Eisspeedway: Österreichs Teammanager äußert sich zu Franz Zorns Vorwürfen
Franky Zorn hat seine Teilnahme an der Eisspeedway-Team-WM in Heerenveen/Niederlande abgesagt und Unzufriedenheit mit dem Verband geäußert. Nun meldet sich Teammanager Oliver Özelt zu Wort.
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«Seit mehr als 25 Jahren ist Franz Zorn Lizenznehmer der AMF (vormals OSK) und hat viele großartige Erfolge für Österreich feiern dürfen», zollt Oliver Özelt in einem Statement seinen Respekt für das langjährige Aushängeschild der Alpenrepublik. «Über all die Jahre hat er sich meist sehr erfolgreich gegen seine Konkurrenz in Österreich durchgesetzt und war bis auf wenige Ausnahmen der beste Österreicher in der Weltmeisterschaft. Sein professionelles Equipment und sein Auftreten sind im Eisspeedway-Sport schon sehr früh positiv aufgefallen. Die Zusammenarbeit mit dem Teammanager und den Offiziellen in Österreich war lange Zeit respektvoll und auf Augenhöhe, dank seiner Leistungen im Eisspeedway-Sport hat er in Österreich zweimal den Titel ‚Motorsportler des Jahres’ erhalten. Doch in den vergangenen Jahren wurde die Stimmung etwas getrübt, da mit Schuldzuweisungen und Vorwürfen in Richtung der Offiziellen und der Kommission nie gespart wurde.»
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Özelt führt in seiner Stellungnahme vor allem an, dass es bereits 2024 eine Anfrage Zorns gab, ob er die Chance auf eine permanente Wildcard für die WM 2025 hätte, wenn er nicht zur Qualifikationsrunde reisen würde, obwohl er zu der Zeit fit war. Nach einer Fußverletzung aus einem Sturz mit Heikki Huusko wurde eine entsprechende Wildcard erfolgreich beantragt, da Zorn tatsächlich verletzt war. Leistungsbezogene Nominierungen Auch das Thema der Nominierungen für die Einzelprädikate, vor allem während der Corona-Zeit, greift der Teammanager auf und erläuterte es wie folgt: «Es gibt seit eh und je eine leistungsbasierte Nominierung für internationale Prädikate und der Teammanager präsentiert die Vorschläge, die von der Bahnsport-Kommission bestätigt werden müssen. Dabei wird versucht, allen Lizenznehmern eine Möglichkeit zu bieten, an der WM oder EM teilzunehmen. Während der Pandemie und im direkten Anschluss daran war Franky Zorn der einzige Fahrer, der durch seine Berufswahl die Zeit und die Möglichkeiten hatte, die anderen verwehrt waren, und erhielt den Zuschlag, an den Europameisterschaften in Sanok teilzunehmen.»
«Im Sommer 2025 machten wir die alljährliche Abfrage und es standen wieder mehr Fahrer zur Verfügung», so Özelt. «Das hat zum Entschluss geführt, dass wir allen Fahrern die Möglichkeit geben, entweder an der WM oder EM teilzunehmen, je nach Leistungsstand. Das war für alle Fahrer klar und nachvollziehbar.»
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Zorn und AMF: Zerrüttetes Verhältnis Als es an die Nominierung für das Eisspeedway der Nationen ging, wurde eine neuerliche Abfrage gestartet. Zorn ließ bereits öffentlich verlauten, dass er diese Anfrage zwar erhielt, aber nicht rechtzeitig antworten konnte. Und dass er am Tag der Team-WM Zeit hätte, dies aber nicht als Zusage wertete, wie es vom Teammanagement gesehen wurde.
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«Als es darum ging, die Plätze für das Eisspeedway der Nationen zu vergeben, wurden alle dafür in Frage kommenden Fahrer schriftlich vom Teammanager informiert und um eine Rückmeldung innerhalb einer bestimmten Frist gebeten», erläuterte Özelt die Abläufe. «Zorn war für den Teammanager nicht erreichbar, weder telefonisch noch schriftlich. Nach Ablauf der Frist hatte er sich nicht zurückgemeldet. Da man aber die stärksten Fahrer in den Wettbewerb entsenden möchte, hat man versucht noch weitere Male Kontakt aufzunehmen – erfolglos. Bis sich Zorn mit einigen Tagen Verspätung, ohne Angabe von Gründen, selbst mit einer Zusage beim Teammanager zu diesem Wettbewerb angemeldet hat. Nach einer offiziellen Mitteilung mit der Aufstellung des Teams durch den Teammanager kam knapp eine Woche später ein kurzes Mail seitens Zorns, dass er aus persönlichen Gründen nicht am Eisspeedway der Nationen teilnehmen wird.»
Zorn war für den Teammanager nicht erreichbar.Teammanager oliver özelt
Nachdem Franky Zorn zuletzt seine Sicht der Angelegenheit geschildert hat, offenbart sich ein zerrüttetes Verhältnis. «Es ist verständlich, dass er als Profi seine Sponsoren bedienen muss und so viele Rennen wie möglich bestreiten möchte, davon wird er auch nicht abgehalten und er wurde immer und zu jedem Zeitpunkt seiner Karriere vom Teammanager, der Bahnsport-Kommission und der AMF unterstützt, sodass er seinen Beruf ausüben konnte», unterstrich Özelt abschließend. «Umso weniger ist es nachvollziehbar, dass ein Fahrer, der Profi ist und von dem Sport leben muss, einen Start bei der Team-Weltmeisterschaft auslässt, bei der man als Team Medaillenchancen hätte. Von einem professionellen Sportler, der er seit mehr als 25 Jahren ist, sollte man erwarten dürfen, dass er auch ein professionelles Verhalten an den Tag legt. Die Leistung bei einer Veranstaltung muss er selbst bringen, am Startband und in all seinen Läufen. Vor allem nicht nur am Start, sondern über die gesamten vier Runden und das mindestens fünfmal pro Renntag.»
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