Franz Zorn: «Warum bedenkt keiner, was das für die Fahrer bedeutet?»
Im deutschen Lager gab es im Vorfeld der Nominierung zur Eisspeedway-Team-WM in Heerenveen reichlich Zündstoff um Hans Weber. Bei Österreich wird mit Franz Zorn ebenfalls ein prominenter Name fehlen.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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«Ich habe aus persönlichen Gründen meinen Start bei der Team-WM abgesagt», äußerte sich Franz Zorn im Gespräch mit SPEEDWEEK.com und holte bei den Gründen, die zu seiner Entscheidung geführt haben, weit aus. «Das Problem geht etwas zurück, denn ich habe schon Mitte Sommer, als gefragt wurde, in welchen Prädikaten ich fahren will, zurückgeschrieben, dass ich in der WM und EM starten möchte. Bekommen habe ich aber nur einen Platz in der WM», schilderte der 55-Jährige. «Der österreichische Verband AMF entschied, dass jeder einen Startplatz in den Prädikaten haben soll, und so ging ich bei der EM leer aus. Es gibt bei uns in Österreich ein Kollegium, das entscheidet. Aber da sind Leute drin, die gar nicht wissen was im Eisspeedway los ist und um was es geht, geschweige denn je ein Eisspeedwayrennen gesehen haben.»
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Für Zorn, der in den vergangenen Jahren regelmäßig an der Europameisterschaft teilnahm, war die persönliche Planung rund um die EM dahin. «Ich bekam durch die Nichtberücksichtigung gleich mehrere Auswirkungen zu spüren», erklärte er. «Ich hatte geplant, eine Woche vor dem Rennen nach Finnland hochzufahren, intensiv zu trainieren, das Rennen zu bestreiten und hätte anschließend wieder auf einem See in Finnland trainiert. Das wäre eine gewaltige Vorbereitung für Inzell gewesen und hätte die Lücke zwischen St. Johann und Inzell verkürzt.» Franz Zorn musste improvisieren Ohne EM-Startplatz war für den Evergreen das Rennen am 7. Februar in Sankt Johann das letzte vor dem WM-Auftakt in Inzell. Um nicht ganz ohne Trainingszeit auf dem Eis zu sein, improvisierte der Red-Bull-Pilot: «Statt nach Finnland zur Europameisterschaft zu gehen, bin ich am 23. Februar für einige Tage nach Schweden und wir haben auf einem See trainiert. Während unserem Aufenthalt kam eine E-Mail mit der Anfrage wegen der Team-WM am 11. April und es sollte bis zum 27. Februar eine Rückmeldung erfolgen. Genau an dem Tag, an dem wir aus Schweden heimgefahren sind. Wer fahren möchte, solle sich melden, eine Nichtantwort würde als Nichtteilnahme gewertet. Da ich aber auf dem Rückweg aus Schweden war, habe ich erst danach antworten können. Ich habe dann erst mal darauf hingewiesen, dass am 11. April keine Team-WM stattfindet, sondern dass an diesem Tag das Finale der Einzelweltmeisterschaft stattfindet, ich aber am 12. April Zeit hätte.»
Habe darauf hingewiesen, dass am 11. April keine Team-WM stattfindet.franz zorn
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Nach einigen Tagen der Funkstille erfolgte die Nominierung und Zorn hätte trotz der verspäteten Antwort im österreichischen Aufgebot gestanden – neben Martin Posch und Harald Simon, mit Josef Kreuzberger als Nachrücker. Doch Zorn hatte mit dem Kapitel Team-WM bereits abgeschlossen und hat letztendlich abgesagt, auch weil er den Ablauf des Wochenendes in Heerenveen kritisiert.
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«Ich habe mir den Ablaufplan angesehen», verdeutlichte er. «Der Renntag für den letzten WM-Lauf startet um 7 Uhr mit der Einschreibung und der Abnahme, dann fährt man um 9:30 Uhr ein Training. Bis zum Rennstart um 19 Uhr ist man schon 13 Stunden auf den Beinen. Und bis das Rennen durch und man zurück von der Bahn ist, ist man rund 19 Stunden auf den Beinen. Einen Tag darauf soll man wieder ein Rennen fahren», klagte der erfahrene Eisspeedway-Crack. «Nach Rücksprache mit meinem Team und meinen Sponsoren haben wir die Teilnahme an der Team-WM abgesagt. Warum muss man mit aller Gewalt zwei Prädikate an einem Wochenende fahren und warum bedenkt keiner, was so ein Wochenende für die Fahrer bedeutet?»
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