Australien–China: Fracht verspätet, Teams unter Druck
Panne beim Transport der F1-Fracht von Melbourne nach China: Wegen eines defekten Flugzeugs müssen Mechaniker von McLaren, Aston Martin, Mercedes und Red Bull Racing Überstunden machen.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Es ist jedes Mal verblüffend, wie es der Formel-1-Zirkus schafft, sich so schnell von einem GP-Austragungsort zum nächsten zu bewegen. Aber nicht immer klappt alles.
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Wegen technischer Probleme an einem Fracht-Flieger haben die Formel-1-Rennställe Red Bull Racing, McLaren, Mercedes und Aston Martin ihr Material nicht so zügig am Shanghai International Circuit erhalten wie normal. Auch F1-Reifenlieferant Pirelli ist betroffen. Das alles bedeutet, dass Formel-1-Rennleiter Rui Marques aus Portugal den Teams eine Nachricht hat zukommen lassen. Darin werden die GP-Rennställe informiert, dass die vorgeschriebene Ruhezeit am Mittwoch, 19. März, verkürzt wird – weil die Mechaniker mehr Zeit brauchen werden, Reifensätze aufzuziehen.
Auch der Aufbau der Rennwagen wird verzögert. Es besteht auf derzeitiger Sicht allerdings kein Grund für Besorgnis, dass am zeitlichen Ablauf des Wochenendes irgend etwas geändert werden müsste.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Grundsätzlich transportiert ein Rennstall wie Red Bull Racing rund 35 Tonnen Luftfracht zu einem Übersee-GP wie Australien oder China, dazu drei Seefracht-Container. (Bei Rennen in Europa sind fünf Renntransporter unterwegs, dazu ein Lkw von Honda sowie jene sechs Laster, welche das Material zum Aufbau der Energy-Station geladen haben.) Gerrard O’Reilly arbeitete zwölf Jahre lang als "Race Team Logistics Manager" bei Red Bull Racing. Er weiss sagt: "Gründliche Vorbereitung ist das A und O. Wenn eine Box am einen Ort fertig eingerichtet ist, machen wir uns bereits Gedanken darüber, wie wir alles so effizient als möglich wieder abbauen. Eine Voraussetzung klingt banal, aber es ist so – du musst genau wissen, wo sich alles befindet, Material und Behälter. Wir sind zwar beim Packen, Ausbauen und wieder Einpacken besser geworden, aber wir sind langsamer; aus dem einfachen Grund, weil wir gemessen an früher viel mehr Material mitführen." Die Fachkräfte von RBR sind wie ihre Kollegen in den anderen Boxen schon am Einpacken, noch während das Rennen läuft! Jene Personen, die nichts mit dem Einsatz der beiden Rennwagen zu tun haben, wuseln im Hintergrund, um alles bereits für die Weiter- oder Heimreise zu machen. Nach dem Rennen gibt es viele helfenden Hände durch die Rennmechaniker. Sie nehmen die Boliden teilweise auseinander, lassen Betriebsstoffe ab, dann rollen sie die Chassis in den Frachtcontainer. Gerrard O’Reilly: "Bei Übersee-GP beladen wir sechzehn Frachtcontainer. Die Arbeit dauert unterschiedlich lange. Jeder Mitarbeiter am GP-Ort ist einem bestimmten Container zugeteilt, um sicherzustellen, dass das Material so bald als möglich für den Weitertransport bereit ist. Das ist im Laufe der Jahre zu einer gut geölten Maschine geworden. Wie lange der Abbau dauert, das variiert – je nach Zugänglichkeit der Box oder Position der Container. Auf einigen Pisten sind sie nahe gelagert, auf anderen müssen die Gabelstapler ein wenig weiter fahren." Die Arbeit geht auch deshalb so zügig voran, weil eine Box grundsätzlich immer gleich eingerichtet ist. Das ist weniger der Ästhetik geschuldet als vielmehr der Logik – wenn immer alles am gleichen Ort zu finden ist, fällt nicht nur das Arbeiten leichter, sondern auch das Aufstellen und Abbauen. Aber Rennstrecke ist nicht Rennstrecke, wie O’Reilly weiss: "In Shanghai beispielsweise hast du allen Raum der Welt, um dein Material zu lagern. In Monte Carlo hingegen ist die Box klein, dafür ist das Material auf drei Stockwerken gelagert. Wir bringen zusätzliche Leute aus dem Werk in England zum Abbau nach Monte Carlo, und doch werden wir nie vor Montagmorgen fertig. Als Faustregel gilt: Je mehr Platz wir haben, desto schneller können wir arbeiten." Und dann gibt es noch ein kleines Geheimrezept, welches beim Zusammenpacken wie ein Turbo wirkt. O’Reilly: "Ein Sieg! Wir haben nie schneller gepackt als nach unserem GP-Triumph in Silverstone. Wenn wir ein Rennen gewinnen, dann arbeitet die ganze Mannschaft wie elektrisiert." Australien-GP, Albert Park Circuit Melbourne 01. Lando Norris (GB), McLaren, 1:42:06,304 h 02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +0,895 sec 03. George Russell (GB), Mercedes, +8,481 04. Kimi Antonelli (I), Mercedes, +10,135 05. Alex Albon (T), Williams, +12,773 06. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +17,413 07. Nico Hülkenberg (D), Sauber, +18,423 08. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +19,826 09. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +20,448 10. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +22,473 11. Pierre Gasly (F), Alpine, +26,502 12. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +29,884 13. Esteban Ocon (F), Haas, +33,161 14. Oliver Bearman (GB), Haas, +40,351 Out Liam Lawson (NZ), Red Bull Racing, Unfall Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, Unfall Fernando Alonso (E), Aston Martin, Unfall Carlos Sainz (E), Williams, Unfall Jack Doohan (AUS), Alpine, Unfall Isack Hadjar (F), Racing Bulls, Unfall WM-Stand (nach 1 von 24 Grands Prix) Fahrer 01. Norris 25 Punkte 02. Verstappen 18 03. Russell 15 04. Antonelli 12 05. Albon 10 06. Stroll 8 07. Hülkenberg 6 08. Leclerc 4 09. Piastri 2 10. Hamilton 1 11. Gasly 0 12. Tsunoda 0 13. Ocon 0 14. Bearman 0 15. Lawson 0 16. Bortoleto 0 17. Alonso 0 18. Sainz 0 19. Doohan 0 20. Hadjar 0 Konstrukteurspokal 01. McLaren 27 Punkte 02. Mercedes 27 03. Red Bull Racing 18 04. Williams 10 05. Aston Martin 8 06. Sauber 6 07. Ferrari 5 08. Alpine 0 09. Racing Bulls 0 10. Haas 0
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