Positionen des Zwischenklassements.
Zum erweiterten Favoritenkreis um den Gesamtsieg gehören die Toyota-Piloten Henk Lategan, Saaod Variava sowie Yazeed al Rajhi mit seinem Brandenburger Beifahrer Timo Gottschalk. Mattias Ekström, Carlos Sainz und Mitch Guthrie komplettierten zusammen mit Roma die Ford-Werksmannschaft zum Quartett. Der Österreicher Mark Mustermann steuert zusammen mit Michael Zajc gleichfalls einen Ford.
Guillaume de Mevius/Mathieu Baumel sind für das im X-raid Team mit dem Mini John Cooper Works 3.0i dabei.
In der Herstellerwertung führt Dacia mit 315 Punkten vor Toyota und Ford mit 250 bzw. 175 Zählern.
Dakar-Legende Stephane Peterhansel konkurriert mit seinem Defender-Teamkollegen Rokas Baciuska, dem aktuell Führenden in der Kategorie der seriennahen Fahrzeuge, um den Klassensieg.
Der Österreicher Matthias Walkner kommt als Sieger der Challenger-Klasse mit einem Can Am-Buggy beim letzten WM-Lauf der Meisterschaft in Argentinien nach Marokko. Der Motorradsieger der Dakar-Rallye 2018 wird bei der Rallye du Maroc zusammen mit Beifahrer Stephan Stensky einen Nissan Navara pilotieren.
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