Belgien-GP vor 60 Jahren: Dan Gurney zeigt einen Stopp ohne Boxen
Der Belgien-GP und Dan Gurney sind ewig verbunden: Sieg 1967 im Eigenbau der Marke Eagle. Ein Jahr vorher, also 1966, zeigte der US-Amerikaner einen überaus merkwürdigen Stopp (nicht an den Boxen).
Dan Gurney war einer der besten Allround-Rennfahrer der Welt. Ihm gelang 1967, was kein Racer je wiederholen wird – Sieg beim 24 Stunden-Rennen von Le Mans (als Werksfahrer von Ford, an der Seite von A.J. Foyt, dies am 10./11. Juni); und dann eine Woche später, am 18. Juni, Sieg beim Grossen Preis von Belgien im eigenen Rennwagen, dem zeitlos eleganten Eagle T1G.
Ein Jahr zuvor schrieb Gurney – ebenfalls in den Ardennen – eine Fussnote der Formel-1-WM, die in dieser Form auch nicht wiederholt werden kann.
Gurney, der 2018 in Kalifornien verstorben ist, hat über den Belgien-GP 1966 die folgende Anekdote erzählt.
«Ich hatte mich vor dem Start zum Grand Prix auf dem Berg- und Talkurs ziemlich durstig gefühlt. Und da ich mich davor fürchtete, im Rennen zu dehydrieren, schüttete ich eine ordentliche Menge Wasser die Gurgel hinunter. Das Problem war dann: Nach einiger Zeit begann sich die Blase zu melden …»
Im Grunde hätte der Amerikaner nun tun sollen, was auch heute noch im Rennwagen getan wird – dem Ruf von Mutter Natur folgen und einfach laufen lassen.
Gurney: «Das wollte ich ja, aber es ging einfach nicht. Doch der Körper lässt sich nicht austricksen. Ich musste etwas unternehmen. Also hielt ich an einer recht einsamen Stelle an, um mich zu erleichtern. Recht einsam bedeutet: Ausser ein paar Menschen bei einem Bauernhof war weit und breit keiner zu sehen. Irgendwo muhte eine Kuh.»
Gurney legte ein Stein unters Hinterrad seines Eagle, liess den Motor im Leerlauf vor sich hin brummen – und spürte grosse Erleichterung.
Zur Erinnerung: Wir reden hier von der Epoche vor Einführung der Siebenpunkt-Gurte, die Fahrer konnten also nach Belieben aus ihren Wagen springen.
Gurney stieg nach der Pinkelpause wieder ein und wurde noch Siebter.
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