Eisspeedway-Coup: Günther Bauer fährt mit Sohn Luca Team-WM für Italien
Hammermeldung im Eisspeedway-Sport: In Heerenveen feiert die Team-Weltmeisterschaft ihr Comeback und ebenso Ex-Vizechampion Günther Bauer. Zusammen mit Sohn Luca bildet er das Team Italia.
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Noch ist es bis zur Wiederbelebung der Eisspeedway-Team-Weltmeisterschaft ein Stück hin, doch eine Meldung versetzt die Szene schon jetzt in Aufruhr und helle Begeisterung: Einen Tag nach dem GP3 der Einzel-Weltmeisterschaft wird am Sonntag, 12. April, im Thialf-Stadion zu Heerenveen Günther Bauer sein Comeback geben und zusammen mit Sohn Luca für das Team Italien an den Start gehen. «Erst war es eine echte Furz-Idee, aber je länger wir darüber nachgedacht haben, desto mehr habe ich Gefallen daran gefunden», erklärte Günther Bauer gegenüber SPEEDWEEK.com.
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Da die Russen nach wie vor vom internationalen Eisspeedway-Sport ausgeschlossen sind, wären bei der ersten Team-WM seit Berlin 2020 nur sechs Mannschaften am Start gewesen. Kein Beinbruch, aber üblich waren einst sieben. Vom Direktor der FIM-Bahnsport-Kommission, dem Italiener Armando Castagna, kam im Rahmen des Grand Prix in Inzell eine lose Anfrage an Luca Bauer, ob er bereit wäre, in einem Mix-Team «Europa» bei der Mannschafts-WM anzutreten, doch damals lehnte der 27-Jährige noch dankend ab. Lang gehegter Traum der Familie Bauer Mit etwas Abstand kam dieses Thema im Hause Bauer eines Abends noch einmal auf den Tisch und bei einem gründlicheren Blick aufs Line-up beschlossen Vater und Sohn, sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen und gemeinsam bei einer Team-WM anzutreten. Da Luca Bauer die Grand Prix ohnehin mit italienischer Lizenz bestreitet, wird nun aus dem Team Europa nichts, dafür treten die beiden Ur-Bayern als Team Italia an.
Dazu sagte der 2019 zurückgetretene 54-jährige Günther Bauer: «Posa Serenius ist mit 67 noch gefahren, da habe ich noch etwas Luft.» Tatsächlich liegt sein wegen der Corona-Verbote mehrfach verschobenes Abschiedsrennen «Servus Schliff» erst drei Jahre zurück, doch große Erwartungen hat der zweifache Vizeweltmeister (2003 Einzel und 2004 mit dem Team Deutschland) sowie achtmalige Bronzemedaillengewinner bei der Team-WM nicht. «Ich fahre in erster Linie wegen Luca noch einmal mit, weil eine Team-WM kennt er noch gar nicht. Ich will ein schönes Familien-Wochenende haben und das Rennen genießen. Die Punkte muss Luca einfahren. Eisspeedway ist ein bisschen wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht komplett. Ich würde mich schon freuen, wenn ich den einen oder anderen Punkt beisteuern kann. Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Wir sehen das ein bisschen wie der Bob Jamaika bei den Olympischen Spielen.»
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Wir sehen das wie der Bob Jamaika bei den Olympischen Spielen.günther bauer
George Russell hat ein Problem, der Formel-1-Rennstall von Mercedes hat ein Luxus-Problem: Der 19-jährige Kimi Antonelli nimmt dem erfahrenen George Russell die Butter vom Brot.
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Derzeit prüft Günther Bauer, ob er beim Training oder sogar am Freitagabend beim offenen Rennen um den Roelof-Thijs-Bokal ein paar Runden drehen kann. «Ich bin seit Inzell 2023 auf keinem Eisspeedway-Bike gesessen.»
Auch Armando Castagna zeigt Flagge Der olympische Gedanke steht auch bei Luca Bauer an erster Stelle. «Ich will für mich ein gutes Rennen fahren, aber vor allem mit meinem alten Herrn Spaß haben. Ihm habe ich alles, was ich in dem Sport erreicht habe, zu verdanken. Das soll ein geiles Vater-Sohn-Wochenende werden. Wenn ich aufs Line-up schaue, sind die Schweden und Finnen die klaren Favoriten. Dann sehe ich die Tschechen und Niederländer. Deutschland ist wahrscheinlich nicht gerade in Bestbesetzung am Start und wie man hört, hat sich Österreich auch ziemlich geschwächt. Danach sollte das Team Italia kommen – oder vielleicht sogar nicht auf Platz 7.» Wäre noch die Frage nach der Nummer 3 im Team. Den Reserveplatz übernimmt Armando Castagna persönlich. Der Ex-Speedway-Profi erklärte gegenüber SPEEDWEEK.com: «Ich habe den Stein ins Rollen gebracht, doch als das Ganze in Richtung Team Italia kippte, habe ich schon etwas Angst bekommen. Aber wenn man die Klappe aufreißt, kann man dann nicht klein beigeben. Da muss ich jetzt durch. Ich war in diesem Winter mal halb privat in Schweden und habe bei einem Training vorbeigeschaut. Martin Haarahiltunen hat mir sein Motorrad angeboten und ich bin ein paar Runden auf dem Eis gefahren, aber nur aufrecht. Ich hoffe inständig, dass die beiden Bauers das Rennen allein bis zum Ende fahren.»
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