Benzin-Skandal: Ricciardo zu Unrecht disqualifiziert?
Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing: «Wir werden am 14. April vor dem FIA-Berufungsgericht beweisen, dass Daniel Ricciardo in Australien zu Unrecht ausgeschlossen wurde.»
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Christian Horner (40) hat ein reines Gewissen. Der Teamchef jenes Rennstalls, der die vergangenen vier WM-Titel gewonnen hat, ist tief davon überzeugt, dass sein Pilot Daniel Ricciardo in Melbourne "zu Unrecht ausgeschlossen worden ist. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, vor das FIA-Berufungsgericht in Paris zu ziehen." Worum es im Detail geht, lesen Sie HIER.
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Die Mannschaft um Horner, Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko und Technikchef Adrian Newey ist nicht blauäugig: auch der Weltmeistertruppe ist klar, dass nur die wenigsten Berufungsfälle für ein Team und gegen die FIA entschieden worden sind. Also müssen Horner & Co. eine kraftvolle Grundlage ihrer Berufung besitzen. Christian Horner erklärt: "Wir sind der Überzeugung, dass wir die Regeln nicht verletzt haben, dass also die erlaubten 100 Kilo Spritfluss pro Stunde nicht übertreten worden sind."
Tatsächlich stehen die drei FIA-Richter vor einer doppelt schwierigen Aufgabe. Denn Artikel 5.1.4 des Technischen Reglements besagt zwar, dass die Grenze von 100 Kilo pro Stunde nicht überschritten werden darf, aber es geht aus dem Regelwerk nicht klar hervor, welche Messung dabei zur Anwendung kommt – jene des Durchflusssensors der FIA oder jene des Rennstalls.
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Horner bestätigt: "Unsere Argumentation basiert darauf, welcher Messwert zutrifft. Da haben wir auf der einen Seite einen Sensor, dessen Werte schwanken und dessen Angaben unkorrekt sind. Und wir haben auf der anderen Seite eine eigene Kraftstoffzufuhr-Messung, von der wir wissen, dass ihre Angaben konstant verlässlich sind. Daher trauen wir uns zu behaupten: wir haben die Regeln nie verletzt."
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Red Bull Racing sieht die Aufforderung der FIA im Australien-GP, einen angeblich unerlaubt hohen Kraftstoffdurchfluss zu korrigieren, nur als technische Direktive, nicht als Regel. Horner weiter: "Eine solche Direktive des technischen Delegierten ist nichts anderes als eine Meinung des entsprechenden Fachmannes, das ist keine Vorschrift. Ähnliche Fälle gab es schon in Sachen Pirelli-Reifen oder beim Doppeldiffusor. Wir sehen uns ans Reglement gebunden, das ist glasklar, mit den angesprochenen 100 Kilo Sprit pro Stunde. Und wir werden beweisen, dass wir diese Regel erfüllt haben."
Es wird also für die Richter auch darum gehen zu entscheiden, wie weit eine technische Direktive für einen Rennstall bindenden Charakter hat. Ihre Entscheidung wird direkte Auswirkungen auf künftige Direktiven des technischen Delegierten haben. Der Fall wird am 14. April (dem Montag vor dem China-GP) in Paris verhandelt.
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Eine aktuellere Frage: Nach welchen Richtwerten werden Red Bull Racing und Renault bei den beiden kommenden Rennen von Malaysia und Bahrain antreten? Christian Horner sagt dazu lediglich: "Hoffentlich haben wir Sensoren, die korrekt arbeiten, so dass eine erneute Abweichung gar nicht erst auftritt."
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